Lektionen aus der „überraschenden“ Finanzkrise 2008 – IWF fordert Weltfinanzaufsicht

 

 

Die wichtigste Lektion und Auftrag an die weltweite Politik – Erstellen Sie einen globalen Rahmenmechanismus

Die Restrukturierung des globalen Finanzsystems erfordert Werkzeuge und Strategien, die, ebenso wie Banken, über Ländergrenzen hinweg wirksam sind.  Dies  wird internationale Zusammenarbeit erfordern zwischen den politischen Entscheidungsträgern, ähnlich und vor Allem nachhaltig, wie sie auf dem Höhepunkt der Krise war.

Seit der Krise haben einige Länder  effektive Notfall- Systeme bis hin zur Liquidation für große Finanzinstitute eingerichtet, doch  die möglichen Verluste sollten  durch die  Gläubiger getragen werden und nicht durch staatliche Krisenmechanismen und/oder den Notenbanken. Viele Länder sind  in dieser Hinsicht, wie man Verluste zuweist, nicht gerüstet. Die neuen  Regelungen sind ungetestet, um mit Ausfällen von großen grenzüberschreitenden Institutionen umzugehen  und es muss noch viel mehr getan werden, um die Überwachung der grenzüberschreitenden Forderungen und damit verbundene Risiken zu verbessern.

Das Ende dieser Geschichte ist noch nicht geschrieben, und wir sollten die Möglichkeit nicht versäumen, das globale Finanzsystem so zu ändern, das es die nächsten Jahre funktioniert.

 

Da legen die Damen und Herren des IWF den Finger tatsächlich in die Wunde. Doch die Frage darf erlaubt sein, ob  denn tatsächlich so wenig mittlerweile unreguliert ist.

Unbestritten- und gerne mittlerweile unter den berühmten Tisch gefallen,  ist der wunde Punkt der OTC -„Derivate“ vor allem in Swap-Konstruktionen. Dieser Markt wurde  Ende 2009  auf 600 Billionen ( dt. Billionen ) US Dollar jährlich veranschlagt. Nach unserer Schätzung ist im Zuge der Krise diese Kuh zum Großteil vom Eis. Die Krux liegt hier im Mechanismus. Kritisch werden diese Konstruktionen für die Institute immer dann, wenn die Underlyings sich an die „Kapitalmarktmodelle“ aus dem Riskmanagement nicht halten wollen. Im normalen linearen Zyklus der eine Vola des Underlyings von i.R. 18 % unterstellt, ist  die Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen sowohl auf der short als auch auf der long- Seite kein Problem. Zu 90 % verfallen die „Sicherungsleinen“ der Stillhalter kassiert die Prämie. Dummerweise tritt genau hier „regelmässig“ eine nichtlineare Bifurkation auf, welcher  zu einem negativen Kaskadeneffekt ausartet, wenn ein Bündel von Bedingungen erfüllt sind. Dann greifen die Sicherungsleinen und aufgrund des „Leverageeffekts“ der diesen Spielchen innewohnt, ist jeder Punkt mehr Vola ( bei einem 10 er Hebel)  für den Stillhalter 10 % Verlust.  So wurden eben 2008 aus diesen Dingern finanztechnische Massenvernichtungswaffen, wie sie von Warren Buffet bezeichnet wurden. Rückgedeckt sind diese Bewegungen dann nur über das Eigenkapital der Banken, da  auch die Assetseite mit in die Knie geht. 2008 entsprach dies  dann ca. 6 Billionen !  EK weltweit, welches verdampfte, zzgl die Verluste an Marktkapitalisierung für Immobilien, Aktien, Unternehmensbeteiligungen.

Was hat sich seitdem geändert:

– Nun ich hoffe die Zweckgesellschaften ohne Eigenkapital sind endgültig vom Tisch, da diese den Großteil der Kaskade auslösten( Aufgabe der Aufsichtsbehörden und in der Verantwortung der Ackermänner!).

– Basel III sogar mit den USA ( Kernkapitalquote von mind. 8 %)

– Der derivate  OTC- Markt schrumpft auf ca. 300 Billionen bis Ende 2011 ( Wegen Verfalls der Rechte)

– Das Zinsniveau ist weiterhin historisch tief und sollte so bleiben !

