Do the Twist! Was will Heli-Ben?

 

Ob Urschrei Theraphie hilft? Zumindest entspannt es!

Der Entzug der Droge Zentralbankgeld – und die Enttäuschung der Zockerkaste!

(Rimpar bei Würzburg-UP) – Eine nominal enttäuschende Woche für Investoren neigt sich ihrem Ende entgegen. Die Hoffnung der Drogensüchtigen auf ein Quantitativ Easing 3 der amerikanischen Notenbank wurden nicht erfüllt. Doch wie so oft verstellt der kurzfristige Blick auf den Depotauszug die Möglichkeiten, welche sich nachhaltig und langfristg – doch auch bei Erkennen der bestehenden Irrationalität, auch sehr kurzfristg- für die Aktienmärkte ergeben.  Lässt man die letzten acht Wochen Revue passieren, so sind einige irrationale Nichtlinearitäten zusammengekommen, welche auch zum ersten Mal in der Geschichte unseres Modells im Vorfeld in dieser Stärke und Heftigkeit nicht angezeigt wurden.

Was ist passiert?

Wir wissen mittlerweile das die Vermutung der anfänglichen heftigen Augustbewegung offensichtlich einen realen Hintergrund hatte:

–  Die UBS meldete das einer ihrer Händler mal wieder ungedeckt und durch die Kontrollen gerutscht zocken durfte. Wer sich mit den Mechanismen auskennt, der kann sich leicht ausrechnen mit wieviel Kapital der Händler spielte, wenn ein Schaden von 2,3 Milliarden auflief. – Theorie des Margin Calls – Zwangsliquidation der offenen gehebelten Positionen !

High Frequenz Trading — wurde letzte Woche von mir ausführlich behandelt…Eine Form des modernen Diebstahls, da es keinen Zweck erfüllt. Eine Randmeldung welche auch kaum Beachtung fand:

Die Auflösung des Flaggschiffs in diesem Bereich von Goldman Sachs.

– Automatisierte Stop-Loss Strategien  und ein Frontrunning der informierten Kreise? Welchen Grund hatte S&P am Wochenende die Herabstufung der USA auf AA zu veröffentlichen?

– Staatsschuldenkrise:

Hier bleibt die grundsätzliche Überlegung zur Fristentransformation und der Duration von Staatsschulden die einzige rationale Überlegung.

Werter Leser stellen Sie sich  bitte die Frage, womit bezahlen Staaten ihre Schulden und Zinsen ?

An genau diesem Punkt arbeiten die Notenbanken nun seit 2008 sehr hart, da Sie von der Politik schlichtweg im Regen stehen gelassen werden. Leider mussten die Notenbanken seit 2008 feststellen, das die selben Typen in den Banken und Ratingagenturen  sitzen, welche den ganzen Schlamassel 2008 angerichtet haben. Dementsprechend ist das Verhalten auch verständlich , welches die Privatbanken mit dem billigen Geld der Zentralbanken anstellen.

Überspitzt gesagt – borgt sich das Banksystem für lau das Geld der EZB oder FED und legt dieses in kurzlaufenden Staatsanleihen z.B. in griechische an.

Also die zahlen 1,75 % an die EZB und wollen vom griechischen Steuerzahler 12 %  plus 100% Rückzahlung. Die Amis haben das natürlich vorwiegend mit amerikanischen Anleihen gemacht. Der Spread ist hier nominal. Entsprechend der Eigenkapitalrichtlinien der Banken kommt hier natürlich noch ein Hebel hinzu. ich verweise hier auf den Unterschied zwischen IRR und effektiver Rendite.

Das war und ist ein Bomben-  und vor Allem sicheres -Geschäft für alle die Zugang zu dieser Quelle besitzen.

Leider ist damit der Zweck bzw. die Intention der Notenbanken unterlaufen…diese wollen eigentlich das reale wirtschaftliche Wachstum ankurbeln. Erschwerend für die USA kommen auch noch die revolviereden Kredite bzgl. des Immobilienmarktes hinzu, da ein großteil dieser in 2011 zur Prolongation ansteht.

Und genau an diesem Punkt setzt nun die Fed mit ihrer „Operation Twist“ an.  Zum einen erschwert Sie mit diesen Massnahmen durch die Abflachung der Zinsstrukturkurve die „risikolose Tansformation“ ihrer eigenen Gelder zu Lasten der amerikanischen Steuerzahler  – und  sollte damit den Bankenapparat bewegen sich wieder auf das ursächliche Geschäft mit der Realwirtschaft zu konzentrieren. Gleichzeitig stellt Heli-Ben damit aber auch sicher, dass es bei der Prolongation am Häusermarkt nicht zu ähnlichen Verwerfungen führt, wie 2007/8 als plötzlich aus den variablen Darlehen doppelte Zinsbelastungen für die uninformierten Häuslebauer anstanden und viele zur Abgabe ihres Hausschlüssels zwang.

