So sad…America … Who are you ?

Ist es so traurig ?

Es ist traurig was aus den USA geworden ist. Wie der Drogensüchtige verzweifelt nach dem Dealer Ausschau hält, der Alkoholiker nach dem Kellner seines Vertrauens, blicken die Marktteilnehmer auf die kommenden Entscheidungen der US-amerikanischen Zentralbank. Wieviel 100 Milliarden wird die Fed diesmal in den Markt pumpen? 300? 500? Gar eine Billionen niegelnagelneue, frisch riechende Dollar?

Während der Rest der teil- und voll entwickelten Welt sich ökonomisch teils befriedigend, teils auf geradezu sensationelle Weise von den Nachwehen der Finanz-und Wirtschaftskrise erholt, hängen die USA weiter am Tropf ihrer Notenbank.

Das Problem auf den Punkt gebracht: Wenn man schon voll mit Alkohol, Speed und Kokain ist, dann bringen einen selbst hohe Dosen an Rauschmitteln kaum noch vorwärts. Der (kalte) Entzug ist das wohl einzige Mittel der Gesundung, um auch wieder ein normales Leben führen zu können. Praktiziert wird das Gegenteil. Die amerikanische Wirtschaft steht nun schon seit geraumer Zeit unter Volldröhnung. Niedriger kann die Zentralbank die Zinsen praktisch nicht senken. Immer noch mehr Liquidität für die Banken bringt der Realwirtschaft nichts mehr.

Soweit Daniel Kühn in einer – wie so oft – einseitigen Betrachtung der vermeintlichen Symptome.

Zugegeben…wenn man sich eine Währung wünscht welche „real“ hinterlegt ist, dann bleibt das „fraktionierte „Fiat-Money-System“  natürlich unverständlich.

Zugegeben die Ideen der „Monetaristen“ gepaart mit unreguliertem Neo-Liberalismus hat 2008 fast eine weltweite Kernschmelze ausgelöst.

Was in der aktuellen Diskussion 2010 immer noch gerne vernachlässigt wird, ist das die Politik in 2008 die einzige Lösung gewählt hat, welche das Vertrauen stabilisiert. Es ist wie so oft, dadurch das der „Worst case“… nicht spürbar wurde, kommen viele – von denen man natürlich in 2007 auch nichts gehört hat- und drücken ihren Finger in die vermeintliche Wunde.

Dabei bleibt die kausale Begründung oft in der Linearität und Ideologie des Autors stecken…

Wie ist den der aktuelle Zustand der USA ?

Die harten Fakten auf der Soll-Seite sind prekär, doch nicht unlösbar. Wer das Buch von Kenneth/Rogoff  „Diesmal ist alles anders“ gelesen hat, der kann sich eine empirische Wahrheit merken:

Ein Staat dessen Staatsverschuldung ca. 90 % des BIP erreicht, wird zukünftig in der Regel ( so war es in der Vergangenheit) von Deflation und schwachem „Potenzialwachstum“ heimgesucht.

Konsequenz ist das „Geld“ real mehr wert wird. Kommt nun die „Unattraktivität“ der Allokation noch hinzu, führt dies zu einer völlig „perversen“ Hortung von Papierscheinchen ( in einem Buchgeldsystem !), da „Risikoinvestments“ keine angemessene „Überrendite“ versprechen.

Das ist und bleibt die große Sorge der Fed. Ein Blick auf Japan reicht.

Meiner Meinung nach soll  das „angedrohte “ QE2 folgendes bewirken:

1. Es wird Vertrauen erhalten. Woran die USA und die politische Wahrnehmung in der neuen Welt krankt, ist noch immer die Skepsis, sozusagen die Schockstarre der Erkenntnis seit 2008, das die USA nicht mehr der Nabel der Welt sind.  Weder wirtschaftlich noch politisch. Umso wichtiger ist es binnenpolitisch die Wirtschaft vor obigem Szenario zu retten. QE2 soll die Hortung der Liquidität nun endgültig auflösen. Ich hatte schon darauf verwiesen, dass z.Z. bei den amerikanischen Banken ca. 2 Billionen Cash rumliegen und auch die amerikanischen unternehmen lieber auf 1 Billion rumsitzen, als Leute wieder einzustellen oder diese Gelder in neue Projekte zu investieren.

2. Gleichzeitig ist es für die amerikanische Regierung wichtig, da somit für 2011 die Auktionen zur Prolongation der auslaufenden Staatsanleihen und zur Finanzierung der Neuverschuldung gesichert sind.

3. Spätestens in 12 Monaten wird man sehen, das die amerikanische Wirtschaft zu alter Stärke zurückgefunden hat, denn die Pflänzchen  gedeihen zusehnds. Das beobachtete Indikatorenbündel für USA hat die Sommerdelle überwunden. Konsequenz wird ein „Jobboom“ sein und allenthalben Unverständnis bei den Vertretern der „Weltuntergangspropheten“.

Die heutige Wahl sieht die Republikaner vorne…die Börse mag Obama nicht..daher besteht das einzige Enttäuschungspotential in einem besseren Abschneiden der Demokraten, d.h. Wall Street erfüllt einen der Wünsche die Amerika helfen, wenn es weiter steigt:-)

freundlichst

Up

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