Murphys Law – Kernschmelze? Hirnschmelze bei Atompolitik und der deutschen Politik?

Wenn falsche Entscheidungen zu Folgefehlern führen!

Schon seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte sind Menschen mit Fehlern konfrontiert: Sie machen Fehler, sie erkennen Fehler und sie lernen aus Fehlern. Philosophische Zitate früherer Jahrtausende geben einen Einblick in die rationale Beschäftigung mit Fehlern und den Austausch über den richtigen Umgang mit Fehlern: Das 3000 Jahre alte „I Ging“ gibt Auskunft über wahres und falsches Handeln, und Konfuzius hält fest: „Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.“ „Irren ist menschlich“ stellt Seneca fest, Horaz mahnt „In Fehler führt uns die Flucht vor Fehlern“ und Cicero hält fest: „Jeder Mensch kann irren, aber nur Dummköpfe verharren im Irrtum.“

Doch auch die analytische Beschäftigung mit dem Fehler verfügt über eine lange Tradition. Überliefert sind unter anderem die Überlegungen von Aristoteles: Er unterscheidet zwischen den Begriffen Unglück, Fehler und schlechtem Tun: Ein Unglück oder Unfall (griechisch atuchêma) geschieht einerseits unvorhersehbar und andererseits ohne böse Absicht. Im Unterschied dazu ist ein Fehler (griechisch hamartêma) zwar vorhersehbar, beruht aber keineswegs auf übler Absicht. Eine böse Tat (griechisch adikêma) hingegen ist sowohl vorhersehbar in ihren negativen Folgen als auch ein Ausdruck schlechter Absichten.

Absicht flickr.com

Und wenn auch schon ein bisschen älter:  Beruf: Besser-Wisser

Genau: Warum dokumentieren Zeitungen zum Jahresende nicht, wo sie überall mit ihren Vorhersagen und Empfehlungen danebenlagen? Das hätte in letzter Zeit eine reiche Ernte gegeben! Gut 15 Jahre lang haben sie nicht nur im Wirtschaftsteil unisono gefordert, endlich »weniger Staat« zu wagen, Finanzmärkte zu entfesseln, Regeln und Kontrollen fallen zu lassen und der Allwissenheit des Marktes zu vertrauen. Selten gab es eine derartige Uniformität des Denkens wie bei den Huldigungen des marktradikalen Zeitgeistes in sämtlichen Wirtschaftsteilen der Republik. In bestürzender Eintracht mit Nationalökonomen und Wirtschaftskapitänen verlangten und unterstützten die Wirtschaftsredakteure all jene Reformen, die dann den Zusammenbruch des Bankensektors ermöglichten. Kaum war die Finanzkrise ausgebrochen, mussten sie ihre Plädoyers für Deregulierung aus dem Netz nehmen und in ihren alten Kommentaren nach kritischen Halbsätzen suchen, mit denen man sich heutzutage noch sehen lassen kann. Kaum hatten sie das Ausmaß der Krise begriffen, malten sie einen mehrjährigen Niedergang an die Wand – und stehen jetzt verdattert sinkenden Arbeitslosenzahlen und steigenden Steuereinnahmen gegenüber. Warum macht die Wirtschaft nie, was die Zeitung vorschreibt?

Nichtlinearität umgibt uns täglich

 

Japan und Tepco  hat auch ein bisschen Glück:  Infos zu den dauernden Meldungen, eine Kernschmelze könnte nicht vorhandenes Grundwasser kontaminieren:

„Das Material ist offenbar homogen und stammt aus dem Pliozän vor zwei bis fünf Millionen Jahren“, sagt Andreas Küppers vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam. „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dieses Gestein dicht ist und keinen Kontakt zu Grundwasserleitern zulässt“, sagt der Geologe, der selbst mehrere Jahre in Japan arbeitete und seinerzeit auch den Reaktor Fukushima kennenlernte. Die Tonsteinschicht ist mindestens 200 Meter dick – so weisen es die ingenieurgeologischen Profile aus, die vor dem Bau des Kraftwerks auf der Basis von Bohrungen erstellt wurden. Möglicherweise reiche der Tonstein noch viel tiefer; die Bohrungen erfassten das aber nicht.

Andererseits sind diese Schichten geologisch noch so jung, dass sie vermutlich kaum durch tektonische Bewegungen zerbrochen wurden. Deshalb dürften sie nur in geringem Umfang von Spalten und Rissen durchzogen sein. Das spreche ebenfalls dafür, dass kein Wasser in diese Schicht einsickere und ein „durchgebrannter“ Reaktor mit Grundwasser in Kontakt kommt, sagt Küppers.

Man  muss sich natürlich  die Frage stellen:,Wo ist das Hirn hin ? mitgeschmolzen ?  Wer gestern das Vergnügen hatte, die Aussprache im Bundestag zur Atompolitik zu verfolgen, kann eigentlich nur festhalten:

Die Hirnschmelze ist mittlerweile Partei übergreifend. Die einen wissen nichts von ihrer lokalen Blockadepolitik bei der kleinsten notwendigen infrastrukturelllen Ausbaumassnahmen, und die Anderen traf letzten Montag die Vollamnesie zu ihren Beschlüssen und Gekungel mit der Atom Lobby aus letztem Herbst.

Fehler erkennen ist wichtig, doch dann muss auch konsequent vor- an- geschritten und entschieden  werden.  unabhängig des Wahlergebnisses – Partei- und Staaten -übergreifend!

Denn es ist zwar schön, wenn alle deutsche Reaktoren abgeschaltet werden – da keines laut Kritikern, welche sich auf eine unveröffentliche Studie im Auftrag der Regierung! ( Trittin noch) berufen,    gegen Flugzeugabstürze moderner Maschinen ausreichend stabil gebaut ist, doch  da Murphy´s Law gerne “ Unmöglichkeiten“ real umsetzt, ist die Nutzung der Kernkraft aufgrund der Ereignisse weltweit zu überdenken.

Mit dem Wissensstand heute gilt der Satz von Aristoteles um so mehr:

„Im Unterschied dazu ist ein Fehler (griechisch hamartêma) zwar vorhersehbar, beruht aber keineswegs auf übler Absicht. Eine böse Tat (griechisch adikêma) hingegen ist sowohl vorhersehbar in ihren negativen Folgen als auch ein Ausdruck schlechter Absichten.“

Mein Dank an Jürgen für die Wortschöpfung: „Hirnschmelze“:-)

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