Der Super – GAU – eine kritische Auseinandersetzung mit den möglichen Folgen

Japan – Das Leid will kein Ende nehmen oder ist das Schlimmste vielleicht doch endlich überstanden ?

(Up- Rimpar bei Würzburg) – Was ist das Schlimmste für Zuschauer ? Das Unangenehmste ist zumindest für mich das nicht Eingreifen und Handeln können. Mit Einstein und seiner berühmten Formel wurde vor rund 100 Jahren die Büchse der Pandora geöffnet. In einem rein mechanistischen linearen Weltbild, welches durch die Ingenieurswissenschaften  bis heute wirkt, glaubt der Mensch nicht-lineare Prozesse berechnen zu können.

Fukushima Reaktorkernbruch
Fukushima Reaktorkernbruch wikicommons

 

So sind die Entwickler der Reaktoranlage  von   Fukushima von Erdbeben bis 8,2 auf der Richterskala ausgegangen, allerdings ohne Kombination mit einem Tsunami. Zudem gilt das höchste Sicherheitskonzept welches nach Harrisburg entwickelt wurde:

 

Für ein Kernkraftwerk lassen sich folgende vier Schutzziele definieren:

Werden diese vier Schutzziele hinreichend eingehalten, sind große radiologische Unfälle nicht möglich. Umgekehrt bedeutet ihre Verletzung noch nicht zwangsweise einen Unfall, doch ist ein solcher dann nicht mehr zuverlässig ausschließbar. Die Bedeutung dieser Schutzziele wurde insbesondere nach dem Störfall im Kernkraftwerk Harrisburg erkannt. Seitdem werden in westlichen Kernkraftwerken diese Schutzziele unabhängig vom vorliegenden Anlagenzustand und vom auslösenden Ereignis einer Störung gezielt überwacht. Bei Gefährdung der Schutzziele werden Gegenmaßnahmen eingeleitet. Dadurch werden auch solche Fälle abgedeckt, bei denen die Betriebsmannschaft die vorliegende Störung nicht erkennt oder falsch einschätzt.

Also was ist hier schiefgelaufen ? Auslöser ist die Kombination aus Erdbeben und Tsunami. Dem Reaktor fehlte plötzlich der Strom zum kühlen….in der Folge erlebten wir seit Samstag Teilkernschmelzen, welche nicht beherschbar sind.

Vergleichbares lief in Harrisburg 1979 ab. Hier kam die Reaktion nach 5 Tagen zum Stillstand.

Am 28. März 1979 fiel im Reaktorblock 2 des Kernkraftwerks Three Mile Island (880 MWel) bei Harrisburg (Pennsylvania) im nichtnuklearen Teil eine Pumpe aus. Da das Versagen des Notkühlsystems nicht rechtzeitig bemerkt wurde, war einige Stunden später der Reaktor nicht mehr steuerbar. Eine Explosion konnte durch Ablassen des freigesetzten radioaktiven Dampfes in die Umgebung verhindert werden. Untersuchungen des Reaktorkerns, die unfallbedingt erst drei Jahre nach dem Unfall möglich waren, zeigten eine Kernschmelze, die allerdings noch vor dem Durchschmelzen des Reaktordruckbehälters zum Stehen gekommen war.[8] Dieser Unfall wurde auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse mit der INES-Stufe 5 eingestuft.

Das heißt wenn die Natur mit Japan noch ein bischen Einsehen hat, könnte die Anlage bis Freitag auf  natürlichem Wege  zur Ruhe kommen, d.h. die noch vorstellbaren Grausamkeiten wie China-Syndrom oder gar die unkontrollierte Verschmelzung zweier Reaktorkerne nach Durchdringung der jeweiligen “ Auffangbehälter“ bliebe im Reich der nichtlinearen Phantasie.

Die wäre der absolute Super – Gau, da so ein Szenario nirgends gedacht wurde.

Die Kapitalmärkte sind entsprechend nervös, denn nichts hassen diese mehr als Unsicherheit. Auch wenn sich z.Z. keine ratinonalen Auswirkungen ausser natürlich in Japan finden lassen, welche die Weltwirtschaft nachhaltig belasten könnten, so ist allein die Erkenntnis das wir immer wieder Spielball der Natur sind, entscheidungslähmend.

Dementsprechend finden sich zur Zeit weniger Käufer als Verkäufer und die willkommene Gelegenheit endlich so etwas wie ein Korrektur zu inszenieren, wird natürlich von den Short-Sellern gerne genutzt.

Und genau das ist zur Zeit das Bild: Auch nur die kleinsten positven Nachrichten werden eine heftige Short-Sqeeze auslösen.

Nichtsdestotrotz gilt es die nächsten Tage die Wirkungen auf die Wirtschaft und Politik  genauestens zu verfolgen, denn auch wenn noch nicht dagewesen, könnte sich hieraus eine auch länger Korrekturbewegung entwickeln. Aktuell stufe ich das Geschehen als „Korrektur im Aufwärtstrend“ ein.

 

3 Gedanken zu „Der Super – GAU – eine kritische Auseinandersetzung mit den möglichen Folgen“

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  2. ja… das kann passieren, allerdings ist mein Modell exzessiv stur. Wobei ich z.Z. auch nicht weiss ob ich dem trauen will. An der relativen Sicherheit von Sachwerten hat sich ja nichts geändert…die Liquidität wird eher noch steigen. Ruhe zu bewahren ist nicht nur in Japan Bürgerpflicht.

  3. Das Ausmaß an Unsicherheit hat in 2011 dynamisch zugenommen. Verkürzt gesagt: Es passiert zuviel zugleich.

    Von daher erwarte ich eine längere Korrekturbewewegung.

    Hochempfindlich reagiert die vorlaufende Börse immer auf Störungen in der Energieversorgung, dem Lebenssaft der Industriegesellschaft.

    Und die Energieversorgung muss neu durchgerechnet werden. Die Prämisse „Kernkraft liefert den günstigsten Strom“ ist im Hinblick auf die japanischen Folgeschäden obsolet. — Bis aber die Energiequellvarianten neu durchgerechnet sind, lässt sich die Börse Zeit.

    Die Seitwärtsbewegung des Jahres 2010 scheint sich zu verlängern.

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