Die heftigste technische Korrektur der Börsengeschichte oder

die Inszenierung einer mächtigen Interessengruppe ?

(UP- Rimpar bei Würzburg) – Die letzten zwei Wochen an den Kapitalmärkten werden hoffentlich keinen bleibenden Eindruck im Gemüt der Investoren und vor Allem des Privatfrau/mannes hinterlassen. Die Kapitalmärkte sind einst als „Ideen – und Kapitalsammelstelle“ risikofreudiger Entrepreneurs und Unternehmer entstanden. Entstanden ist aber auch zusehends – über die Deregulierung der Finanzmärkte und neoliberale Thesen und falschen Theorien – ein Markt, welcher sich – wie es scheint- anschickt die Politik und die Realwirtschaft vor sich her zu treiben. Was im Bezug auf die Lösung der Staatsfinanzen sogar der rechte Warnschuss zur richtigen Zeit ist.

Die FAZ veröffentlichte heute einen zwingend zu lesenden Artikel:„Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“.

 

Das die seit April 2009 beschloßenen Massnahmen der G 20 immer noch ihrer Umsetzung harren, sei hier nur am Rande erwähnt.

Widmen wir uns nun dem Geschehen an den Kapitalmärkten:

Zu dem Geschehen der letzten zwei Wochen stelle ich zwei Arbeitshypothesen  und eine Spekulation vor:

1. Die heftigste technische Korrektur der jüngeren Börsengeschichte!

Nun ich muss die Jahresprognose für 2011  für unseren Stubentiger hiermit kassieren. Allerdings ist es bei weitem nicht so schlimm, wie es zur Zeit in der medialen „Krisen und Kriegsberichterstattung“ prognostiziert wird. Was leider nicht heißt, das es diesmal zum ersten Mal gelingen kann, tatsächlich die Realwirtschaft aufgrund negativer Rückkoppelung in einen Abschwung zu zwingen. Unser Kapitalmarktmodell ist seit Entwicklung zum ersten Mal von Hausse direkt und ohne Umwege auf Kaufniveaus nach einer Baisse gesprungen.

Was heißt das: Die aktuellen Kurse – sind auch bei einem heftigeren Abschwung der Weltwirtschaft Kaufniveaus. Nach Modellvorgabe sollten die Kurse demnach in 12 – 18 Monaten höher als aktuell stehen. Dann ist das Ganze nichts weiter als eine übertriebene Version der 2004 – Korrektur- der letzte Zeitraum bei dem das Modell die Korrekturbewegung im mittelfristgen Zeitfenster nicht anzeigte.

Erläuterung: Ich veröffentliche „nur“ eien Teil der technischen Komponenenten

Das Cogito-Kapitalmarktmodell umfasst noch vielfältige fundamentale und sentimenttechnische Daten, welche nach einem nichtlinearen Logik das Chancen -und Risiko- Potential für den langfristigen Investor misst.

2. Arbeitshypothese:  Das reale Worst-Case -Szenario !Rückfall in die Rezession/Depression

Die aktuelle Bewegung ist nur der Anfang vom unausweislichen Ende des Kapitalismus:

Die seit 2008 von einigen Pessimisten herbeigesehnte These des Weltuntergangs, mit der Hoffnung auf Revolution, Krieg und Unruhen.  Nein – Weltuntergangsthesen sind einem gewissen Menschenschlag zu eigen, doch in der Regel keine seriöse Arbeitsgrundlage. Doch die These des „Double-Dips“ bzw der Rückfall in die Rezession gilt es ernsthaft für die nächsten Monate zu prüfen.

Die Diskussion um die Schuldenkrise des Westens ist bekannt, auch meine Einschätzung hierzu. Was mich insgesamt für die Weltwirtschaft und die USA im Besonderen, als nach wie vor größte VW im Gegensatz zu 2007/8 weiterhin zuversichtlich stimmt, sind die geänderten Rahmenbedingungen, auch wenn an diesen noch sehr hart regulatorisch und politisch gearbeitet werden muss.

– Das Bankensystem ist im Großen und Ganzen saniert. Das heißt die Banken selber können als Stabilisator auftreten. Diese Möglichkeit mussten 2008 die Notenbanken übernehmen.

– Das Zinsniveau ist historisch niedrig  ( Artikel aus 2010 hierzu)und wird mindestens noch bis 2013/14 so bleiben. Insgesamt sind damit keine negativen Prolongationseffekte für Unternehmen und Privatleute verbunden, welche noch 2007/8 zu unzähligen Zwangsliquidationen führten.

