Schnäppchen ? Die kauf ich nur beim Discounter…

„Investoren bemessen Aktien immer noch mit viel Skepsis. Kaum jemand vertraut auf die Erholung und die Gewinnerwartungen“, sagt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Er kann dem Argument, dass die Börsen derzeit viel Hoffnung vorwegnehmen und deshalb zu stark vorweglaufen, wenig abgewinnen. Im Gegenteil: „Anleger hegen immer noch starke Zweifel an der Konjunkturerholung. Deshalb steigen die Aktienkurse nicht stärker.“ Ergebnis dieser Skepsis seien hohe Dividendenrenditen, sagt Hürkamp.

Vollständig unter:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/aktienmaerkte-viele-anleger-verschenken-leichtfertig-geld;2554767

Nun besser formuliere ich seit Oktober 2008 es auch nicht.

Interessanterweise war ich zu diesem Zeitpunkt auch bei einer europäischen Bankengruppe eingeladen, zum einen, um das Deutschlandgeschäft voranzubringen …( so zumindest die Verantwortlichen für das  Deutschland- und Westeuropageschäft und später im Verlauf der Verhandlungen  der  Vorstand höchstselbst) und zum anderen – die Arbeitsweise dieses auf gehobenes „Wealth-Managment“ spezialisierten Hauses- kennenzulerenen.

Also mitten in der Finanzkrise bat dieses Haus seine Kunden zum Symposium. Die Stimmung war der Zeit angemessen anfänglich frostig bzw. niedergeschlagen.

Die Analyse und die Präsentation—rein Fakten basiert- und mit schönen Analogien versehen hat mir sehr gut gefallen.

Die Quintessenz : Produktivkapital ist so günstig wie seit 1994 nicht mehr. Die Empfehlung: Kaufen und Schlaftabletten nehmen und nicht die langfristige Perspektive verlieren.

Ich hoffe sehr das viele Kunden dieser Empfehlung gefolgt sind…doch die Erfahrung lehrt anderes…denn im März 2009 waren die Preise nochmals billiger…

noch mehr Schnäppchen…und ähnlich wie die pro-zyklischen Institutionellen siegt beim Privatkunden ein merkwürdiger „Angsterhaltungstrieb“….

Rette ..was zu retten ist…

Diese Gruppe — Schockverarbeitung , dauert je nach Ignorationsfähigkeit zwischen 6 und 12 Monaten….

stehen zum Großteil vor dem selben Problem ..wie seit Mai 2009 .

gefühlte Sicherheit zu 3 % p.a.

oder 20 % Risiko ( Draw-Down Potential) mit 5 % Dividendenrendite und – allerdings- einer Erwartungsrendite von 50 % auf Zwei-Jahres Frist.

Lösungsvorschläge ? Wir haben Sie….Ideen willkommen.

Freundlichst

Up

2 Gedanken zu „Schnäppchen ? Die kauf ich nur beim Discounter…“

  1. Vielen Dank !

    gerade an der „Selektion“ der Qualität muss man im Grundverständnis in der Bevölkerung arbeiten.

    Doch ich will darauf hinweisen, dass eben auch gute Unternehmen gegen die Flut des Geldflusses (Ab- oder Zufluss) chancenlos sind…
    und daher darf mann/frau auch die „Trends“ an den Börsen nicht missachten!
    Weder nach oben als nach unten:-)

  2. Ein Lösungsvorschlag ist das „Smoothing“, das gute brit. Lebensversicherer betreiben.
    Es befreit aus der Psychofalle, indem der Versuch, an beiden Märkten (Aktien und Anleihen) eine Durchschnittsrendite zu erzielen, durch regelmäßiges Rebalancieren der Quoten unternommen wird. #
    Klartext: Bei fallenden und stark gefallenen Aktienkursen wird nachgekauft, bei steigenden und stark gestiegenen Kursen wird die Aktienquote reduziert. Das gilt entsprechend auch für Anleihen, die ganz aktuell sehr übertrieben bewertet sind.

    Dem Einzelinvestor hilft sehr nachdrücklich der Gedanke, dass die hinter den Anteilsscheinen („Aktien“) stehenden Unternehmen bei weitem nicht so schwanken wie
    die Kursnotizen.
    Wer sich also die Mühe macht, Umsatz-, Gewinn-und Dividendenentwicklung zu studieren, gewinnt die nötige Distanz zum lärmenden Börsengetöse.

    Und ein weitere Erkenntnis hilft ebenfalls: Megatrends wie Schwellenländer, wachsender Energie- und Rohstoffbedarf, werden durch starke Marktschwankungen kurzfristig unter-brochen, aber nicht außer Kraft gesetzt.

    Jahrmillionen von Evolution haben in unseren Gehirnen implentiert, dass es sicher ist, mit der Gruppe zu gehen.
    An der Börse ist das tödlich.
    Der kluge Investor braucht also nicht nur Geduld, sondern vor allem Mut(!), sich gegen die Gruppe zu stellen.
    ……und das gilt ja erst recht, wenn er in der „besten“ aller Zeiten zum (fast leeren) Ausgang geht und die Schlußgewinne den anderen überlässt.
    Er weiss einfach, dass sie diese Gewinne nicht halten werden, und das ewig gleiche Spiel irgendwann für ihn von vorne beginnt.

    Wie sagt es also Buffet so treffend?
    „Wir sind gierig, wenn alle ängstlich sind,
    wir sind ängstlich, wenn alle gierig sind.“

    Und, wie Sie so schön darstellen, herrscht zur Zeit noch die Angst.
    Also: Zeit zum Schnäppchenkauf.

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