Dax stetig seit August 2011 unter Buchwert!

(Up – Rimpar bei Würzburg)

Seit einer Woche hat der DAX rund 4,5 Prozent verloren. Und das obwohl viele deutsche Unternehmen starke Gewinne und gute Fundamentaldaten vorweisen und ihren Anteil am Export in die Schwellenländer zunehmend ausweiten.

Vor allem Letzteres könnte sich wie seit letzten Herbst in den nächsten Monaten bei einer fortgesetzten Erholung der Märkte – welche seit August 2012 zu beobachten ist, als wichtig erweisen.

Viele Analysten erklären die Kurzeinbrüche damit, dass der DAX nun die südländische Peripherie zu spüren bekommt, weil deutsche Unternehmen einen hohen Prozentsatz ihres Gewinns im Euro-Ausland erwirtschaften.

Ein genauer Blick zeigt aber, dass die Schwellenländer und insbesondere China die wichtigsten Abnehmer und seit diesem jahr auch wieder die  USA und nicht  die Länder in der Peripherie Europas.

Auch wenn sich das Wachstumstempo der chinesischen Wirtschaft inzwischen leicht verlangsamt hat, gehen wir  für 2013 von einem BIP-Anstieg von mind. 7,5 Prozent aus – was  die Stagnation bedeutet – doch allein durch den statistischen Basiseffekt bedeutet dies einen nominalen Zuwachs von ca. 472  Milliarden €  Bip in China. Das ist gemessen an europäischen Standards extrem hoch und sollte dafür sorgen, dass die Geschäfte mit China auch in nächster Zeit gut laufen. Zum Vergleich Greece bringt es 2013 auf ein Bip von 190 Milliarden € bei Stagnation.
Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in China 2013
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Deutsche und viele europäische  Unternehmen sind bezogen auf ihr Kurs – Gewinn – Verhältnis bei Stagnation (KGV 2013)  attraktiv bewertet. Mit 11 hat das KGV für den DAX einen so niedrigen Wert, wie in den vergangenen 20 Jahren bisher nur zwei Mal erreicht. ( 2003 / 2008).

Die Situation ist fundamental mit Anfang der Neunziger vergleichbar – und damals waren die KGV im Durchschnitt 20 % höher bei einem Zinsniveau von 6%! Wieviel wirft die 10 -jährige Bundesanleihe z.Z. ab?

Makroökonomisch ist – im Gegensatz zu 2008 – auch kein „margin-call“ zu erwarten, d.h. zwangsweise Auflösung von gehebelten Produkten, denen das Underlying weggebrochen ist – wir erinnern uns: AAA-Anleihen auf den US/britischen/irischen/spanischen/  Häusermarkt in dessen Zuge das Eigenkapital des Banksystems sich in nichts auflöste und zu unser aller Ärger immer wieder befüllt werden muss.

Die Aktienmärkte sind  ein Opfer ihrer „Fungibilität“, der Algos und der schwellenden Angststarre – doch wie in den Neunzigern gelernt – jeder Dip der Märkte sollte als Nachkaufgelegenheit verstanden werden!

Schreibe einen Kommentar