– Das demoskopische Argument: die süße Pille des Wohlstandes greift in Asien weiter um sich, mittlerweile sind sogar einige afrikanische Länder hiervon infiziert.

Bewertungstechnisch:  Unternehmen und der Privatsektor  ersticken im Cash und die meistern haben ihre Fremdfinanzierungsquote zu 2008 drastisch gesenkt. Damit sind Sie handlungsfähiger und gesünder. Auch wenn man für 2011 eine Rezession von – 2 % einpreist, so steigt das KGV beim DAX von aktuell 9 auf 12- 13 . Der Bondmarkt ist aktuell wieder bei einem KGV von sage und schreibe 33! bei den 10 Jährigen  und bei den 5 Jährigen sogar bei 45!

Dies lässt nur folgenden Schluss zu und damit kommen wir zur Spekulation:

Der inszenierte Crash?

Vorne weg: Jede große langfristige  Korrektur liess sich im Vorfeld kausal in den entsprechenden Parametern  erklären. Was sowohl 2000 als auch 2007/8 zu eigen war, ist der Umstand das die  realen Wachstumsraten bereits einige Quartale im signifikanten Bereich schwächelten. ( ich rede nicht von einer Abkühlung auf hohem Niveau  wie es aktuell der Ifo-Index für D  anzeigte, sondern von tatsächlicher realer Schwäche in einigen weltweiten Kernzonen ( z.B. seit viertem Quartal 2006 die margin calls auf die  US- Immobilienmärkte, GB, Spanien, Frankreich).

Die aktuelle Bewegung an den Kapitalmärkten zeigt folgende Auffälligkeiten. Ich werde diese  nur Auflisten und bitte Sie sich selbst darüber Gedanken zu machen.

– Technisch vergleichbar mit der Zwangsliquidation im Januar 2008 . Herr Kerviel soll  damals mit seinen Engagements zwangsaufgelöst worden sein .

– Im Februar 2009 gab es eine ähnliche Bewegung, damals wurde kurz über die Zwangsliquidation eines Hedgefonds spekuliert.

Und was ist,  wenn das was wir die letzten zwei Wochen erlebten eine geplante Aktion war?

Ist es nicht auffällig  das die asiatischen Märkte die Bewegung  kaum mitmachen ?

Ist es bekannt, das einige asiatischen Adressen sich weltweit in Sachwerte und Grundflächen massiv einkaufen?

Historisch betrachtet wurde Geld gerne zur Aufrüstung von Armeen genutzt. Warum diesen Umweg gehen, wenn ich an Patente und Resourcen gesunder weltweit agierender Unternehmen kommen kann, indem ich mit meiner Liquidität so etwas wie „Frontrunning bzw. Churning“ im ganz großen Stil inszeniere?

Die abschließende Frage bleibt, welche Institution hat die Macht und die Resourcen ( im Sinne von Liquidität) und ist bekannt für sein historisches Händlergeschick?:-)

Also meine persönliche Einschätzung ist…man sollte ähnlich kühl die Chancen und Risiken analysieren, wie es diese imaginäre Macht in obiger Verschwörungstheorie getan hat.

Sprich steuerfreie Positionen aus 2008 sind vorwiegend tabu, ausser zu Rebalancingmassnahmen und aktuell sollte man im kurzfristigen Zeitfenster ( Tradingkapital)  einen Re-Test bei 6300 – 6500 Dax Punkten erwarten, aber gleichzeitig die Zone um die 5829 Punkte  ( Wochenschlusskurs) im Blick behalten.

Ein lesenswerter Artikel zu Anlagestrategien und dem psychologischen Verhalten in Krisen wurde gestern von meinem Kollegen Loomann in der FAZ veröffentlicht.

5 Gedanken zu „Die heftigste technische Korrektur der Börsengeschichte oder“

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  2. Mein Uralt-Modell hatte zuerst gewarnt (wie berichtet) und ist dann am 21.7 (gerade noch vor dem Urlaub) auf SELL gesprungen.
    Gar nicht schlecht, das Schätzchen.

    Es antizipiert schlichtweg eine Rezesion in der „alten Welt“, zu der Europa und die USA gehören.

