Aus guter Tradition Ausblick 2013

(Rimpar bei Würzburg-UP) – Diesmal hat es allerdings etwas länger gedauert, bis die unsichere Marschrichtung für 2013 es mich erneut wagen lässt ein bisschen zu glaskugeln.

Gestern wurde ein neues All-Time High im Dow Jones vermeldet!
Wahnsinn denkt man, da guckt auf sein Wertpapierdepot und fragt sich was da los ist. Nun zum Einen, der Dow ist ein Kursindex — d.h. wenn unser Stubentiger sein All- Time High aus 2000 erreichen will, muss er um mit dem Dow gleichzuziehen, noch ca 45 % ! steigen. Der aktuelle Kursdax pendelt bei 4300 Punkten– Spitze 6300!

 

 

Das vorläufige Bip 2012 kam  für Deutschland bei plus 0,7 % herein.  Die Lohnsteigerung waren bei 3 % in 2012 – langsam machen sich die  Überstunden und der Fachkräftemangel bemerkbar. Aufgrund medialer Krise haben die meisten Unternehmen den Trend, der sich hier abzeichnet schlichtweg verpennt.  Denn der Indikator für Arbeitsangebote der BA ist auch 2012 nahe des Allzeithoches aus 2011 geblieben.  Wer sich erinnert, bei der Prognose der fundamentalen Entwicklung seit 2011 liegt das Cogito-Kapitalmarktmodell ziemlich genau. Für diese Jahr – nach einem schwachen ersten Quartal – auch wegen dem langen Winter- werden wir deutliche Steigerungen sehen.

Auf das Gesamtjahr kommen wir auf eine Range von 2,4 bis 3, 5 % BIP – Wachstum.

Und damit – ausgeprägtes Durchhaltevermögen – muss ebenfalls zu den Stärken eines Investors gehören, die bleibende,  fast unveränderte Prognose seit 2011:

An den Börsen werden Unternehmen mit den KGVs des nächsten Jahres bewertet. Diesen Kennzahlen zufolge liegt das KGV des DAX für 2013  immer noch bei etwa 10! während das des S&P 500 bei nur 12 notiert. Demnach sind beide Indizes aktuell im Vergleich zum historischen Mittel ( Fed – Modell – Relation Anleihen/ Risikokapital) unterdurchschnittlich gepreist.

Attraktiv erscheinen unter diesem Gesichtspunkt auch weiterhin die Märkte Japan, Südkorea, Griechenland, Irland, Spanien und aufgepasst Afrika! Dieses Jahr kann man den Blick nun auch wieder gen China richten — nach eiem Einlauf von 35 % seit 2010 sollten die Aktienmärkte in China schnell aufholen. Ebenso vergessen scheint Rußland.

Auf exzessive Finanzierungsüberschüsse folgen Investitionen (Zitat aus 2011 Prognose)

Ein Punkt, der oftmals gegen einen weiteren Aufschwung angeführt wird, ist die sog.Kreditklemme. Hierzu wird geschrieben, dass die Kreditvergabe von Banken an Unternehmen auf historischen Tiefstständen gesunken sei, was wachstumshinderlich sei. Hier ist allerdings nicht das Kreditangebot das Problem, sondern die Kreditnachfrage. Auf Grund der Auftragseinbrüche in nahezu allen Wirtschaftsbranchen sind viele Unternehmen auf eine konservative Unternehmensfinanzierung übergegangen. Unternehmen verzichteten in jüngster Vergangenheit auf eine Kreditfinanzierung, um der Gefahr ihre Kredite innerhalb der Krise nicht bedienen zu können aus dem Weg zu gehen. Durch diese konservative Vorgehensweise kam es innerhalb der Krise zu hohen (Innen-) Finanzierungsüberschüssen sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Banken, die nun sukzessive investiert werden und die Märkte weiter gen Norden treiben wird. Wobei dies sicher nur die eine Seite der Medaille ist, denn die Vergabepraxis des Nadelöhrs “Banksystem” beginnt sich erst seit Mitte 2010 wieder anzupassen. Das Geschäft der “einjährigern Fristentransformation” war für viele Banken auch zu attraktiv das Sie sich dem “Risiko” der “realen Kreditvergabe” aussetzten wollten. Hier scheint mir eine “Strafsteuer” mehr als angebracht, da dieses Gebaren zwar “wirtschaftlich” nachvollziehbar” ist, allerdings systemisch eine “Sauerei”, denn für 0 % sich das Geld bei der Fed leihen und dafür einfach einjährige Staatsanleihen kaufen…ist auch bei einem Spread von nur 0,5 % mathematisch ein Traum. Das für dieses “risikolose” Geschäft der Steuerzahler letztendlich wieder gerade steht, sei hier nur kurz erwähnt.

Hier wissen wir- das Spiel wurde sowohl von der Fed und der EZB verlängert. Die EZB hat mal gleich bis Dez.2014 für Klarheit gesorgt. Und  die Rendietekurven  spanischer und italienischer Anleihen zeigen, es  hat gewirkt – Die Fristentransformation- to be continued in 2013.

Prognose durch das Cogito – Kapitalmarktmodell 2013:

2010-12 waren im Großen und Ganzen Jahre des Krafttankens. Die Märkte zeigten eine hartnäckige Resistenz gegen jegliche (Schulden-) Krise, welche medial oder von den Ratingagenturen geritten wurde -mit Ausnahme der 6 Tage im August 2011.

Die fundamentalen Indikationen decken wie letztes Jahr mittlerweile das gesamte Jahr 2013 in ihrer positiven Breite ab. Mit Tag heute gehe ich sicher von einer Fortsetzung des Aufschwungs aus. D wird spätestens ab April 2013 die kleine Delle aus dem vierten Quartal – welche nur statistisch ist- überwinden und da die die größte VW der Welt ihre alte Stärke wieder findet und noch von Europa und Asien unterstützt wird!!, für einen weiteren Schub in der ersten Jahreshälfte  sorgen.

Unsere Makroallokation / Aktienquote auch für 2012 zwischen 90 % und 100 % bleiben wird. Was als unberechnbare Größe mittlerweile für mich dazugekommen ist, sind die unkontrollierten Bewegungen ausgelöst durch die Computer-Algos und das mediale Politikergeschrei über die Schuldenkrise. Mal sehen ob diese zu bändigen sind.

Zusammenfassend sollte dieses Jahr 2013- da sämtliche Rahmenbedingungen positiv sind, besser performen wie 2012. Denn der Dax ist kein Gradmesser- dieser hat nur das in 12 aufgeholt was er 11 auf die Mütze bekam…und langfristig sind deutsche Aktien schlicht immer noch unterbewertet!

Dax- Prognose 2013: 11.800 Punkte in der Spitze in 2013  – Endstand zum Jahresende hängt von der politischen Entwicklung der nachhaltigen Beschlüsse ab. Konsolidierung der Staatsfinanzen- bei gleichzeitiger Eindämmung des Derivate-Kapitalismus, gepaart mit sinnvollen realwirtschaftlichen Investitionen ( Infrastruktur, Energiewende, Bürokratieabbau).

Glaskugeln bleibt spannend

Uwe Paul

Unabhängiger Finanzanalytiker

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