nothing new – waste your money!

Die Verlustgarantie!

Die Situation an den Renten- und Anleihemärkten nimmt zunehmend absurde Formen an. Während man in Europa von einer Kredit- und Schuldenkrise spricht, sorgt die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank gekoppelt mit der Angst der Anleger für eine weitere Ausweitung des historischen Spreads zwischen diesen beiden Anlageklassen.

Die deutsche Umlaufrendite hat mit 1,36 % ein neues historisches  Rekordtief erreicht. Nie zuvor waren in Deutschland die Zinsen tiefer!

Die großen Verlierer dieser Entwicklung: Anleger, die ihre Ersparnisse auf Tages- und Festgeldkonten parken und dem konservativen Bankensparbuch vertrauen.

Einem Bericht der Deutschen Bundesbank zufolge betragen die Einlagen privater deutscher Haushalte bei Geschäftsbanken derzeit 1397 Milliarden Euro – mit großer Mehrheit handelt es sich dabei um täglich fällige Einlagen oder Einlagen mit kurzer vereinbarter Laufzeit. Für jederzeit verfügbare Gelder bieten die Banken durchschnittlich einen mehr als bescheidenen Zinssatz von 0,88 % an. Bei einer Inflationsrate von gut 2 % eine Geldvernichtung im ganz großen Stil.

Risiko und Rendite – no risk -no fun

Solange die EZB weiterhin die Märkte mit günstigen Krediten versorgt, sind die Zeiten vorbei, in denen festverzinsliche Anlagen eine attraktive Rendite abwerfen können. Wer die Inflation schlagen will, müsste sein Geld in diesem Marktumfeld langfristiger binden. Dies gilt insbesondere auch für Staats- oder Unternehmensanleihen. Die Renditen deutscher Bundesanleihen befinden sich derzeit ebenfalls auf einem rekordtiefen Niveau: Wer sein Geld für zehn Jahre dem deutschen Staat leiht, erhält dafür eine magere Verzinsung von derzeit 1,68 %. Staatsanleihen mit einer Laufzeit von ein bis zwei Jahren werfen so gut wie gar keine Rendite mehr ab. Die Renditen der Anleihen substanzstarker Unternehmen mit vergleichbarer Laufzeit rentieren größtenteils unwesentlich höher. Es scheint längst an der Zeit zu sein, sich nach Alternativen umzusehen.

Aktienmärkte sind attraktiv – so günstig wie seit 1982 nicht mehr

aus dem HB – Interview: So eine Chance kriegt der Anleger nur alle 20 oder 30 Jahre…

Wie sieht es mit Apple aus?

Lingohr: Da liegt der Fall anders. Apple liefert nach wie vor hervorragende Zahlen ab. Wobei ich zugeben muss, dass ich inzwischen ein wenig Bauchschmerzen dabei habe. Das Unternehmen kann nicht ewig so weiter wachsen – irgendwann ist die Nachfrage nach den Produkten gesättigt.

Rittstieg: Das Bauchgefühl müssen wir ausschalten und nur nach den Zahlen schauen. Deshalb haben wir Apple nach wie vor im Portfolio, allerdings mit geringem Gewicht.

Wer sich vom sprichwörtlichen und „sehr deutschen Angst – und Sicherheitsdenken“ nicht lösen kann – steht vor einem schleichenden Kaufkraftverlustproblem:

Denn die vielversprechende Alternative bietet ausgerechnet die Anlageklasse, die viele Investoren aufgrund der erhöhten Volatilität am liebsten komplett meiden:

Die globalen Aktienmärkte. Nach dem nun gelernten Muster der letzten zwei Jahre gab es nach aktuellen Zahlen der Investmentbranche in diesem April die größten Abflüsse seit 1997 welche in einem Monat bei Aktienfonds zu verzeichnen waren. Die Regel „sell in may“ and go away….wurde von einem Gros der letzten Mohikaner antizipiert.

Doch damit ist das Feld bereinigt. Sentimenttechnisch ist die Zahl der Bullen unter 30 % gefallen. Aus Sicht der Contrarians eine Quote welche die letzten Jahre jeweils die Tiefpunkte unterstützte. Modelltechnisch ist der April als Konsolidierung im intakten Aufwärtstrend einzuordnen…vergleichbar mit der Juli- Korrektur in 2009.

Die wiederkehrende Kardinalfrage:

Wohin  mit der Liquidität: Meine wiederkehrende Antwort:

Seit  Herbst 2008 und jeweils in den Sommertiefpunkten 2010 und 2011 und auch wieder aktuell: Unternehmensbeteiligung gemischt mit Schlaftabletten.

