Prognosen – Glaskugeln und deren Folgen

Glaskugeln zur Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts
Quelle Prognose vom Prognose für 2011 Prognose für 2012
Bundesregierung Januar 2011 +2,3% +1,8%
EU-Kommission März 2011 +2,4% k.A.
Internationaler Währungsfonds Januar 2011 +2,2% +2,0%
Cogito September 2010 +3,2 n.a.
OECD November 2010 +2,5% +2,2%
DIW Ende April 2011 +3,0% +2,2%
Gemeinschaftsdiagnose der führenden Wirtschaftsinstitute April 2011 +2,8%
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung November 2010 + 2,2%

Da ist es also: Die erneute Revidierung der Schätzungen nach oben. Die Dinos bei der Bundesbank und den YETI-Instituten verkündeten heute 2011 wird für Deutschland wirtschaftlich ganz passabel. Erfreulicherweise bedeutet dies mehr Arbeitsplätze, so sollen die offiziellen Arbeitslosen- Zahlen unter 3 Mio im Jahresdurchschnitt fallen und was gerne vergessen wird, mehr Steuereinnahmen, Entlastung der Sozialkassen und in der Folge höhere Einkommen für Arbeitnehmer und höhere Gewinne für Unternehmen.

Die Schattenseiten werden gerne ausgiebigst diskutiert: Fachkräftemangel, Gefahr der Inflation und in der Folge die Nötigung der EZB die Zinsen zu erhöhen.

Nur schade das der Markt dies wie so oft vorweggenommen hat: Wie bereits in einem vor maligen Artikel geschrieben sind in den Durationen bereits 0,5 % Zinserhöhung seit September „eskomptiert„.

Für die Aktienmärkte ist dieser erste Zinsschritt in der Regel positiv, so zeigt es doch in erster Linie das die Notenbanker der Wirtschaft eine höher Zinslast zutrauen.

Also traut euch!

3 Gedanken zu „Prognosen – Glaskugeln und deren Folgen“

  1. Bei Arbeitslosenstatistiken wie auch bei Statistiken Allgemein sollte man immer an Winston Churchills Zitat denken:
    Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
    Vor allem seit Einführung von Hartz IV fallen viele aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik.Langzeitarbeitslose werden gern in arbeitsfördernde Maßnahmen gesteckt.Tatsächlich verschönern diese Maßnahmen einfach die Arbeitslosenstatistik, da die Arbeitslosen dann nicht arbeitssuchend und somit offiziell arbeitslos sind.

    1. ja..daher führe ich ja meine eigene Interpretation!:-)

      Vom Prinzip muss man nur verstehen, was die Statisitk messen will…und das es besser ist, wenn jemand 400 € selbst verdient, als vollkommen vom Staat zu leben..das sollte auch dem größten Churchill Fan einleuchten..
      und dieser Trend ist ungebrochen.

  2. Nach der Revision der Arbeitslosenstatistik im Herbst 2004 stieg diese auf den Höchststand von 5,1 Mio Menschen, um innerhalb von nur 7 Jahren bis Herbst 2011 um 50% zu schrumpfen auf den BRD-West-30-Jahre-Tiefststand von 2,5 Mio Menschen!

    Ein ungeahnter Wohlstandseffekt macht sich breit.

    Dieser ist nicht erreicht worden trotz, sondern wegen(!) der Weltfinanzkrise.

    Die westfälischen Sparkassen haben ihren Anteil an der West-LB auf 0 abgeschrieben und präferieren eindeutig die Liquidation derselben. Und so werden landauf, landab berüchtigte Geldvernichter aus dem Verkehr gezogen. Das Bankengeld steht also in weit höherem Masse für Kredite oder vernünftige Investitionen zur Verfügung und weit weniger für Wetten.

    Dieser historische Wohlstandseffekt führt auch zu historischen Höchstständen an Börsen — die deutsche Börse gehört auch dazu.

    Wie schön, dass wir diese Einschätzung seit Frühjahr 2009 durchgehalten haben.

    Für Neueinstiege ist es auch nicht zu spät.
    Da bieten sich für das Megathema Energie m.E. weiterhin russische Explorer mit einem KGV von 4 – 7 als Schnäppchen an.

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