Oligopole – Wie funktioniert die Manipulation unserer Strom- und Energiepreise?

Wissen Sie was Giffen-Güter sind ?

Ein ökonomischer Begriff der das Phänomen beschreibt, das die Nachfrage steigt, obwohl der Anbieter die Preise erhöht. In diesem Zusammenhang werden noch gerne Begriffe wie nicht substituierbar ( der Käufer kann nicht auf ein anderes Produkt mit gleicher (Dienst, Preis, Sicherheit, Vorliebe)- Leistung  ausweichen) und ist nicht inferior.

Wesentlich plastischer und deutlich unterhaltsamer hat es Tim Harford in seinem Buch :

„Die Logik des Lebens: Warum Ihr Boss überbezahlt ist, Oralsex boomt und New Orleans nicht wieder aufgebaut wird – Die rationalen Motive unserer scheinbar irrationalen Entscheidungen“ beschrieben.

Das Buch selber ist höchst unterhaltsam und gibt einen kleinen weiterführenden  Einblick in die „Spieltheorie“. Sie ahnen es bereits, eine Spielform der nicht-linearen Theorien.

Was in aller Welt hat das denn nun wieder mit Strompreismanipulation zu tun ? Es braucht nicht viel Phantasie sich in unserer energieabhängigen Zivilisation vorzustellen, das Strom/Energie  ein „Giffen- Gut“ ist.

Zumindest deuten die Zeitreihen-Untersuchungen darauf hin,  das die Nachfrageseite höchst unelastisch ist und als Anbieter  könnte man als Energiemanager auf eine simple Idee stossen.

Mit Hilfe der EEX  der Strompreisbörse und einigen Entscheidungen welche das Bundeskartellamt so beschreibt:

Auf der Grundlage umfangreicher Ermittlungen zum Angebotsverhalten an der Strombörse sowie zur Einsatzsteuerung von mehr als 340 Kraftwerksblöcken hat das Bundeskartellamt untersucht, ob es Hinweise dafür gibt, dass Unternehmen Kraftwerkskapazitäten zurückgehalten haben, um den Preis an der Strombörse nach oben zu treiben. Eine systematische und gravierende Zurückhaltung von Erzeugungskapazitäten ließ sich auf Grundlage der untersuchten Daten zur Kraftwerkseinsatzsteuerung und zur Kostensituation der einzelnen Kraftwerke nicht nachweisen. Gleichwohl hat die umfassende empirische Analyse des Marktgeschehens gezeigt, dass die großen Erzeugungsunternehmen Anreiz und Möglichkeiten haben, den Strompreis durch missbräuchliche Kapazitätszurückhaltungen erheblich zu beeinflussen. Die Sektoruntersuchung hat die zentralen Ansatzpunkte für eine kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht in diesem hoch komplexen Markt zu Tage gefördert. Es wurde eine Vielzahl von Fragen aufgeworfen , die einer weiteren Diskussion und der Klärung durch die Stromerzeuger bedürfen.

Wir fassen mal zusammen:  Über die EEX kann man täglich kaufen und verkaufen und mit  Wissen der „technischen Unzulänglichkeiten unter Volllast“ zu Nachfragespitzen bei gegebener Nachfrageunelastizität scheint eine gewisse Grenznutzenmaximierung rechnerisch vorstellbar.  Wirtschaft kann so einfach sein, wenn man Märkte kontrolliert.

Ähnliche Ideen kann man übrigens auch den Mineralkonzernen zutrauen. Hier ist das Vorgehen aufgrund der unterschiedlichen Rückdeckung etwas anders. Doch die Einigkeit zum Wochenende, zu Ferienbeginn oder vor Feiertagen die Spritpreise zu erhöhen, verbunden mit der Dauerbegründung der Rohölpreis steigt ( auch wenn ergerade fällt) , erklärt nicht das aktuelle Preisniveau an unseren Zapfsäulen.

Falls jetzt jemand einwerfen will, wieso dies nicht bei dem vermeintlich klassischen „Giffen-Gut“ schlechthin zu beobachten ist- nämlich den Lebensmitteln- so muss man hier konstatieren: Hier funktioniert der Wettbewerb!

Zu gut, denn Deutschland hat relativ – wortwörtlich- die billigsten Lebensmittel. Hier könnte man eher umgekehrt argumentieren. Wie die jährlichen Lebensmittelskandale zeigen, scheint hier die Marge für sinnvolles Food zu gering zu sein und aufgrund der Nachfragesensibilität und des Überangebotes kann hier der Verbraucher nur selber „höherwertige Energie“ nachfragen oder um beim Thema zu bleiben:

Den meisten Einwohnern in D reicht die Pizza für 0 ,99 Eurocent, Hauptsache der 3er BMW kriegt sein SuperultraPlus oder das i-Phone kann täglich aufgeladen werden, um über FACEBOOK sein neuestes Partyfoto zu veröffentlichen!

Da soll noch mal einer behaupten Wirtschaft sei irrational !

2 Gedanken zu „Oligopole – Wie funktioniert die Manipulation unserer Strom- und Energiepreise?“

  1. Pingback: bodybuilding.com
  2. Oh wie wohl, fühl ich mich im Oligopol….
    Nein, im Ernst:
    Schwarz und Weiß sind gescheitert.
    Schwarz = Staatskapitalismus a là Sowjetunion,
    Weiß = entfesselter Kapitalismus a là Margret Thatcher oder Milton Friedman.
    Es gilt immer, die Grautöne auszubalancieren.
    Das hierzulande im Strombereich richtig beschriebene Oligopol(das vorsätzlich und regelmäßig nachsorgende Bestechung ausübt— wohl dem, der`s versteht) ist ein massiver Bremsklotz für die Industrieentwicklung in D.
    Hier hoffe ich weiter auf die sehr effiziente, aber Gott sei Dank immer wieder unterschätzte Wettbewerbskommissarin Vivian Reading, die den ersten Einschnitt bei Netzen (= zurück zu den Kommunen in die Fläche) durchgesetzt hat. Sie ist stark und hat ein äußerst scharfes Mittel in der Hand.
    Das wäre der nächste Schub für D., der dann einmal aus Brüssel und nicht aus China käme….

    Aber zurück zum Hauptthema:

    Wie sagte es schon unnachahmlich im Jahre 1994 der GROSSE Deng Xiao Peng?

    “ Mir ist es egal, ob die Katze schwarz oder weiß ist. — Hauptsache, sie fängt Mäuse.“

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