Burn out – Der Druck in Banken bei deren Finanzberatern ?

Die Klagen sind ebenso eindringlich wie zahlreich – und sie klingen immer gleich. „Der Druck ist kaum noch auszuhalten“, sagt der Kundenberater einer Bank. „Die Zielvorgaben sind praktisch nicht zu erreichen“, stöhnt ein anderer. „Verkaufsdruck führt zu Fehlberatungen, und die führen zum Vertrauensverlust“, beschwert sich ein Dritter. Und viele andere berichten, dass übertriebene Verkaufsziele und ständige Kontrollen durch die Vorgesetzten zu erhöhtem Krankenstand und psychischen Beschwerden führen.

meldet die Wirtschaftswoche.

Die Gewerkschaft Verdi will nun den Schutz innerhalb der Banken für deren Angestellte erhöhen.

Allerdings wird auch ein erhöhter Schutz incl. Regulierungs- und Kontrollbedarf an dem grundsätzlichen „Konstrukt“ des internen Verkaufsdrucks nichts ändern.

Analysieren wir doch mal die Grundfunktion des Banksystems:

  • Bereitstellung der Infrastruktur ( Sicherheit der Einlagen, Schutz des anvertrauten Eigentums, flächendeckende Versorgung mit Bar- und Giralgeld)
  • Versorgung der Unternehmen und Privatleute mit risikoadjustierten Investitionsmitteln ( Kredite, Darlehen, Mezzazine und sonstige Spielarten)
  • Unterstützung der Kapitalmärkte bei IPO ´s, Begebung/Begleitung  von Anleihen für Unternehmen und Staaten, sowie Bereitstellung der Schnittstelle zu den regulierten Börsen

Das ist eine ganze Menge… in der Fachliteratur wird das Banksystem deswegen gerne mit dem Herz des Wirtschaftskreislaufs verglichen.

Diese grundlegende Mittler- und Verteilungsfunktion machte einige Privatbanken zu sog. “ Systemrelevanten“ und wie wir alle wissen, wurde am Hochpunkt der Finanzkrise 2008 beschlossen, weltweit diese Grundfunktion zu stützen und zu schützen.

Jeder Banker lernt dies in seiner Ausbildung. Deswegen ist dieser Beruf auch – trotz des Ansehensverlusts- bei jungen Abiturienten und Studierten nach wie vor sehr attraktiv. Denn es winken im Vergleich – zu Berufen des Handwerks oder der Industrie – komfortabele Lebensperspektiven und -bedingungen.

Leider geht diese Einstellung beim Erklimmen der systemischen Karriereleiter vielen verloren und die Eitelkeit des Menschen gewinnt zusehend die Oberhand:

Es geht – wie im Sandkasten-  nur noch um größer, stärker, schneller…gieriger:-)

Dies wird dann die systemische Leiter nach unten wieder verkündet…abgekoppelt von dem ursprünglichen Auftrag, welche meiner Meinung nach zu dem im Artikel beschriebenen Symptomen führt.

Auch die „großzügige“ Rettung durch den Steuerzahler hat an dieser Denke noch wenig verändert. Denn die nicht „fixierbare individuelle Schuld“, wird dazu genutzt ..den kollektiven Systemfehler auszublenden.

Die einzige Chance die ich sehe,

ist das sich der Druck intern durch die betroffenen Menschen aufbauen muss, denn solange der Fisch vom Kopf her stinkt, wird sich nichts ändern !

Für das aussenstehende Publikum sprich -diejenigen die beraten werden…

wie hat es unser Lokalmatador letzthin in seiner Sendung „Erwin Pelzig unterhält sich“ gefragt:

“ Also wenn die Anlügeberadder..wieder mal vor der Dürr sdehen oderr dich anrrufa und zum Derrmin bitta…“….

ja was macht man dann ?

  1. Ersteinmal erkennen….Kann mich diese Person und unter welchen Vorgaben beraten oder ist es ein weisungsgebundener Rennlistenerfüller ?
  2. zweitens: Der Ausgleich der asynchronen Information kostet…Infrastruktur, Geld, Zeit und vor allem „Wissen“!
  3. drittens: Bin ich persönlich bereit und standhaft genug, dem „kostenlosen Informationsgespräch“ und dem folgenden Verkaufsgespräch zu wiederstehen ?
  4. viertens: Bin ich bereit das Angebot so zu prüfen ( wie den Kauf eines neuen Autos oder eines neuen Flachbildfernsehers, oder für die Mädels, die Schuhe mit dem neuen Schuhschrank)) , das ich mir sicher sein kann in meiner aktuellen Ausgangslage die richtige Entscheidung zu treffen ?
  5. fünftens: Kann ich persönlich damit leben, dass sich bereits morgen meine heutige Entscheidung als “ grottenfalsch“ herausstellt?