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession oder des angekündigten Weltuntergangs im Dezember 2012:

Empirisch ist in den aktuellen Kursen eine weltweite Rezession mit – 2 % eingepreist. Dies entspräche den – 5 % für D. Allerdings ist keine systemrelevante und vor allem nicht beobachtete Blase wie 2007/8 in Sicht. Im Gegenteil  kleinste Ausschläge an den Renditespreads für Spanien oder Italien reichen zu ausgeprägten Fluchtreaktionen. Die Notenbanken tuen weiterhin was nötig ist. So wird – die zweite Rettung des globalen Banksystems seit 2008 -auch diesmal ihre Wirkung nicht verfehlen. Bis 2014 wurde dem Kapitalismus ein Bypass gelegt.

Die USA übernimmt jetzt bereits seit 6 Monaten die Lokomotivwirkung. Das ist etwas untergegangen – da Europa mit der Schaffung einer EU-Regierung durch die Hintertür beschäftigt ist. Doch der Tanker kommt in kleinen Schritten voran. Trotz der gemischten Zahlen der letzten Tage ist der Trend intakt. USA wächst moderat weiter und die EU müsste die schlechtesten Indikationen für April nun gesehen haben. Die Wachstumsraten in China, Brasilien und Indien gehen zwar zurück, doch Quoten um 5% sind nachwievor ein ordentlicher Wert. Damit hängt wie auch 2009 nun die weitere Entwicklung wiedereinmal am Nadelöhr Banksystem. Dieses muss die verfügbaren FEd – und EZB – Refinazierungsmittel über Kredite an die Realwirtschaft weitergeben. Sollten Sich die Banken auf Carry- Trades beschränken ( sprich nur auf Termin und fristenkongruent Staatsanleihen kaufen), kann hieraus eine unerwünschte Induzierung  und  Verstärkung der leichten Schwäche erfolgen.

Dieses ist aktuell meine größte Sorge….ansonsten Frohe Weihnachten, eine schöne EM und olympische Spiele in friedlicher Atmosphäre! ( meine Meinung zum Weltuntergang)

 

 

9 Gedanken zu „nothing new – waste your money!“

  1. Der niedrige Zins und die dadurch schlechte Lage bei Einlagen und Staats-Anleihen kombiniert mit der Angst in Unternehmen zu investieren hat billige Unternehmensbeteiligungen bewirkt, da wo die Angst jedoch am geringsten ist (Trendaktien) führt sie immer wieder zu Überbewertungen.

    Ich habe meine persönlichen Grenzen bei Unternehmensbewertungen wie Amazon, die zwar ein sehr gutes Unternehmen bewerten, aber mit einem aktuellen KGV von über 100 aus meinem Blickwinkel zu teuer sind. Sascha (von SHW) meint hier das Unternehmen würde sich wegen des Kindles und anderer Innovationen noch verdoppeln. Ich bin hier skeptisch … Zumal ich den Kindle für Buchleser eher durchs seine farblose Gestaltung und auch keinen Preisvorteil … E-Bücher sind ja ähnlich teuer (durch Lizenzen) wie normale Büchern … nur halt vergänglicher…, eher unattraktiv halte.

    MFG
    Bernd Handik

      1. Na ja…

        IPOs sind meist überteuert von den Banken angeboten.
        Facebook ist ein Trendunternehmen, dass bisher ja nur über beteiligte Firmen als Investment angesteuert werden konnte. Ich selbst halte Trendunternehmen für sehr risikoreich und wenn die Mode wechselt fällt der Kurs oft stark, weil solche Unternehmen meist überbewertet sind. Ich kaufe kein Facebook.

  2. Ich lese immer und überall.

    Kauft Aktien !!!

    Es gibt einfach zu viele davon. Die Gefahr, eine „falsche“ Aktie zu erwischen, ist für mich extrem hoch.

    Als Beispiel:
    Eine Nokia vernichtet Geld …

    Die meisten Bank-Aktien vernichten Geld.

    Beim Sparbuch habe ich zwar auch nach dieser Rechnung hier Verluste.

    Oder wenn es ganz schlimm kommt. Firma Insolvent – Geld komplett weg.

    Atomkraft Ade – Solarwerte auch ade !!!???

    Wir versteht das noch alles?

    Und dann kommen die ganz „Schlauen“ – Das war vor Jahren schon abzusehen.

    OK, ich habe keine Sparbuch, wenigstens Tages- oder Festgeld.

    Wenn Geldanlage so einfach wäre, gäbe es diese Seite vermutlich nicht.

    Die Börsenbriefschreiber wären arbeitslos.

    Die Zeitschriften für die Börse braucht dann auch keiner mehr.