    Fundamental kann ich diese Warnung auch verstehen. Alle großen Staaten dieses Bereichs habe sich jetzt auf SPAREN geeinigt
    ….Brüning lässt grüssen….wobei MEHR SCHULDEN für investive wie auch konsumtive Maßnahmen richtig wären, gepaart natürlich mit radikalen Strukturreformen für ineffiziente Länder wie Griechenland und den Aufbau einer kompetenten Wirtschaftsregierung innerhalb der EU. Radikal wären natürlich auch Eurobonds (Helmut Schmidt spricht von „Haftunsgemeinschaft“) oder Rückabwicklung des Euro. Dazwischen gibt es nichts.
    Und das Industrieland „D“ schneidet sich gerade von einer sicheren und bezahlbaren eigenen Energieversorgung ab, weil die Dame im Kanzleramt „Panik“ bekommen hat.
    Panik und oberste Führung vertragen sich nicht.
    So haben inzwischen mehrere große DAX-Firmen (u.a. Bayer) mit der Produktionsverlagerung ins Ausland gedroht, zu Recht auch.
    Unbezahlbare Energiekosten kann sich keine große Industriefirma leisten, nebenbei kein Land der Welt.
    Und wenn man denn ungläubig mitbekommt, dass in Südwestdeutschland dilletanisch im großen Stil nach Erdwärme gebohrt wird und dabei ganze Stadtteile von „Stauffen“ und „Leonberg“ durch Erdanhebungen um bis zu 40 cm zerstört wurden, dann ist, mit Verlaub, die goldene Zeit in D schon wieder vorbei.
    Mit dieser Dame wird das hier zur „DDR-Soft“.

    Das Wachstum in den großen, hier fast unbekannten Asean-Staaten sowie in Südamerika geht weiter. Von daher bin ich überhaupt nicht pessimistisch für Aktienmärkte.
    Da haben wir, wie Sie ausführen, eine heftige Korrektur.

    Aber dieses unvorstellbar amateurhafte Agieren dieser Bundesregierung in der Energiefrage (der alte rot-grüne Ausstiegsbeschluss mit Augenmaß war doch o.k.)
    kommt uns teuer zu stehen und legt irgendwann den letzten Finanzier der Euro-Zone lahm.

    Von daher: Besser woanders investieren.

  3. Dumme Fragen

    „Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten“, glaubt das Volk, und fragt immer wieder die hohe Politik, mit welcher Finanz- oder Wirtschaftspolitik die „Finanzkrise“ zu beenden sei. Die dummen Antworten der Politiker werden immer erst im Nachhinein als solche erkannt, was das Volk nicht davon abhält, weiterhin dumme Fragen zu stellen. So fragen jene, die sich haben einreden lassen, die „Finanzkrise“ sei schon beendet, mit welcher Finanz- oder Wirtschaftspolitik die „Schuldenkrise“ zu beenden sei.

    Das erkenntnistheoretische Problem besteht darin, dass eine intelligente Frage nur stellen kann, wer den Großteil der Antwort schon kennt. Die erste intelligente Frage lautet: Warum glauben Politiker, es könnte überhaupt eine wie auch immer geartete Finanz- oder Wirtschaftspolitik geben, um die „Finanzkrise“ (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes) zu beenden? Die Antwort formulierte der Freiwirtschaftler Otto Valentin in einem Satz:

    „Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.“

    (aus „Warum alle bisherige Politik versagen musste“, 1949)

    Daran hat sich bis heute nichts geändert, bis auf die Tatsache, dass der Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – nur solange der Vater aller Dinge sein konnte, wie es noch keine Nuklearwaffen gab! Es bleibt also nichts anderes übrig, als die „Mutter aller Zivilisationsprobleme“, die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, endlich durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform abzustellen. Weil aber „Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ (Silvio Gesell, 1916) wiederum das, was wir heute – am Ende des zivilisatorischen Mittelalters – als „hohe Politik“ bezeichnen, überflüssig macht, kann ein Politiker die freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus (echte Soziale Marktwirtschaft) gar nicht erst andenken.

    Die zweite intelligente Frage lautet: Welcher kollektive Wahnsinn ließ die halbwegs zivilisierte Menschheit Massenarmut, Umweltzerstörung und Krieg in Kauf nehmen und heute vor der größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte stehen, statt in allgemeinem Wohlstand auf kaum noch vorstellbarem technologischem Niveau in einer sauberen Umwelt und selbstverständlichem Weltfrieden zu leben? Die Antwort auf diese Frage führt über das größte Mysterium der modernen Kunst zum größten Geheimnis der Menschheit:

    „Man bedenke, es handelt sich nur um einen Roman. Die Wahrheit wird – wie stets – weit erstaunlicher sein.“

    Arthur C. Clarke, Vorwort zu „2001“

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert
    http://www.deweles.de/willkommen.html

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