Die Zahl des Jahres 2012 – knackt die EZB die Billion Euro? Draghi ersäuft die Spekulanten!

24.02.2012 – Der neue 3 Jahres-Tender  der EZB für Februar wird gerade ausgeschrieben – nach durchschnittlichen Schätzungen der Finanzbeobachter werden nochmals 600 Milliarden erwartet.

Bereits der letzte  3 – Jahres Tender im Dezember  hat am Staatsanleihemarkt wahre Wunder bewirkt. Als Hedgefund würde ich mir jetzt langsam Sorgen um meine Margin machen. Denn nach Markt-Gerüchten hat  ein signifikanter Teil  auf den Untergang und die Ansteckung der Eurozone gewettet.

Was in der medialen Diskussion die letzten Wochen ebenfalls in den Hintergrund getreten ist, kann man als klassische „Wall of Worry“ für die Aktienmärkte interpretieren.

Sämtliche empirischen Anlysen zeigen noch eine Verschärfung der Fehlallokation in der Protfoliogewichtung großer Adressen im Jahr 2011.

Oder auf deutsch: Die Aktienquote sowohl der Institutionellen und der Privatanleger sind auf dem  historischen Tiefstsstand  der letzten 40 Jahre! angelangt.

In diesem Zusammenhang fällt mir eine Meldung aus August 2011 ein: Der größte Rückversicherer der Welt meldete damals stolz, dass er seine Aktienquote – wohlgemerkt im August – von 6,5 % auf 3,8 % halbiert hat.

Das interessante an dieser „Siegermeldung“ ist –  Ihr Lieben seit er denn auch wieder eingestiegen –  so im September/Oktober 2011 ?

Oder ist die Sturheit der Märkte in diesem Jahr einem gewissen „Fehlallokationsdruck“ geschuldet? Ich will nur mal erinneren – im Jahre 2000 war die Aktienquote der Institutionellen Versicherungen und Pensionsfonds etc.   bei im Durchschnitt 37 % . Es gab Bestrebungen der Branche den Anteil auf 60 % zu erhöhen. Aktuell liegt dieser Wert der Aktienquote unter 10 %. Wohlgemerkt: Diese Institutinen verwalten die Altersvorsorge und die Pensionsansprüche  der Bürger und versprechen eine Erwartungsrendite von 4 % vor Kosten – bei folgender Portfoliogewichtung: 15- 30 % Immobilien, 60-75 % Anleihen ? und 10 % Aktienquote.

Herr hilf – die Umlaufrendite des Bundes ist bei 2 % für 10 Jährige und der durchschnittliche Multiplikator bei Immobilien ( für Deutschland) bei 12-24 ( in Metropolregionen mittlerweile sogar oft über 30). Dies entspricht immerhin noch einer Erwartungsrendite von 5,3 % p.a.im Durchschnitt — allerdings auch Brutto, d.h. vor Steuern, Nebenkosten, Instandhaltung etc.

Mit wieviel Erwartungsrendite sollte ein vorsichtiger Kaufmann bei der Kaufentscheidung für ein solches Produkt (Lebensversicherung, Rentenversicherung, Pensionsfonds) also kalkulieren?

03.02.2012 Bankeinlagen bei EZB steigen erstmals über 500 Milliarden Euro

oder wie könnte  ein ordnungspolitisches Utopia aussehen?

Der Witz des Jahres 2012 – Wer es noch immer nicht glaubt – die Lehrbücher für Volkswirtschaftslehre und Bankwirtschaft, sowie Ökonomie müssen neu geschrieben werden oder die Regulation durch vermeintliche automatische Marktkräfte und ökonomischer Theorien leidet seit Jahren an  vollständiger temporärer Amnesie.

Die unsichtbare Hand des Marktes – das Argument seit Jahrhunderten der neo-liberalen Ökonomen und der österreichischen Schule.

Die Steuerung  über die Geldmenge – das Argument der Monetaristen ( der Chicago-Club) – oder Angebot schafft Nachfrage und auch

– die nachfrageorientierte Denkschule der Keynesianer –  alle drei sehen aktuell ziemlich blass aus.

Die erstere – den neoliberalen Hardliner ist es gelungen in den letzten 20 Jahren über die Deregulierung der Kapitalmarktkontrollen der westlichen Kapitalmärkte – erst diesen Schlamassel entstehen zu lassen. Extreme Kumulation von Vermögenswerten in den Händen eines Bruchteils der Weltbevölkerung.

