Deutschland tilgt zum ersten Mal seit Adenauer nominal Staatsschulden!

Die Zahl des Jahres 2011!

USA:  Frühindikatoren steigen erneut stärker als erwartet!

Rimpar bei Würzburg (cogito-paul.de) – In den USA hat der Sammelindex der Frühindikatoren (Conference Board Leading Economic Index® (LEI) im Monat November einen unverhofft deutlichen Sprung nach oben gemacht. Damit sind diese Indikatoren, welchen eine Verlässlichkeit, ähnlich dem deutschen IFO-Index nachgesagt wird, zum dritten Mal in Folge angestiegen. Festzuhalten gilt das Sie vorher auch nur im Juni und September in Folge der Fukushima Katastrophe und dem – time lag – gefallen sind. Ohne Fukushima wären Sie -on hold- geblieben oder gestiegen.

Die Erkenntnis für Investoren sollte sich langsam bahnbrechen. Ein Rezessionsgespenst- sogar eine wirtschaftliche Depression – sind die unwahrscheinlichsten Prognosen.

Im Gegenteil- ähnlich wie im April 2009 – auch falls ich mich wiederhole, war die Datenlage ähnlich. die Psychologie interessanterweise noch nicht so angeschlagen, denn seit diesem Zeitpunkt begleiten uns die unvorstellbar gr0ßen Zahlen und das mediale Rumgehacke auf diesen. Einfachstes positives Beispiel:

55.500.000.000 ,- € ist für mich die Zahl des Jahres. Erinnern Sie sich noch? So viel weniger Schulden hat die Bundesrepublik durch die Eulenspiegelei der Bilanzierung durch externe Datenlieferanten. Kennen Sie die zweitwichtigste Zahl des Jahres?

28.000.000.000,- € ! Dies ist die Summe an „eingesparter Neuverschuldung“ im diesjährigen Bundeshaushalt durch die überraschend höheren Steuereinnahmen. Doch dies ist zugegebenermassen die selbe Eulenspiegelei wie die klassische Aussage der/des  Frau/Mannes, wenn Sie/er vom Shoppen kommt:

Schatzi ich habe heute 200,- € gespart….glatt 50% ( Sie bei Schuhen, er beim Bohrer)

Was man als Erstes als Investor lernen muss, ist die psychologische Verarbeitung von großen Summen und die etwas schizophrene Trennung zur alltäglichen Wahrnehmung. Man muss lernen in Prozenten zu denken und sich  immer wieder seine langfristigen Ziele klar werden und die Erwartungsrendite in den Kontext mit dem Chance/Risiko Profil setzen.

Die 55 Milliarden entsprechen 2,6 % der aktuellen Staatsschuld. Die 28 Milliarden bringen –gar nichts…denn die Neuverschuldung sinkt damit auf nur ca. 20 Milliarden, was defacto unterm Strich eine Minimierung der deutschen Staatsschuld von ca. 1.9 % in 2011 bedeutet.

Doch dies ist  ein historisches Ergebnis. Denn wann hat der deutsche Staat zuletzt tatsächlich in einem Jahr seine nominale Staatsschuld verringert? Also meiner Meinung nach wird dieses Ergebnis medial viel zu wenig gewürdigt!

Nachfolgend der Stand 2010 – Quelle Statistisches Bundesamt

31.12.2010 9 2 011 537 24 606 7 339 123 569 1 629

31.12.2011  an – 55,5 Milliarden + 20 Milliarden  : Wir sollten wieder unter den 2 Billionen landen!

Prost!

 

Frohe Weihnachten

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3 Gedanken zu „Deutschland tilgt zum ersten Mal seit Adenauer nominal Staatsschulden!“

  1. Vielen Dank Herr Handik,

    und schön eine pregnante Zusammenfassung der „Probleme“, welche uns historisch betrachtet ca. 10 Jahre begleiten werden.
    Das Ziel für die „gesättigten Volkswirtschaften“ muss es sein, ordnungspolitische Rahmenbedingungen bei gleichzeitigem Auskommen mit den bestehenden Staatshaushalten zu erreichen.
    Das dies geht, kann im Kleinen an dem Königreich Schweden als Blaupause dienen.
    Schwere Bankenkrise Anfang der Neunziger, „Bankrott“ um 97, seit dem Rückführung der Staatschuldenquote auf aktuell 37 %.

