Die widersprüchliche Leichtigkeit der Prognostik

Also das ist gelinde gesagt „skurill“- was das DIW hier orakelt:

Sowohl aus dem Inland wie auch aus dem Ausland sind die Neuaufträge für die Industrie zuletzt spürbar gesunken. Dies spricht für weitere Rückgänge der Industrieproduktion. „Der Trend scheint anzuhalten“, kommentierte DIW-Konjunkturexperte Simon Junker die Entwicklung der Auftragslage: „In Umfragen haben die Unternehmen weitere deutliche Rückgänge bei der Nachfrage signalisiert“. Vorübergehend dürften die unsicheren Aussichten für die Eurozone nach Einschätzung des DIW Berlin nicht nur die Exporte belasten, sondern auch den Konsum bremsen und den bislang kräftig anziehenden Ausrüstungsinvestitionen einen Dämpfer verpassen.

So nun lassen wir den Verband der Industrie mit heutiger Meldung zu Wort kommen:

Nach dem Turboaufschwung der vergangenen Monate steuert die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie wieder in ruhigeres Fahrwasser. Im dritten Quartal 2011 ist der Auftragseingang um 29 Prozent gestiegen. Die Inlandsbestellungen nahmen um 33 Prozent zu, die Auslandsorders um 27 Prozent. Insgesamt hat die Nachfrage in den ersten neun Monaten 2011 um 74 Prozent angezogen. Inländische Kunden fragten 71 Prozent, ausländische Abnehmer 76 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum nach.

und die Meldung für den Gesamtverband von heute:

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich August bis Oktober 2011 ergibt sich insgesamt ein Plus von fünf Prozent im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von acht Prozent und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von drei Prozent.

„Im Oktober ist es dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau abermals gelungen, im Auftragseingang ein – wenn auch kleines – Plus zu erwirtschaften. Der von manchen befürchtete Einbruch bei den Bestellungen ist weiter ausgeblieben. Der sich fortsetzende Tempoverlust der Maschinennachfrage dürfte in erster Linie zyklisch bedingt sein“, kommentierte VDMA Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

 

Also, ich weiß nicht, ob Sie es schon wussten, doch Auftragseingänge werden in der Zukunft abgearbeitet. Bei Vollauslastung muss man in der Regel ein bisschen warten und erst nach Erstellung und Bezahlung geht das Ganze in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung des BIP ein.

Daher tue ich mir persönlich schwer zu verstehen wie das DIW auf einen BIP-Einbruch oder eine technische Rezession kommt, welcher über die Industrieproduktion induziert sein soll.

und das ganze auch noch vor Weihnachten…

wo doch der inländische Konsum sowieso immer anzieht, was auch die letzten Daten des Einzelhandels und  der Dienstleistungen bestätigten.

Wenn sich da  nicht gewaltiges „Überraschungspotenzial“ zusammenbraut…?

 

Ein Gedanke zu „Die widersprüchliche Leichtigkeit der Prognostik“

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