Die zweite Gruppe  – Die Monetaristen – setzten mit Greenspan einen der glühendsten Vertreter ihrer Szene an die Spitze der Fed. Getreu seinem Motto –  lass den Kontradieff- Winter nur kommen, „ich werde in mit Liquidität ersäufen“ ( Dies soll er während einem Gespräch über die langen Konjunkturzyklen geäußert haben) – handelte er auch – zusätzlich darauf vertrauend, dass die unsichtbare Hand des Marktes ( wie im die Teufelchen an seiner Seite stetig einflüsterten) schon für ausreichende Nachfrage  in der Realwirtschaft sorgen würde. Doch diese Nachfrage wurde von den Geschäftsbanken fehl-allokiert.

Doch hier hat er die Rechnung ohne den gierigen Wirt gemacht. Die Möglichkeit  am Nadelöhr der monetären  Macht zu sitzen, konnten sich die in diesem Sinne ausgebildeten Führer  der weltweiten Großbanken und unregulierten Hedgefonds nicht entgehen lassen.  Mit der Genehmigung und Entwicklung der bekannten derivaten Massenvernichtungswaffen kreist seit 1996 !  mehr derivates virtuelles Buchgehalt durch die Computer, als realwirtschaftlich benötigt.

Während das Logistikproblem der weltweiten Ernährung und Bildung nicht gelöst werden konnte –  (Wieso auch- Softskill – Rendite bzw. grüne Rendite wird an den Universitäten in den Managerstudiengängen nicht gelehrt)  ist der Hebel auf das ca. 6-fache bis 2008 im Verhältnis zum Welt- Bip gestiegen. Unsere eigenen Schätzungen gehen von ca. 360 Billionen derivater Verpflichtungen  in US Dollar zum Ende 2010 aus. In der Spitze lagen diese 2008 bei ca. 600 Billionen.

Und die dritte Partei – die Neokeynesianer finden kein nachhaltiges Gehör. In guter alter sozialistischer Manier wurden die Staaten als „Lender of Last Ressort“ 2008 genötigt, das Schlimmste zu verhindern, doch die vielbeschworene Einigkeit  – im April 2009 in London- beschworen, hat sich im kleinkarierten – ratingagenturgetriebenen, politischen kleinkrämerischen Nationaldenken – scheibchenweise die letzten zwei Jahre wieder aufgelöst.

2012 werden die Weichen für die nächsten Generationen gestellt. Begriffe wie Nachhaltigkeit, green thinking und „green engeneering“ müssen um „green economics“ – ergänzt werden. Konsequent eingerahmt von ordnungspolitischen und unternehmensethischen  Massnahmen, welche „sinnloses, rein „profitorientiertes“ Gewinnstreben ohne Sinn und Verstand eindämmt.

kleiner politischer Exurs:

Die Entwicklung der FDP hier in Deutschland zeigt sehr deutlich – dass die „wisdom of the crowds“ zwar in einigen Systemen zeitweise nicht funktioniert ( Kapitalmarkt, Politische Eskalationen wie sinnfreie „Glaubenskriege“ etc.) , aber die Masse der Wähler ein gutes Gespür besitzt, wenn eine Partei Positionen vertritt, welche nicht mehr „zeitangemessen“ sind. Die Partei welche von diesem „Sinneswandel“ am meisten profitiert, muss auf der anderen Seite – zumindest aus meiner Wahrnehmung  – darauf achten, dass Sie nicht als die „No-Go“- Partei endet.  Den keine andere Partei verhindert – gegen geltende ordnungspolitische Regeln- andauernd- sinnvolle  strategische Investitionen, welche in D tatsächlich „grün“ und oft nachhaltig wären.

Wieso sind die 500 .000.000.000,- € meine  Zahl des Jahres?

Ein kleines Gedankenspiel zu Zahlen und ordnungspolitischen Regelungen:

Wir teilen diese Zahl mal durch 40 Mio Erwerbstätige Einwohner in D : Das sind 12.500,-€ pro Kopf nicht ausgereichter Kredit über unser Bankensystem.

Würde der 10 fache  –  Anspruch  – also 125.000,- € per Geburt in der Verfassung festgeschrieben ( muss sowieso mal für Deutschland neu geschrieben werden!?) jedem Einwohner zustehen – bei gleichzeitiger Verrechnung der individuellen Staatsschuld – Was würde dann passieren?

Die aktuelle pro Kopf Verschuldung incl. aller Nebenhaushalte Bund, Länder etc.  liegt aktuell bei ca. 25.000,- € /Kopf.

