Kapitalmarkt -Trends …und deren kumulative Wirkung: Prechters Rat

Wenn es mit den Elliott-Wellen nicht klappt, muss man sich eben etwas anderes überlegen. Robert Prechter erfolgreicher Buchautor und „Elliott-Wodoo-Künstler“ hat doch mal eine interessante Überlegung in den Raum geworfen.

Die Lehren, die ich daraus ziehe, sind: (1) Jeder leidenschaftlich verteidigte Konsens unter Volkswirten ist ein hervorragendes Signal, um den Markt zu timen, da es bedeutet, dass es niemanden mehr gibt, der überzeugt werden muss, und daher sollte der betroffene Markt große Probleme haben, in die prognostizierte Richtung zu laufen, und (2) ein Research-Analyst kann diesen Vorteil nutzen, um Vorteile daraus zu ziehen.“

Prechter sieht bei diesen Trends einen Konsens der Marktteilnehmer, Investoren und Volkswirte:

 

Zum einen ist die Auflistung höchst manipulativ, und jeder genannte Punkt basiert – höchstwahrscheinlich nur auf Prechters Elliott-Sicht der Dinge. Zum anderen sind die Begründungen schwach, auch wenn ich im Kern dieser kumulativen Überlegung zustimme. Trotzdem bleibt es beim Hochpunkt-Fischen im Trüben der Zukunft.

Falls  Prechters Szenarien z.B. in folgender Kombination  zu treffen: Zinsen bleiben niedrig- seitwärts, Öl fällt, Inflation bleibt um die 2 Prozent, der Dollar steigt, bzw. bleibt in der Range 1,20 – 1,45 €uro von heute aus betrachtet, dann haben sich die Insider mit ihren Aktienverkäufen mächtig verzockt.

Zudem wird mir in diesem Punkt zu wenig berücksichtigt, dass die „Insider“ in der Regel über einen unerschöpflichen Nachschub an eigenen Aktien verfügen, solange die Konjunktur brummt. Stichwort: Bonus- und Optionsprogramme.

Also wenn Prechter zu 66 % richtig liegt, so ist dem wirtschaftlich Interessierten doch offensichtlich, das dieses Szenario die beste aller Konjunktur- und Aktienwelten beschreibt – niedrige Zinsen, niedrige , kontrollierte Inflation in den entwickelten, gesättigten, hochverschuldeten Industrieländern- ich verweise auf meinen Vergleich zu den fünfziger Jahren- und eine Währungsbandbreite in der sich gut  Hedgen lässt.

Thank you , Herr Prechter !  Interessanterweise spielen die Kapitalmärkte genau diese Karte. Wenn eine exogene Katastrophe wie zur Zeit in Japan mit Erdbeben, Tsunamie und „schmutziger Atombombe“( durch die Reaktorbrüche ist dies leider genau das Szenario) bereits nach zwei Wochen kapitalmarkttechnisch-zynisch abgehackt ist, dann kann sich der oft beschriebene Anlagenotstand nur in einer Form psychologisch entladen: Aktien kaufen!

Hier liegt vllt. die größte zukünftige Gefahr:

Wenn nicht einmal solche Katasthrophen den Trend brechen können – wirtschaftlich konjunkturell, als auch markttechnisch in Form von Nachfrage nach historisch günstigen Unternehmensbeteiligungen, dann ist heute schon eine vermeintliche psychologische Sicherheit gelegt, welche in der Zukunft dann tatsächlich die kritischen endogenen Verwerfungen der Kapitalmärkte  übersieht.

Doch dazu mehr,  zu gegebener Zeit:

Aktuell sammeln die Bullen ihre Kräfte und beginnen den Wiederaufbau in Japan zusätzlich zu den guten Grundtendenzen einzupreisen!

3 Gedanken zu „Kapitalmarkt -Trends …und deren kumulative Wirkung: Prechters Rat“

  1. Pingback: bodybuilding.com
  2. „Buy on bad news“ war an der Börse immer richtig.

    Zumal auch vor dem Hintergrund der jap. Katastrophe das wirklich zu fürchtende Szenario einer weltweiten Deflation immer mehr an Wahrscheinlichkeit verliert.

    Denn es muss umgesteuert werden, und das kostet zwar viel, setzt aber ungeahnte Kräfte frei. – Und erfindungsreich war die Menschheit immer, gerade unter Druck.
    Daher der schöne Spruch „Not macht erfinderisch“.

    1. Das ist wünschenswert erfordert aber zwingend ein „Zusammenraufen“ der weltweiten Politik. Den nur diese kann ordnungspolitisch die Rahmenbedingungen setzen. Dies wieder um birgt bei „unpopulären“ Entscheidungen die Nichtwahl im eigenen Land.
      Die Börsen reagieren fast wie immer in intakten Haussen…abhaken!

Schreibe einen Kommentar