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Wider die Theorie ….das Performance – Wunder

Algorithmus oder fundamentale Zusammenhänge ?

Medallion ist selbst in der von Renditen verwöhnten Hedge-Fonds-Branche eine Klasse für sich: Rund 45 Prozent Rendite im Jahr hat der Fonds seit dem Ende der achtziger Jahre nach Angaben des „Wall Street Journal“, das sich auf die Einsicht interner Dokumente beruft, durchschnittlich erzielt. Selbst in der jüngsten Finanzkrise, als viele Hedge-Fonds schwere Verluste erlitten, blieb Medallion profitabel: Das Jahr 2008 schloss er mit einer Rendite von sage und schreibe 80 Prozent ab. Sein letztes Verlustquartal verbuchte er im Jahr 1999. Wider die Theorie ….das Performance – Wunder weiterlesen

Wer ist schuld? ein kleiner philosophischer Ausflug…

Einerseits ist die Frage ganz schnell beantwortet: wir alle! Weil uns so viele Menschen Gutes getan und uns über Generationen hinweg den Weg bereitet haben, sind wir alle Schuldner. Oder auch, weil wir uns so viel genommen, beansprucht haben – berechtigt oder unberechtigt. Schuldbewusstsein in diesem Sinne wird nicht mehr so gepflegt. Als Christ sollte man den Gedanken, dass wir alle Schuldner sind, geübt haben. So heißt es im Hauptgebet: „(…) Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. (…)“

Und der größte Rationalist des Abendlandes schrieb:

Immanuel Kant:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. „Sapere ande!“ „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ ist also der Wahlspruch der Aufklärung. Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter majorennes), dennoch gern zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. (…..) Selbstdenken heißt: den obersten Probierstein der Wahrheit in sich selbst (d. i. in seiner eigenen Vernunft) suchen; und die Maxime, jederzeit selbst zu denken, ist die Aufklärung.

Andererseits ist die Schuldfrage überall da, wo wir einen Schuldigen suchen, nicht so leicht zu beantworten. Selten übernimmt jemand die Verantwortung freiwillig, muss hingegen meist sprichwörtlich zur Verantwortung gezogen werden. Und weil wir alle Recht haben wollen, streitet eine steigende Zahl von Juristen dafür, dass uns Recht zugesprochen wird.

„Schuldig“ heißt es dann. Aber ist damit die menschliche Schuldfrage wirklich beantwortet? Gibt es überhaupt Fälle, bei denen nur einer schuldig ist?

Sicher: Was ich versprochen habe, muss ich auch verantworten. Aber wie oft werden Versprechen unterstellt, die ein Mensch gar nicht geben kann, weil die Ereignisse nicht alle in seiner Verfügungsmacht liegen und Kräfte hineinwirken, derer er sich normalerweise nicht bewusst werden kann, denn was regelmässig vergessen wird, das Leben fließt.

Es soll hier nicht ein geordnetes Rechtsleben in Frage gestellt werden, eher seine zunehmende Instrumentalisierung und zunehmende Pragmatisierung bis hin zur bürokratischen Willkür.

Vielmehr geht es um die Beziehung zwischen den Menschen. Denn diese wird durch die Schuldfrage tangiert, wenn nicht sogar wesentlich geprägt. Wir sind heute weniger bereit, jemanden zu entschuldigen.

Es ist ein großer Irrtum – den die Wortwendung „ich entschuldige mich“ nahelegt –, dass ich meine Schuld selbst abstreifen könnte. Vielmehr müssen mich die anderen entschuldigen, wie ich sie. Dies ist das Geschenk untereinander, das die Rache auflösen und Frieden stiften kann.

In einer Welt, in der immer die anderen schuld sind, wenn etwas Unglückliches passiert ist, wird das Glück seltener werden. Dafür gibt es bei uns in Deutschland genug Anschauungsbeispiele. Wird gesiegt, fühlen wir uns alle beteiligt;

geht’s schief, wussten wir es von Anfang an – und auch, wer schuld ist. Und wenn jemand etwas sagt, was wir für falsch halten oder nicht diskutieren wollen, mobben wir ihn oder schließen ihn sicherheitshalber öffentlich aus, dem Rechtsweg zuvorkommend.

In einer Gesellschaft, in der Selbstgerechtigkeit, oft als „Gutmenschentum getarnt,  und populistische (Vor-)Verurteilungen zunehmen und gleichzeitig Toleranz,  Duldsamkeit und Selbstkritik abnehmen, wird es ungemütlicher zum Leben.

Das kann materieller  Wohlstand nicht ausgleichen.

Wie versöhnlich klingt da Erich Kästner: „(…) Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!“.

Auch wenn das stimmt, ist es kein Freibrief für Schlendrian und Nachlässigkeit, sondern eine Aufforderung zur gegenseitigen Achtsamkeit und Respekt.

Ein gutes Leben ist ein friedliches Leben,
und das wünscht Ihnen

Uwe Paul

The Taylor Rule And The “Bond Bubble”

Here’s a thought for all those insisting that there’s a bond bubble: how unreasonable are current long-term interest rates given current macroeconomic forecasts? I mean, at this point almost everyone expects unemployment to stay high for years to come, and there’s every reason to expect low or even negative inflation for a long time too. Shouldn’t that imply that the Fed will keep short-term rates near zero for a long time? And shouldn’t that, in turn, mean that a low long-term rate is justified too?