Nach der Erfahrung mit den empirischen Ergebnissen  zu “ Wisdom of the Crowds“ und dem „Cogito Kapitalmarktmodell“, welches neben den technischen und realwirtschaftlich- fundamentalen Indikationen – auch die sentimenttechnischen, also  – Financial Behaviour- Indikationen seit Entwicklung berücksichtigt:

Nichts, Nichts, Nichts Schlimmes…,

denn der Mensch als Individuum ist nicht so dämlich, wie er sich in der Masse verhält.

Hier muss einfach eine „ordnungspolitische Regelung“ beschlossen werden, um die Machtbefugnisse monetärer, wie machtpolitischer  Natur „fraktioniert“ ( Prinzip der Streuung) zu halten, damit keine Kumulation in „einer kleinen statistischen Gruppe“ entsteht, welche „psychologisch und ausbildungstechnisch“ gleichgeschaltet ist.

Auswirkung auf die typischen Sozialisationen:

Verprasser? –

ja diese Gruppe wird es geben – statistisch : ca. 4-6 % ….man möge bedenken,  ordnungspolitisch wird dieses Konto pro Nase nur einmal bei Geburt oder Einführung  eingerichtet. Danach wäre die Personengruppe auf „Alimentierung“ oder Arbeit  durch den nicht mehr vorhanden „Sozialstaat“ angewiesen.

Erschwernd käme hinzu, das es auch keine gesetzliche Rentenversicherung mehr gäbe, sondern nur die gesetzliche Pflicht zur Altersvorsorge, um deren Beiträge alle Anbieter konkurrieren dürften; – wie auch bei der Krankenvorsorge, Pflege und Arbeitslosenversicherung.

Erlaubt wären sowohl Umlageverfahren, als auch Deckungsstockverfahren. Der Staat als Anbieter bleibt übrigens als solcher nachdrücklich erwünscht!

Was macht die zweite Gruppe:

Die Horter und Sammler: ca. statistisch ähnlich groß, um die 4-6 %:

Diese zahlt natürlich sofort ihren Anteil der Staatsschulden zurück. Und was machen diese mit den restlichen 100.000;- ?

So wie die Verprasser alles auf den Kopf hauen, so  werden die Horter  wahrscheinlich das Gegenteil tun:  Gold  kaufen, einen Bunker anlegen – Nahrungsmittelvorräte  für 5 Jahre anlegen und kollektiv auf den Weltuntergang warten.

 Die Gescheiterten:

statistisch ähnlich hoch 4-6 % : Diese Gruppe ist die  Einzige für die der Staat ( die bürgerliche Allgemeinheit)  gerade stehen sollte:

Denn die Gescheiterten blicken auf eine Lebensgeschichte zurück, welche durch Krankheit, Unfall, Behinderung oder einfach zum richtigen Zeitpunkt am falschen Platz geprägt waren.

Bleiben nach Adam Riese ca. 82 % -88 % Normalos:

Die Gruppe der Normalos ist dadurch geprägt, das Sie zum Teil ebenfalls ihre individuelle Staatsschuld tilgen wird ( – welch Geldsegen für die Staaten) aber ansonsten recht rational und emotionslos ihre Entscheidungen fällen wird – über Kinder kriegen, Absicherung der gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtversicherungen ( ein erprobtes empirisches Beispiel hierzu ist übrigens die KFZ-Versicherung), Ausbildung, Eigentumserwerb, Konsum, Investitionsmöglichkeiten.

Welche Konsequenzen hätte dieses Gedankenspiel für das Bankensystem und die Unternehmen:

Dadurch das die Notenbanken dem Bürger per Verfassung verpflichtet wären — und nicht mehr den Geschäftsbanken — !!! Achtung ordnungspolitische revolutionäre Idee – müssten sich die Banken, wie normale ursprünglich angedachte Banken verhalten. Denn jeder Kredit der ausgereicht wird, muss über Einlagen und/oder fristenkonforme Absicherungen erfolgen.

Derivate zur Absicherung werden sicher von einigen spezialisierten Anbietern weiter promotet, doch mangels „Masse“ muss immer die „Margin“ stimmen, ähnliches gilt für Kapitalsammelstellen.

Die Unternehmen müssten ihre Mitarbeiter wieder als HUMAN- Kapital sehen.

Logisch, denn jeder Arbeitnehmer könnte ja auch Eigner des Unternehmens werden oder sein.