    Schweden möchte übrigens mittelfristg den Euro..so die letzten Aussagen der schwedischen Administration.
    Zu Italien gibt es ein Hoffnungszeichen:

    Rom (BoerseGo.de) – Das finanziell angeschlagene Italien kann aufatmen, die Spar-Politik der neuen Regierung Monit scheint den Finanzmärkten Vertrauen zurückzugeben. Rom hat sich an diesem Mittwoch zu deutlich niedrigeren Zinsen am Geldmarkt refinanziert. Bei einer Auktion sechsmonatiger Anleihen musste das Land 3,25 Prozent Zinsen auf seine Anleihen begeben, wie die nationale Schuldenagentur in Rom mitteilte. Bei der letzten vergleichbaren Auktion im November belief sich die Rendite noch auf 6,5 Prozent. Die Nachfrage-Quote lag diesen Mittwoch bei 1,7 Prozent, zuvor waren es 1,47 Prozent. Bei der Auktion einer Anleihe mit einer Laufzeit bis 2013 fiel die Rendite von 7,814 Prozent im November auf 4,853 Prozent. Hier wurde 2,24-fach überzeichnet. Insgesamt nahm Italien mit den Platzierungen über 10,7 Milliarden Euro ein, geplant waren 11,5 Milliarden Euro. Am Donnerstag sollen weitere Papiere im Volumen von 8,5 Milliarden Euro verkauft werden. Italiens Auktionen gelten als Frühindikator für 2012, wie gut sich das Land und auch die anderen Euro-Staaten im ersten Quartal werden refinanzieren können. Die Finanzmärkte zeigen sich erleichtert. Der DAX reduzierte nach der Auktion seine Verluste deutlich. Aktuell steht der Index nur marginal im Minus.

    Das spannendste an 2012 wird der 21.12.

    Wird der Maya- Kalender einfach von vorne beginnen ?

    Guten Rutsch allen aktiven und nur Lesenden!

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  2. Hallo Hr. Paul,

    ich möchte Ihnen und den Mitlesern der Seite einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen.^^

    Ein Problem scheinen ja mit der zunehmenden Herabstufung durch Moodys und anderen amerikanischen Ratingagenturen (S&P) die dadurch neu entstandenen Schuld-Zinsen mehr und mehr zu werden.
    Europa müsste selbst relevante Ratingagenturen entwickeln, die sich für den Eingriff der Amerikaner bedanken… die zwar de Facto selbst bankrott sind aber noch immer die guten Ratings ihrer Gesellschaften im eigenen Land genießen. Ich denke dann wäre die Eurokrise bald kein Thema mehr…

    Andererseits scheint es grade mit Italien wirklich eng zu werden. Ich zitiere hier mal Kyle Bass einen amerikanischen Hedgefondsmanager aus der Titelstory des Spiegel (Nr.50 S. 66): „So rechnet er aus, dass Italien 5 % Wirtschaftswachstum brauchte, um seine Schuldenzinsen von 7 % tragen zu können. Aber Italiens Wirtschaft wird auf absehbare Zeit nicht um 5 % wachsen. Was Folgt daraus?“ … „Auch Italien braucht einen Schuldenschnitt und einen Neustart.“

    Da der Rettungsschirm die Summe für Italien bisher nicht hergibt stellt sich hier schon wieder die Frage…
    Schuldenschnitt, Hilfe der EZB (munteres Scheinedrucken bzw. Anleihenkauf mit weiterem Inflationsschub), IWF-Hilfe oder, oder?

    Sachwertanleger die in Immobilien oder Aktien anlegen wird die Inflation weniger treffen.

    Deutschland als Land der Sparbuch- und Anleihen-Sparer (Geldwerte die in den meisten Lebensversicherungen bestimmend sind) wird dagegen in den meisten Haushalten herbe Verluste erleiden.

    Zuerst wurde die Krise herbeigeredet und jetzt manifestiert sie sich langsam real.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bernd Handik

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