– Zumindest die Eurozone repariert Konstruktionsfehler aus der Euroeinführung.

– Die Wirschaftsblöcke arbeiten weiter zusammen! Vor 2008 ein nicht vorstellbarer Prozess und auch die entsprechenden weltweiten Aufsichtsgremien werden  installiert. Und wer ist scharf drauf, bzw. mahnt dies vehemt an:

Der IWF !

8 Gedanken zu „Lektionen aus der „überraschenden“ Finanzkrise 2008 – IWF fordert Weltfinanzaufsicht“

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  4. Lieber Lyriker,

    ich kann dem nur voll zustimmen. Im Bereich des Anlegerschutzes wäre es sehr sinnvoll viele undurchschaubare Anlagenprodukte aus dem Markt zu nehmen. Leider konnte sich Frau Aigner hier nicht durchsetzen und leider verdienen an diesen undurchschaubaren Produkten die Anbieter oft viel mehr, so dass diese Bereiche sogar eher am wachsen sind. Beispiel wäre die Commerzbank, die ihren Derivatehandel stark vergrößert hat und sogar in diesem Sektor den ersten Rang noch vor der Deutschen Bank einnimmt. Ich selbst habe mir mal in Frankfurt den Handelssaal der Commerzbank angeschaut. Derivatehändler haben hier fast ein 6 tel des Saals für sich (ist aber nur geschätzt, der Saal ist sehr lang).

    Was mich da etwas schockiert hat ist die Tatsache, dass sich die Händler öffentlich Ehrungen auf ihren Arbeitsbereichen aufstellen, die in Plexiglas gegossen werden und die den jeweils größten Deal in ihrem Geschäftsbereich entsprechen. Hier wird belohnt wer das meiste verkauft und nicht der, der die besten Tipps für seine Kunden generiert hat!

    Solange die Bezahlung nicht nach Qualität sondern nach Volumen geregelt wird hat der Anlegerschutz schlechte Karten.

  5. Mir fehlt noch der seinerzeit von vielen geforderte „Finanzmarkt-TÜV“.

    In erster Linie dient er dem Schutz der Privatanleger.

    Hintergrund ist ganz einfach der so wesentliche, aber weitgehend unbekannte Unterschied zwischen geschützten Sondervermögen und Inhaberschuldverschreibungen.

    Ob ETF oder aktiv gemanagter Fonds …. die Wertanlagen, in die das Kundengeld geflossen ist, bleiben auch bei Insolvenz der Fondsgesellschaft oder der Depotbank erhalten.

    Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers samt Verfall sämtlicher durch sie aufgelegter Inhaberschuldverschreibungen, z.B. auf den Euro Stoxx 50, ist ein Paradebeispiel dafür.

    Warum geht man nicht einfach, zunächst in D, dann in der Eu ohne GB, dazu über,
    Zertifikate und Hebelprodukte für Privatanleger zu verbieten???

    Glasklare Produkte wie Aktien, erstrangige Anleihen, aktive Fonds oder ETFs ohne Hebel reichen doch vollkommen zum Vermögensaufbau aus!

    So würde in D eine wirkliche Anlagekultur entstehen, die von realistischen Renditen und Anlagezeiträumen ausgehen würde.

    1. da gehe ich natürlich mit,
      auch wenn man anmerken muss, dass ein TÜV für Finazprodukte nur die technische Konstruktion des Produkts bewerten kann.
      Wenn dadurch allerdings eine „Erdung“ erfolgt, d.h. die unzähligen sinnlosen Produkte zurückgehen, dann wäre schon einiges erreicht, um das Gefühl für die wahren Risiken der Finanzmärkte zu schärfen.

      Die aktuelle Handhabung mit mind. 30 Seiten ( Aufklärungsbogen, Protokoll, Emmisisonsprospekt) juristischem Kandelabber ist sicher nicht zielführend im Sinne der „Transparenzoffensive“…denn mal ehrlich, welcher Kunde liest das denn?

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