So I decided to do a little exercise: what 10-year interest rate would make sense given the CBO projection of unemployment and inflation over the next decade? (CBO also makes interest rate projections — but you’ll see in a minute why I want to roll my own.)

What we need, first of all, is a Taylor rule. I decided to use the simplified Mankiw rule, which puts the same coefficient on core CPI inflation and unemployment. That is, it says that the Fed funds rate is a linear function of core CPI inflation minus the unemployment rate. Here’s what a scatterplot for 1988-2008 looks like:

So unser Nobelpreisträger in seiner NY-Times Kolumne. Kurze Erklärung für Nicht – Volkswirte. The Taylor Rule And The “Bond Bubble” weiterlesen

Klassenkampf ? Beteiligungen am Produktivkapital ..die Aktie !

Aktien werden einer Studie zufolge zunehmend zur Geldanlage für höher Gebildete und Gutverdiener. Während die Zahl der Aktienanleger insgesamt in den vergangenen fünf Jahren um 17,9 Prozent geschrumpft sei, sei die Zahl der Aktionäre mit Abitur dagegen um 6,3 Prozent gestiegen, teilte das Deutsche Aktieninstitut (DAI) mit. Bei den Anlegern mit Fachabitur habe es zwischen 2005 und 2010 einen Zuwachs um 2,3 Prozent gegeben.

stellt die Welt heute fest. – und weiter :

Unter den verschiedenen Berufsgruppe sei in den vergangenen Jahren lediglich unter den leitenden Angestellten und höheren Beamten die Zahl der Aktionäre gestiegen – und zwar um knapp ein Fünftel (19,9 Prozent), teilte das DAI mit. Massive Rückgänge hingegen habe es in der Gruppe der Arbeiter gegeben (minus 60,9 Prozent), unter Studenten, Schülern und Auszubildenden (minus 36,6 Prozent), Selbständigen, Freiberuflern und Landwirten (minus 35,4 Prozent) und Hausfrauen (minus 31,8 Prozent).

Ich persönlich finde dies hoch bedauerlich. Es ist emotional allerdings  verständlich.

Wenn man die letzten Jahre seit 1996 Revue passieren lässt, so ist die Diskrepanz in dem Tun der Vorstände und der Politik mit dem bekannten Ergebnis nachzuvollziehen.

Doch jeder Anleger der nun aus den Aktienmärkten flüchtet, weil er im letzten Jahrzehnt auf die Versprechungen der Politiker, Unternehmenslenker und den Bankern vertraute, sollte sich aktuell bitte folgende Punkte durch den Kopf gehen lassen:

1. Aus den Untersuchungen rund um das „Financial Behaviour“ wissen wir, historische Tiefpunkte in Aktienmärkten korrespondieren mit dem Abwenden der aktuell lebenden Generation, welche die Erfahrungen einer Baisse machen mussten. ( Siehe Keyenes 1938, bzw. die Empfehlungen aus den Achtziger Jahren….Gold ? )

2. Diesen Punkt habe ich schon öfters in der langfristigen Analyse publiziert:

Das grundlegende FED-Modell in seiner einfachsten Form setzt die Aktienmärkte ins Verhältnis zu den Anleihemärkten.

Das durchschnittliche „Renditeerwartungsmodell“  der Aktienmärkte betrug 2000 nur noch 3 ,3 % p.a. , während die Anleihemärkte 6,5 % p.a. erwarten liessen…oder in Form der nominalen Bewertung ausgedrückt:

Aktienmärkte hatten 2000 ein durchschnittliches KGV von 30 , die Anleihemärkte von um die 16.

Heute hat sich dieser Wert wie folgt verändert:

Aktienmärkte haben ein durchschnittliches KGV auf den Hochrechnungen von 2010 von um die 13 !

Anleihemärkte..bei zehnjährigen Bonds……….na sie ahnen es……………………………………………….30 !

oder in Renditerwartung ausgedrückt :                             Aktienmärkte 7,7 % p.a.

geg.  den bek.                                                                                                             3,3 %  p.a. am Anleihemarkt!

Nun aus meiner Sicht sind nur diese zwei Punkte  „das gesellschaftliche Sentiment“ und auf der anderen Seite eine sehr einfache Form des  fundamentalen Markttimings zwei MONSTERARGUMENTE,

welche für ein Engagement in Produktivkapital = Unternehmensbeteiligung = Sachwert = Aktie sprechen.

Mit dem richtigen Partner und der entsprechenden Philosophie und Theorie kann man sogar die Punkte Angst und möglichen Kurseinbruch im richtigen Konzept einbinden und minimieren.

Ich kann mich seit Anfang 2009 nur wiederholen:

Kauft Aktien!……die Hausse geht in die nächste Phase und trotz dem unleugbaren Volatilitätsrisiko ( nie vergessen….nur realisierte Verluste sind Verluste ! ) steht die Welt vor neuen Zeiten und Herausforderungen…

und mich würde es keinen Deut wundern, wenn in zehn Jahren die Schlagzeilen lauten:

2010- 2020:         DAS JAHRZEHNT DER AKTIE !

incl. Höhen und Tiefen….:-)

freundlichst und schönes Wochenende

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