Silber und Öl normalisieren sich… Crash? Ist ein Corner am Werk?

Rohstoffmärkte – Deuten diese Bewegungen auf ein Abkühlen der Konjunktur hin?

 

Der Rohstoff Silber hat  nun seit zwei Wochen fast 25% an Wert verloren. Der Grund für den Kursverlust dürften neben einer überfälligen technischen Korrektur die erhöhten Margin-Anforderungen für Spekulanten sein. Die Terminbörse Comex hatte die Margin im Handel mit Silberterminkontrakten zuletzt schrittweise erhöht.  Jeder weitere Kursverlust im Silber löst neue Zwangsverkäufe bei Silberspekulanten aus, die ihre Margin nicht mehr stellen können. Ähnliches ist auch beim ÖL zu beobachten, wobei hier die Komponente der „Währungskorrelation „noch hinzukommt. So ist es auffällig, das bei steigendem Dollar auch Öl in der Regel nachgibt. Die unterschiedlichen prozentualen Bewegungen sind der Größe der „Einzelmärkte“ geschuldet. Einzig  Gold entzieht sich noch tapfer diesem Mechanismus.

In den letzten Monaten hat sich eine große Anlegerschar in den Rohstoffmärkten wieder  zusammengefunden, mit der festen Überzeugung, dass Rohstoffe werthaltige und sichere Investments in einem unsicheren geldpolitischen Umfeld seien. Der Markt  hat dieser Denkweise nun wieder einmal in seiner neckischen Art die Grenzen aufgezeigt. Gerade in den Rohstoffmärkten kann man sehr schnell, sehr viel Geld verlieren, wenn die Blase erst einmal platzt. Im Gegensatz zu einem Investment wie einer Immobilie oder Aktie , für die der Investor =  ( Chancen und Risiken abwägender Anleger/ Unternehmer) jährliche Einnahmen in Form einer Dividende oder Miete erhält, besteht der Sinn Edelmetalle und Öl zu kaufen, einzig und allein darin, in Zukunft jemand anderen zu finden, der einen höheren Preis dafür bezahlt , bzw. aus den genannten Verkaufsargumenten ( Staatschulden, Eurokrise) eine Wette auf den Zusammenbruch der Marktwirtschaft und des Geldsystems eingehen will. Nebenbei bezahlt man noch Lager- und Opportunitätskosten, welche sehr schön über die Futurelaufzeiten (Contago)  zu beobachten sind. Edelmetallkäufe sind also keine Investments, sondern hochriskante Spekulationen. Besonders im engen silbermarkt ist der Versuch eines „Corners“ nichts Neues.

Die Gebrüder Hunt lassen grüßen…

Deuten diese Bewegungen nun auf eine Abkühlung der weltweiten Konjunktur?

Ich meine …Nein. Im Gegensatz zu 2007 sind die Blasen noch immer soetwas von „Geplatzt“. Man blicke nur auf die letzten Daten von den amerikanischen, spanischen und andere Immobilienmärkte über welche als Underlying wertlose Billionen in das System gepumpt wurden. Auch die Diskussion über die Staatsverschuldung erinnert mehr an „Eulenspiegelei“. Solange Menschen leben und arbeiten werden sie sich in einem Staatsgefüge organisieren und egal wie man das Kind nennt, für die zur Verfügung gestellte Infrastruktur „Abgaben“ bezahlen.

Dies ist ein stetiger, wenn auch schwankender Liquiditätsfluss! der Puffer der Staaten…oder die empirische Grundlage, weshalb Staaten breitere Schultern haben, als wir als Individualbürger.

Die aktuellen etwas schwächeren Daten von der Konjunkturfront sind wie so oft durch logisches Denken zu erklären.

Der Schreck sitzt nach der Japankatastrophe immer ein paar Wochen in den Köpfen, daher die verhaltenen Aprilzahlen. Hinzu kam die etwas voreilige „Zinserhöhung“ der EZB, welche zumindest psychologisch auf den Rentenmärkten eine gewisse Hysterie auslöste. Seit dem Tag der Zinserhöhung erholen sich übrigens die Rentenfuture deutlich. Ein sicheres Zeichen das große Adressen zu intensiv auf die „Zinswende“ wetteten.

Inflation: Auch hier nur ein statistischer Angleich an die 2008 Spitze. Ähnlich wie bei den Wachstumszahlen wird sich auch hier die nächsten Monate der statistische Basiseffekt bemerkbar machen, d.h. Sie werden nominal zurückgehen.

Der wichtigste Punkt in der fundamentalen Zukunftsbetrachtung bleiben weiterhin die Verhältnisse Refinanzierung-Liquidität- und Auftragslage der Unternehmungen. Diese sind im langfristgen empirischen Kontext positiv. Daher werden sich die Aktienmärkte an der „wall of worry“ weiterhin ausrichten und steigen.

 

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