    Sorry,

    Ein frustrierter Börsianer

    Euer
    Joe

    1. Moin Joe,

      der Frust des Privatanlegers wird in alten Artikeln aus Anfang der Achtziger ähnlich beschrieben – und es gibt auch eine andere Parallele: Auch Gold hatte damals seinen letzten großen Höhenflug…
      Manche Spiegelungen sind schon erstaunlich – damals Angst vor Weltuntergang: Pershing, Inflation – Kommunismus als großer Block heute :Inflation, Staatsverschuldung = Weltuntergang/Maya und Globalisierung.

      Also : Welches Ende ist wahrscheinlicher ?

      1. Hallo upsups,

        Ihren Vergleich verstehe ich nicht ganz. Warum z.B. sollte die Welt untergehen, weil man bei den Maya die Texte nicht richtig lesen kann. Und in den Achtzigern hat mich dass alles überhaupt noch nicht interessiert.

        Vielleicht habe ich mich auch nicht ganz richtig ausgedrückt. Ich bin nicht gegen Aktien, aber gegen die Aussage: „Kauft Aktien!“

        Natürlich gibt es genug Aktien, mit denen man „richtig Geld machen kann!“

        Aber es gibt leider auch genug Aktien, mit denen man Schiffbruch erleiden kann.

        Ich sehe doch öfter NTV und die Moderatoren auf dem Börsenparkett interviewen viele Personen, die auch wie Sie immer sagen: „Kauft Aktien!“ Und wenn dann die Moderatorin nachfragt, welchen Wert empfehlen Sie denn. Antwort: „Sie müssen gute Werte kaufen.“ Egal, wie lange die Moderatorin nachfragt. Da KOMMT NICHTS !!!!!!!! Kein Firmenname – NICHTS.

        Ich vermute mal, da keiner weiß, was Morgen passieren wird und welche Aktien steigen werden.

        Ich lese auch immer von den Wahrscheinlichkeiten. Im Spielcasino hat man immer die 50:50 Chance. Beim Kauf einer Aktie kann man durch Analysen und Vermutungen die Wahrscheinlichkeiten etwas erhöhen, aber eben nie auf 100%.

        Und hier ist eben der Unterschied! Manche können, warum auch immer bessere Entscheidungen treffen. Vermutlich haben Einige auch einfach mehr Glück.

        Genau so die ganzen Börsensprüche:
        Man hört oder liest oft von Kostolany – „Kaufen und Schlaftabletten nehmen“. Und hierzu habe ich die Tage gelesen, dass dies wohl eine falsche Interpretation sei. Nur, wenn eine extreme Situation auftritt, wie ein weiterer Börsen-Spruch: „Wenn die Kanonen donnern, muss man kaufen!“ – Dann sollte man laut Kostolany kaufen und die „berühmten“ Schlaftabletten nehmen.

        Auch – Sell in May – stimmt mal, mal stimmt es nicht.

        Es ist nun schwierig, hier alle meine Gedanken zu schreiben …

        Aber:

        1.) Richtig ist, mit Aktien KANN man Geld „verdienen“.

        2.) Richtig ist aber auch, mit Aktien KANN MAN VIEL GELD VERLIEREN.

        3.) Diese allgemeinen Aussagen: „Kauft Aktien!“ treiben mich immer zur Weißglut.

        In diesem Sinne …

        Euer

        Joe

      2. Das mit den MAYAs ist eine humoristische Einlage…
        http://www.tagesschau.de/schlusslicht/weltuntergang104.html
        und Die Empfehlung „Kauft Aktien“ bezieht sich nicht auf Einzeltitel“ sondern die Gewichtung in einem kompletten Vermögensportfolio.
        Dazu zählen sämtliche Assetklassen ( die großen Drei: 1. Aktien/Unternehmensbeteiligungen 2. peivate als auch betriebliche Immobilein/Anlagen 3. Anleihen aller Art

        Und in diesem Kontext empfehle ich …das die Aktienquote mind. 40 % betragen sollte. ( Durchschchnitt D: ca. 15 %)
        Und wenn einem die Einzeltitelauswahl zuviel Stress bereitet es gibt mehr „sichere“ Produkte …wie ETFs und Aktieninvestmentfonds, wie entsprechend Underlyings sprich Direktinvestment in Unternehmen über das Vehikel „Aktie“

        freundlichst

    1. Ich hoffe das genügend Instis mitlesen…denn diese müssen ihre versprochenen 4 % p.a. ( 3 % nach Kosten) an ihre Altersvorsorgekunden liefern…

      und bei kaum mehr mehr vorhandener Aktienquote…

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