Wie fühlt sich der Aufschwung an?

Ein Gastkommentar und Frontbericht der unabhängigen Unternehmensberatung:
Autor: Dipl.-Kfm. Ralf Sowa (urs Unternehmensberatung, Oldenburg), Newsletter April 2010:

Das Feeling vom Auf und Ab

Manch Glücklicher lebt (fast) ständig im Auf,der Pechvogel fast permanent im Ab. In der Mehrzahl fühlen wir
alle wohl vornehmlich das, was uns Dritte mitteilen oder spüren lassen, gewissermaßen den kollektiven
Trend. Mit politischer Grundüberzeugung (schwarz, rot, gelb, grün, rosa…) betrachten wir die Welt meist
vorgefärbt, wodurch wir einmal eher das Gute, ein andermal mehr das Schlechte an Informationen erkennen
– oder sehen wollen (sofern sich uns eine Wahl bietet). Manch Schicksal treibt uns Tränen in die Augen,
andere Informationen lassen uns wütend reagieren, Anderes erfreut uns und stimmt uns froh.
Kurz: Im Auf fühlen wir uns wohl, im Ab geht’s uns schlecht – das Auf und Ab spüren wir mit Haut und
Haaren. So ist es wohl, wenn man Mensch ist und im Kreise von Familie, Freunden, Bekannten und weniger
Bekannten solidarisch fühlt. Selbstverständlich darf das nicht bestimmend sein für das, was wir tun!

Völligabschütteln können wir es dennoch nicht.
Das gilt, meine ich, ebenso für den wirtschaftlichen Auf- und Abschwung:

Abschwung war gestern
In den letzten Jahren lebten wir eher in einer Phase des Abschwungs. Kosten sparen stand oben auf der
Pendenzenliste, und Optimieren: alles muss schneller und billiger sein. Personalabbau. Verlagerung der
Produktion ins Ausland. Just in time. Reduktion des Eigenkapitals. – Alles Maßnahmen, um in schlechten
Zeiten über die Runden zu kommen, durchzuhalten, bis sich die Phase in einen Aufschwung wandelt. Von
Kostenersparnis Betroffene kämpfen um Besitzstände, um den Erhalt ihrer Jobs, um angemessenen Lohn,
um Sozialleistungen, wie es sie in der (angeblich) guten alten Zeit gab. – Kurz: es ging/geht uns mies.
Ich weiß nicht, wann die Phase des Abschwungs endet. Wir werden spüren, wenn es so weit ist.

Der Aufschwung kommt – irgendwann…

Viele von uns haben verlernt, wie sich ein Aufschwung anfühlt – oder haben ihn nie erlebt. Ich glaube mich
zu erinnern: Es war keine Zeit zum Sparen. Da war keine Zeit fürs Optimieren. Keine Zeit für Rückblicke. Es
ging einzig um die Sache, um die sich im Unternehmen alles dreht bzw. drehen sollte: Das Produkt. Da war
Euphorie! Jeder gab sein Bestes. Jeder wurde gebraucht! Jeder fand Unterstützung. Die gemeinsame Sache
verband. – Kurz: es ging uns prächtig!
Und es entstand etwas, das der Kunde mit allen seinen Sinnen (sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen)
wahrnahm, das ihm Nutzen stiftete, das sein Problem löste, seinen Wunsch befriedigte, das funktionierte,
das ihm in jeder Hinsicht das wohlige Gefühl vermittelte, genau richtig gewählt zu haben.

Ich freu mich darauf !

Ralf Sowa

© urs Unternehmensberatung Dipl.-Kfm. Ralf Sowa I Beratung & Sparring
Theodor-Heuss-Str. 36 –  26129 Oldenburg  Fon 0441 / 2 176 174

Kurze Ergänzung meinerseits:

der Aufschwung kommt !  Die Chancen das die nächsten Jahre — auf der positiven Seite –

überraschen, sind auch in den Industieländern so gut wie seit den 50´zigern nicht mehr !

sonnigst

Up

2 Gedanken zu „Wie fühlt sich der Aufschwung an?“

  1. Auf eine Krise, wie wir sie seit dem Ende des 2. Weltkriegs nie erlebt haben, folgt nach der Natur der Wirtschaft ein Aufschwung ohne gleichen!
    Nur zur Erinnerung: Im Oktober 2008 musste die Staatsspitze D im Fernsehen zur besten Sendezeit erklären, dass die „Spareinlagen sicher seien“. Ich nehme mich nicht aus, weiss es aber auch aus Statements von DJE und anderen profilierten Fondsmanagern, dass uns allen eine völlig unbekannte Angst im Nacken saß —- nämlich dass unser (Wirtschafts-) System kollabieren könnte. …. Wäre so ein – mit Verlaub – Vollidiot wie Bush-Junior im Amt geblieben, der mit Lehmann die Lunte ans Pulverfass gelegt hatte, wäre der GAU auch eingetreten.
    Da – Nomen est Omen – nach meiner Terminologie „die Börsenfähre ständig zwischen den Häfen von Angst und Gier pendelt“, war das d e r Hafen der Angst.
    Schlimmer kommt`s nimmer.
    Und das schöne an der Geschichte:
    Die Überfahrt zum anderen Hafen ist erst zu einem Drittel zurückgelegt und daher in vollem Gange.
    Auch wenn der Seegang immer mal wieder heftig wird:
    Diese Fahrt sollte kein Börsianer verpassen.
    MfG
    Lyriker

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