Oktober – Crash! – nur welche Richtung?

DJTA - all Dataoktober2013

 

(Rimpar bei Würzburg -UP) – 13.10.1989: ein Freitag, der 13te. Ich weiß es noch wie heute- geile Kaufkurse am 16.10.89 in Europa.

Was war passiert? Wer es nicht mehr weiß, das Ende des „Junk-Bond“ – Marktes und die ersten Deleverage -Erscheinungen der virtuellen Geldmenge – oder die Computer gerieten zum ersten Mal ausser Kontrolle.

Der DAX , damals ein gerade mal ein 15 Monate altes Kleinkind…aus den Analen dieses Tages:

 

Busch: Der schlimmste Moment für mich war der Crash am 16. Oktober 1989. Nach der geplatzten Übernahme von United Airlines in den USA war am Freitag der Dow massiv eingebrochen, erholte sich dann aber bis zum Handelsende wieder. Deutsche Privatanleger waren jedoch bereits am Freitagnachmittag in Panik verfallen und hatten massenhaft Verkaufsorders für die kommende Woche gestellt. So war es zu Handelsbeginn am Montag stundenlang unmöglich, erste Kurse zu ermitteln. In dieser Phase appellierte ich an die Kleinanleger, ihre Verkaufsorders zurückzuziehen, und beschimpfte sie. Doch es war zu spät. Die Verkaufswelle rollte, der Dax stürzte um über zwölf Prozent ab, bis die Profis einschritten und den Dax stützten. Die Kleinanleger haben an diesem Tag Millionen verloren. Viele haben mir später gesagt, dass sie ihre Verkaufsorders stoppen wollten, aber die Banken wären nicht erreichbar gewesen. Mit der Computerbörse wäre so etwas nicht passiert.

Quelle: http://boerse.ard.de/aktien/interview-mit-friedhelm-busch100.html

Heute ist die virtuelle Geldmenge nach unseren Schätzungen immer noch 350 Billionen US – Dollar schwer ( 2008: ca. 650 Billionen!), also das 7-fache des Welt Bip.

Zum Vergleich zu damals eine Verzehnfachung des echten Computerspielgeldes…und wie seit 2008 gewohnt, stehen wir wieder am „virtuellen Abgrund“! Nur die entscheidende Frage ist jetzt: „Können wir springen, weil wir, wie die Gebrüder Wright fliegen gelernt haben?“

Der entscheidende Unterschied zu 2008 ist folgender, schwer zu greifender Mechanismus. Damals glaubten sämtliche Entscheidungsträger dass Sie mit ihren mathematischen Modellen und dem Rückhalt der Notenbanken Kaskaden, welche Deleveraging auslösen unter Kontrolle haben. Wer sich an Davos im Frühjahr 2008 erinnert, strotzen Ackermann und Kollegen vor Stolz, dass der „Raubtierkapitalismus“ seine Kinder nicht frisst, sondern sozusagen alle zu erfolgreichen „Raubtieren“ macht.

Doch wo keine Kontrolle so obsiegt die Unmoral der kurzfristigen Boni und des rechtlichen Diebstahls virtueller Scheingeschäfte.

Es bleibt bis heute ein Unding das diese „Sozialisierung der Gier und der Unmoral“ keinen Verantwortlichen fand.

Das die Staaten in seltener Einigkeit mit unorthodoxen und unbekannten Finanzinstrumenten die westliche Zivilisation retteten, werden später die Geschichtsbücher noch ausreichend würdigen. Aktuell sind wir immer noch in den Geburtswehen – wenn man sich den Hick-Hack der letzten Jahr und aktuell die Komödie in USA ansieht.

Doch – neben der anstehenden Einigung in USA – was spricht für die „Flüggewerdung“?

Ganz einfach – das Wissen das der eingeschlagene Weg und jetz benutze ich es wieder – das Unwort der letzten Jahre- alternativlos ist.

Eine Bilanz kann mann immer nur auf der Aktivseite beeinflussen, wenn die Passivseite aus dem Ruder gelaufen ist. Und nichts anderes passiert seit 2008. Nach der erzwungenen Ausweitung der Passivseite – exorbitanter Schuldenanstieg – um das Ausbluten der Aktiva zu stoppen ( Ausgelöst durch das Deleveraging) , muss man diese nun wieder Aufblasen –

In  Worten die Aktien müssen steigen, die Immobilienpreise müssen steigen, die offiziell gemessene Inflation muss unter 2 Prozent bleiben und das Bip muss steigen, den dieses ist für den Arbeitsmarkt notwendig.

Wer verliert? Die jenigen welche „Schiss“  haben – also die Liquiditätshorter und Tagesgeldfetischisten, sowie sämtliche Anlagen welche mittelbar im Geldmarkt investieren. Was selten diskutiert wird – wir haben eine reale Negativverzinsung , d.h. rein finanzmathematisch haben alle Recht die eine höher Inflation herbeireden wollen- Wir leben bereits in dieser Welt!

Denn für das kollektive Verhalten spielt es keine Rolle, ob eine Volkswirtschaft 6 % Inflation produziert, bei 5 % Anlagezins—im Effekt bleibt ein „Kaufkraftverlust“ – Hierbei ist noch nicht die Wirkung auf die Löhne berücksichtigt…denn diese müssen bei Vollbeschäftigung im Verhältnis zur Kerninflation steigen   -und nicht die Guthabenzinsen!

Merkt der geneigte Leser wie unsere Zukunft aussehen wird?

Einfach schade- das ich diese Gedankengänge noch nirgends lesen durfte:-)

 

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