Die Templeton-Strategie…oder weshalb die nächsten zehn Jahre einzigartig werden könnten…

Templeton und seine bis heute bekannten Fonds haben einen Mythos begründet, welcher bei genauem Hinsehen durchaus einige Zweifel aufwirft.

In der Regel wird Templeton in einem Atemzug mit Graham genannt, bekanntermassen auch der Lehrer von Warren Buffet. Sie stehen für die akribische, fundamentale Analyse welche unterstellt, das man unterbewertete Unternehmen  am Aktienmarkt zu einer „Peer-Group“ oder dem Index findet und bei entsprechendem „Geschäftsmodell “ der Unternehmen einfach wartet, bis der Markt dieses ausgleicht und so eine Überrendite zur Benchmark generiert. So verstehe ich zumindest „Graham“…die reduzierte Version des „Value-Investing“ geht einen Schritt weiter und postuliert, das es ausreicht unterbewertete Titel zu erwerben.

Was keiner mehr weiß, ist die ursprüngliche Überlegung welche Sir John Templeton Anfang der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts traf und die erst die Gründung des „Templeton Growth Fund “ ermöglichte.

Interessant ist ja bereits, das der Fonds den Zusatz Growth trägt…welches ja grundsätzlich einen anderen Anlagestil bezeichnet.  Auffällig ist auch- ähnlich wie bei Buffet- das der „Value-Ansatz“ seit 1998 nicht meht trägt. Historisch wird der Tag des Beginns des „Quantitativ-Easings“ wahrscheinlich auf das vierte Quartal 96 festgelegt…folgende Grafik verdeutlicht dies am Ehesten:

welche Wirkung es auf die Märkte hatte:

Blase ?

Nun ..das ist die Erkenntnis der jüngsten Vergangenheit…Im langfristigen empirischen Kontext kann man die „makroökonomische Ausgangslage“ aktuell mit Anfang der Fünfziger vergleichen:

John Templeton  suchte 1949 100 Investoren welche je 1.000,- US Dollar bereit waren zu investieren. Dann ging er her und suchte 100 börsennotierte Unternehmen und investierte zu gleichen Teilen die Gesamtsumme.

Interessanterweise war das Auswahlkriterium das keines der Unternehmen mehr wie 1 US $ kostete.

In einer weiteren Quelle steht..das dies eine erprobte Strategie war:

John Templeton ist in seiner Anfangszeit bedeutende Risiken eingegangen in seinem Unternehmen und bei seinen Investitionen.

Als er noch das College besuchte, hat er mit Begeisterung gepokert.

Im Jahre 1939, als er seinen ersten Schritt an die Börse wagte, hat er sich 10.000 $ von seinem Boss geliehen, um auf die 104 Aktien zu wetten, die an der NYSE für unter einem Dollar zu kaufen waren. Ein hoher Prozentsatz dieser Firmen stand kurz vor dem Bankrott, was Templeton aber nicht abschreckte, denn er ging davon aus, dass sie sich im Laufe der Kriegswirtschaft wieder erholen würden. (Wie Sie sehen zahlt es sich aus, einen korrekten “Makro” Gesichtspunkt der Welt zu haben).

Vier Jahre später hatte er all diese Aktien verkauft, seine Schulden zurückgezahlt und einen netten 40.000 $ Profit eingestrichen.

So hat er seine ersten Erfahrungen gemacht und seinen Weg zum Erfolg begonnen. Die Idee dahinter ist einfach.

Auch wenn einige Unternehmen Konkurs gehen, erwische ich  welche, die  den Verlust mehr als wettmachen.

Wichtig ist der Verweis auf die Macrolage ! Denn in „schwächelnden oder seitwärtstendierenden Märkten“ wird die Ausfallquote dementsprechend hoch sein!

Die aktuellen empirischen Wahrheiten:

Nach 5 Jahren sind 90 % ! aller Start Ups….Schnee von gestern.

Die Zehn- Jahres Bilanz an Unternehmen die es an die Börse schafften, sieht nicht viel besser aus. Doch dies ist auch ein Qualitätsmerkmal, welches man im Sinne einer adaptierten auf die heutige Zeit angepassten „Templeton-Strategie “ in Erwägung ziehen sollte.

Interesse ?

schönes Wochenende

Up

5 Gedanken zu „Die Templeton-Strategie…oder weshalb die nächsten zehn Jahre einzigartig werden könnten…“

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  2. Grade Unternehmen mit großen Schwierigkeiten werden von den Börsen überproportional abgestraft (wie in einem Crash die jeweilige Branche, die vom Crash betroffen ist). Der überwiegende Teil erholt sich wieder.Ich möchte hier neben Sir Templetons Strategie noch eine ähnlichen Ansatz von Benjamin Graham erwähnen.

    Graham hat hierzu die „Zigarrenstummel Strategie“ entwickelt.
    Die unter Druck geratenen Unternehmen werden nach ihren Vermögenswerten untersucht.
    Liegt der Kurswert noch unter dem Liquidationswert des Unternehmens geht der Investor praktisch kein Risiko ein, wenn das Unternehmen untergeht. Er nimmt dann einen letzten kräftigen Zug aus der „Zigarre“ – bis sie verlöscht.
    Erholt sich das Unternehmen doch noch hat man den Kursvorteil.

    Nachteil dieser Strategie:
    Da die heutigen Unternehmen oft stärker verschuldet sind als zu Zeiten Grahams gibt es heute wahrscheinlich weniger auf die diese Strategie zutrifft.
    Die Strategie ist recht arbeitsaufwendig und abhängig von aktuellen Informationen (aus einem Insolvenzverfahren zum Beispiel). Man muss auch sinnvoll den Liquidationswert eines Unternehmens abschätzen können, was von Branche zu Branche unterschiedlich ist. (Graham gibt dazu Anleitungen in seinem Buch „Wertpapieranalyse“.)

    Ist man jedoch recht sicher über die Vermögenslage informiert und streut man noch ausreichend auf mehrere Unternehmen ist das Risiko begrenzter als mit Templetons Strategie allein.

  3. Es liegt in der Tat eine historisch einmalige Situation vor. Hohe Liquidität, sehr niedrige Bewertungen am Aktienmarkt, gut aufgestellte Unternehmen mit prall gefüllter Kriegskasse, anziehende Konjunktur, und dazu eine nie gesehene Überbewertung am (Staats-)Anleihemarkt mit KGVs bis zu 50.
    Ich bemerke in Gesprächen in D immer wieder eine Fixierung auf die „8.000er“.
    Sollte man die klugerweise aus seinem Gehirn löschen?

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