Nichts anderes macht z.Z. die EZB nur mit anderer Baustelle. Da die europäische Politik von einer Widersprüchlichkeit in die nächste trudelt- und vor Allem die Südländer sich schwer tun den Schlag der Stunde zu verstehen- übernimmt Sie gezwungenermassen die Rolle, welche auch die europäischen Banken nicht ausfüllen wollen, da Sie ebenfalls mit „sicheren Zockereien beschäftigt sind“. Sie hält die Sache am Laufen.

Was bedeutet das für den realwert- orientierten Investor der sich auf Alles vorbereiten muss?

Die Investierten aus 2008 müssen sklavisch durchhalten, diejenigen welche neben dem Betongold langsam ein mulmiges Gefühl mit ihren Anleihen und Festgeldkonten befällt, sollten sich trotz der hohen Volatilität an den Aktienmärkten Gedanken über die relative Sicherheit ihres Portfolios machen. Hierzu verwiese ich auf einen pragmatischen Artikel von Voker Looman in der FAZ:

Es ist viel Liquidität im System es muss nur den richtigen Weg zur Vernunft zurückfinden. Bei Renditen um 2 % bei 10 jährigen Bundesanleihen ( dies entspricht einem KGV von 50 !!!!) und einer Inflationstate von aktuell 2,5 % mit Ziel 2 % für 2012 —  ist dies ebenfalls eine schleichende Kaufkraftentwertung.

Im Gegensatz dazu gibt es unseren Stubentiger mit einem KGV von 11 ! (Schätzung für 2012- 25 % Gwinnschrumpfung berücksichtigt….bedeutet Stagnation bzw. nominale Rezession im erstenund zweiten Quartal 2012!)

Doch die Daten welche mittlerweile vorliegen deuten aus fundamentaler Sicht sowohl in USA, Japan und Deutschland auf ein „Soft-Landing“ hin. Demzufolge sollten wir auch nach Verarbeitung des Sommerschrecks und bei Lösung des Griechen-Problems wieder durchstarten können. Fundamental ist die aktuelle Abschwächung nicht viel mehr als die typische saisonelle Verschlechterung wie wir Sie seit jeher feststellen konnten.

Also  ….die Leier bleibt die Gleiche: Aktien sind spottbillig…der Vorrat an Schlaftabletten ist aufzustocken…

wie auch die Welt heute meint:

Aber selbst wenn man das Schlimmste befürchtet – eine Hyperinflation oder den Zusammenbruch des Finanzsystems -, dann ist die schlechteste Strategie, sein Geld auf Konten zu legen oder in Anleihen zu stecken. Gerade extreme Krisen meistern Aktionäre am besten, während Besitzer reinen Geldvermögens die großen Verlierer sind.

 

6 Gedanken zu „Do the Twist! Was will Heli-Ben?“

  1. Pingback: bodybuilding.com
  2. Sehr gut gefallen hat mir Ihre Beschreibung der Unwucht zwischen den (riesigen) Geldmengen der Kaste 1 (Investmentbanker — s. UBS— s. 2,5Mrd. Verlust) und den vergleichsweise kleinen Geldmengen der Kaste 2 (Real-Investoren, Unternehmer.)

    Auch in puncto Gold stimme ich Ihnen zu.
    Der Besitz in den USA wurde über Nacht verboten, und das meiste lagerte – wo sonst ?-
    in den tagsdrauf konfiszierten Bankschließfächern.

    Nur in puncto Währungen resp. Hartwährungen widerspreche ich vehement.
    Wer in D in den 30iger Jahren Devisen besaß, war König.
    Hierzu meine Familiengeschichte:
    Einer meiner (4) Großväter war mittlerer Landwirt, hatte sein Vermögen in „sichere“ Reichsanleihen investiert — und war pleite.

    Ein anderer meiner (4) Großväter war mittlerer Unternehmer und hatte durch Handel Geld in Hartwährungsländern (seinerzeit – wie heute – Skandinavien) angelegt und außerdem (gilt heute nicht mehr) in England und den USA.

    Er hat das unvergessliche Jahr 1923 sehr gut überlebt.

    Wenn man an die Stelle von England und USA heute Brasilien, China, Kanada, Australien und Korea setzt, fährt m.E. jeder Anleger ebenfalls gut, auch wenn es irgendwann eine Devisenkopplung gibt, da ein Währungsschnitt von den genannten Ländern mangels Notwendigkeit nicht mitgemacht wird.