Die Manager müssten umdenken – denn, wenn all zuviele Eigner unzufrieden mit dem betrieblichen Arbeitsumfeld sind – dann droht die eigene Kündigung. Zudem achtet man grundsätzlich besser auf sein Eigentum, daher wäre jeder Arbeitnehmer an einer nachhaltigen Gewinnausschüttung bzw. Sicherung seines Arbeitsplatzes interessiert.

Wie ergeht es den Staaten:

Neben der plötzlichen Senkung der Staatsverschuldung und Neuregulierung des existenziellen Versicherungswesens können sich die Staaten auf die wesentlichen Punkte konzentrieren:

– Entwicklung , Sicherung und Einhaltung von Freiheit, Recht und Ordnung ( Legislative, Executive und Monetative ( käme dazu) – das können nur Staaten)

– Entwicklung der Infrastruktur und Aufrechterhaltung der Energieversorgung

– Verwaltung und Entschuldung des Staatsvermögens

Sorry — auch bei tieferem Nachdenken fällt mir  zu Staatsaufgaben nicht mehr ein.

 Kommen wir zum wichtigsten Punkt:

Der Magie des Fiat-Money- Systems oder “ Wer soll das den Alles bezahlen?“

Da sind wir bei der Magie der „großen Zahlen“ oder HEX-HEX:

Für D würde das, wenn man keinen Bürger ausschließt, aktuell 10Hoch12 € kosten. Das ist gerade mal das Zwanzigfache dessen, welches meine  Zahl des Jahres ist.

Falls man annimmt, das nur ca. 30 Millionen  der Normalos ihre Staatsschulden begleichen, entfielen im Staatshaushalt ad hoc 750 Milliarden € Schulden und die entsprechenden Zinslasten. Diese belaufen sich aktuell zugegeben auf nur ca. 18 Milliarden p.a. auf diesen Anteil. Viel Gewichtiger ist die Ersparnis in der Allimentierung aus den Sozialhaushalten:

Wenn 25 % für das erste Jahr entfielen, könnte der Staat die Steuern um 60 Milliarden p.a. senken  und obige 18 Milliarden zusätzlich tilgen.

Dies ermöglicht übrigens auch eine disziplinarische Massnahme bzgl. der Rückführung einzubauen:

Je nach Verwendung des persönlichen Grundkapitals wird über das Steuervolumen nach einer persönlichen tilgungsfreien Dauer bei der Notenbank über die Einkommens-Steuern getilgt! – bzw. zurückgezahlt. Das funktioniert übrigens mit Studien- und Ausbildungskrediten bereits seit längerem. Damit wäre der Kreislauf des Geldes auch wieder geschlossen , zudem können „Notenbanken per Gesetz auch einfach ihre Forderungen unschädlich auf 0 ausbuchen:

So geschehen in China zu Beginn des kapitalistischen Aufschwungs: Das Startkapital für Millionen Chinesen wurde von der chinesischen Notenbank ausgezahlt, und dann klammheimlich einfach ausgebucht.

Das ist die wahre Magie des Fiat-Money Systems.

Anstelle von einem mittlerweile von den Startbedingungen unfair gewordenen Systems abhängig zu sein ( man beachte nur die Kritik bzgl. Bildung, Sozialisation und die aktuelle Armutsdiskussion) würden wir eine Gesellschaft erschaffen, in der die Startbedingungen wieder für jeden angeglichener wären, ohne Rücksicht auf Herkunft und vorhandenes oder ererbtes Vermögen!

Oder wollen wir unsere Kinder und Enkel als NINJ(N)A hinterlassen, wie Gordon Gekko feststellt:

NO INCOME, NO JOB, NO ASSETS

 

Übrigens bei 360 – 500  Billionen virtuellem Buchgeld – reicht das, für eine weltweite Pro-Kopf Auszahlung von 51.428,- Dollar …doch was weiß ich schon, so würde es wohl –Sokrates bevor er den Schierlingsbecher trank, heute formulieren!

 

 

2 Gedanken zu „Die Zahl des Jahres 2012 – knackt die EZB die Billion Euro? Draghi ersäuft die Spekulanten!“

  1. Eine interessante und zutreffende Utopie…

    Wenn man bedenkt, dass seit dem 2. Weltkrieg Jahren sich die Vermögensverhältnisse zwischen den privaten Haushalten und Banken komplett gewandelt haben und die privaten Haushalte hier rigoros zu den „Enteigneten“ zählen (Zahlen habe ich dazu mal bei M. Otte gelesen) wäre eine solche Umgehung der Banken nur ein (Sozial)- Ausgleich. ^^

    MFG
    Bernd Handik

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