Denn ganz unabhängig, ob wir meinen heute richtig zu entscheiden….bereits morgen kann uns der  „Himmel auf den Kopf fallen „… wobei wir dann – zugegebenermassen-  sicherlich erst andere Prioritäten hätten, als uns um eine Anlageentscheidung zu sorgen 🙂

Was ich sagen will:

Die Zukunft bleibt für  uns, bei noch so genauer Recherche und Vermögensstruktur – Analyse….schlichtweg eine große Unbekannte, was wiederum bedeutet, das nur eine nachhaltige und langfristige Begleitung aus meiner Sicht Sinn macht.

Denn manchmal muss man auch Entscheidungen dem Fluss des Lebens anpassen…und das kann kein Computermodell oder ein Beharren auf falschen Theorien leisten.

Das sind manchmal im Rückblick banale Entscheidungen:

z.B. haben wir..ab dem Jahre 2000 unsere Zinsbindungen dem fallenden Trend an den Kapitalmärkten über die Duration angepasst. So ist es uns gelungen bis zu 70 % Kreditkosten einzusparen.

Gleichzeitig bauen wir die beliebten – Zinsdifferenzgeschäfte- sprich Festdarlehen gegen Aussetzung über eine Investmentpolice oder noch schlimmer die gängige Kapitallebensversicherung- sukzessive in reine Annuitäten mit Ausnutzung der staatlichen Förderungen um.

Doch auch hier gibt es kein alleiniges Rezept…

erst eine gründliche Analyse mit anschliessendem „Fünf-Jahres-Strategieplan“ abgestimmt auf die persönlichen Bedürfnisse bringt momentane Klarheit….

die nächstes Jahr z.B. völlig umgeschmissen werden müsste…falls es zu einem plötzlichen Zins- und Inflationsanstieg“ an den Kapitalmärkten käme…

„Das Steuern ist wichtiger als die Steuer“….einen Merksatz denn Markus Miller geprägt hat, dies gilt insbesondere für die Erhaltung großer Vermögen und ist das Ziel eines guten Family-Office, doch diese Erkenntnis sollte sich auch jeder Privatmann zu Herzen nehmen.

Mehr unter:

http://cogito-paul.de/strategie-konzeptplanung/honorarberatungentlohnung-angemessen-fair-und-transparent/

freundlichst

Up

4 Gedanken zu „Burn out – Der Druck in Banken bei deren Finanzberatern ?“

  1. Pingback: bodybuilding.com
  2. Banken als Strukturvertriebe?
    Als „Drückerkolonnen“ für Finanzprodukte aus dem eigenen Haus?
    Ja, das ist die Regel.
    Umsatzvorgaben und eine provisionsbasierte Entlohnung steuern das. „Durch die Bank“.

    Der richtige Weg ist die Honorarberatung, die Interessenkonflikte ausschaltet und wegführt von schlechten, aber provisionsträchtigen Produkten.
    Man sollte sie gesetzlich oder richterlich vorschreiben, und der Bankensenat des BGH verschärft Jahr für Jahr die Offenlegungs-vorschriften zugunsten der Kunden.
    Recht so!

    Von daher ist man sicherlich weit besser bei wirklich unabhängigen – auch unabhängig denkenden ! – Honorarberatern wie Ihnen aufgehoben, weil die Beratung Begleitung ist und sich nicht auf den Moment der Produkt- vermittlung beschränkt.

    Daher auch eine kleine Lanze für Banken, die es anders können:
    Die Comdirect bietet auch für Kleinanleger seit diesem Jahr die Honorarberatung an.
    Respekt.
    MfG
    Lyriker

    1. Vielen Dank für ihren Kommentar.

      Wenn Sie schon Werbung für andere machen, so finde ich persönlich das Konzept der Quirin – Bank ebenfalls beachtenswert.

      Und um auch kurz die Seite der Ausschließlichkeit zu erwähnen, viele Kollegen die ich kennenlernen durfte,
      sind gut ausgebildete Fachleute und wollen nach “ bestem Wissen und Gewissen“ arbeiten.
      Allerdings arbeiten diese eben nicht mehr an der Front….in dem sog. Retail- Geschäft , sondern sind einem exklusiveren Kundenbereich vorbehalten oder müssen sich eben all zu oft…den Rennlisten beugen.

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