  3. Vielen Dank für ihre ergänzenden und pregnanten Kommentare.

    Die Besonderheit – zumindest aus meiner Analyse- ist – wie richtig beschrieben neben den nicht erfolgten ordnungspolitischen weltweiten Rahmenbedingungen- die weiter schwellende Unwucht zwischen der virtuellen Geldmenge…zu der nur eine kleine Kaste Zugang hat — und der virtuellen Geldmenge welche zur Realisierung – realer Investitionen – genutzt wird. In beiden Pools herrscht eine Neigung zur Hortung der Liquidität bei hohem Investitionsmisstrauen – ( Keyen´sches Inseltheorem nur mit umgekehrten Vorzeichen )- eben aufgrund der obigen „Strukturlosigkeit“ der Politik.

    Lösbar ist das Ganze nach wie vor mit den Rezepten der 50ziger und 60 ziger Jahre…
    als Privater mache ich mir übrigens im Worst Case mehr Sorgen darüber…wie z.b.
    eine Umsetzung erfolgen würde:
    – Beschlüsse wurden in der Vergangenheit – über Nacht – in Kraft gesetzt. D.h. wenn neue Währung …dann waren alle „Forderungen in Scheinchen“ – umfassend betroffen.
    – das selbe mit dem Erwerb von Gold…
    und auch so ein Schnitt dürfte weltweit beschlossen werden müssen aufgrund der vorhandenen Vernetzung..vor Allem der Computer.
    D.h. Schutz hat nur der vorherige Erwerb von Sachwerten – unabhängig der relativen Bewertungshöhe- geboten.

    Aus diesem Grunde sehe ich „Liquidität“ in Wärungen aller Coleur“ eher skeptisch, denn wenn es gegen die allgemeine „Angst“ zur Einigung und Stabilisierung kommt, werden die Bewertungsniveaus ähnlich rasch angepasst, wie Sie im August abgewertet wurden.

  4. Wenn Ihr System zum ersten Mal einen veritablen Abschwung nicht vorhergesehen hat, heißt das doch, das wir es mit einer neuen Qualität von Problemen zu tun haben.

    Dann dürfen wir es aber auch nicht mit alten Schaubildern vergleichen, sondern müssen auf die Besonderheit des Problems eingehen.

    Worin besteht das besondere Problem?

    M.E. im Fehlen einer europäischen Regierung, die eingenverantwortlich die disparaten Entwicklungen im Euro-Raum mit einer angepassten Wirtschafts- und Finanzpolitik zügig bekämpft.
    Diese Dispatitäten gab es auch immer in Deutschland und ihnen wurde begegnet mit:
    0 Länderfinanzausgleich
    0 Zonenrandförderung bis 1990
    0 Soli-Zuschlag ab 1990.

    George Soros bläst ins gleiche Horn:
    (Quelle „DIE ZEIT“ Nr. 23 / 2011)
    Er sieht die „Kernschmelze“ kommen, wenn nicht umgehend ein europ. Finanzministerium eingerichtet wird.
    Außerdem gehört s. E. zu den zwingenden Maßnahmen:
    1. Bankeinlagen in allen Euro-Ländern müssen geschützt werden. — (Ansonsten kommt es zum Bank-Run.)(Wer soll das organisieren und bezahlen?)
    2. Banken in Bankrottstaaten müssen am Leben erhalten werden. — (Sonst bricht alles zusammen.) (Gleiche Frage, s.o.)
    3. Das europ. Bankensystem muss rekapitalierst werden und unter europ. Ausicht. (Fordert ja auch Frau Lagarde).
    (Gleiche Frage, s.o.)
    Sein Fazit:
    Ein geordneter (!!!) Staatsbankrott und zeitweiliger Euro-Austritt könnte besser sein als ein langes Leiden.

    Für diese Komplexität ist die Politik nicht gerüstet.
    Die FDP beginnt ja bereits damit vorzugaukeln, Deutschland könnte problemlos den Euro verlassen.
    Lt. Soros ist das eine Illusion.

    Mein Fazit:
    Es ist sicherlich langfristig richtig, auf Sachwerte zu setzen, und Fondssparpläne spielen gerade jetzt ihre Stärke aus. Die muss man unbedingt durchhalten.

    Kurzfristig hat aber für jeden Privaten Liquidität den allerhöchsten Wert.
    Er kann sie ja über Währungen streuen, oder gar verzinslich ( das habe ich gemacht ) in Hartwährungs-Geldmarktfonds anlegen.
    Ganz interessant, was heute zu Hartwährungen gehört….

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