Unser virtuelles Geld – Wie sicher?

 

virtuelles Geld im System

Unser Erspartes ist eine ziemlich digitale Angelegenheit. Das geht schon damit los, dass man die gesamte Umlaufsumme nicht in der Hand halten könnte auch wenn man diese druckt.Das Welt- Bip 2013 wird z.Z. auf 70 Billionenen US Dollar geschätzt.

Diese müssen – theoretisch- da es sich um Leistungen handelt auch bezahlt werden. Womit – na klar – mit Geld. Das Umlaufvermögen in Bargeld – also diese bunten Papierscheinchen- liegt bei ca. 10 %, der Rest ist Sache der Computer- der virtuellen Giralkonten.

Wer seine Einlage dem Institut anvertraut – sprich dem Emmittenten – der unterliegt den normalen Marktmechanismen. Eine Einlage bei der Bank ist über deren Eigenkapital gedeckt…sollte man meinen, doch im Detail sind bei der oft beschriebenen Kernkapitalquote mal gerade 8,5 % über das Eigenkapital abgedeckt. Banale Mathematik ermöglich nun Rückschlüsse zu ziehen, wieso die virtuelle Geldmenge weltweit auf 600 Billionen geschätzt wird. Zu Zeiten vor 2009! lag diese Kernkapitalquote bei 2 % !  ..im Durchschnitt. Das erklärt auch sehr einfach, wieso von Heute auf Morgen Banken -rekapitalisiert werden müssen – den ein virtueller Verlust von 1 % aus 600 Billionen sind 6 Billionen verbranntes-verschwundenes  Eigenkapital bedeuten. So zimlich genau um diese 6 Billionen ist unser System seit 2009 rekapitalisiert worden – großteils über die Staatsverschuldung.

Und damit sind wir bei dem hochgekochten zypriotischen Bankenmodell – wie im Großen, so im Kleinen:

Man biete 4,5 % Guthabenverzinsung  ( das Doppelte dessen, was eine deutsche Bank kann), sammele so schätzen wir mal 28 Milliarden von Russen und reichen Briten ein – die Einlagen sind ja über den europäischen Einlagensicherungsfonds seit 2010 bis zu 100.000,- € abgedeckt, investiere in griechische Anleihen das 10 fache des Eigenkapitals zu sagen wir mal 10 % Portfolio -Gewichtung und  macht dann zwangsweise – den Bail-out von 53 % mit – das Ergebnis?  28 Milliarden mal 0,47 ergibt 13,16 Milliarden realisierter Verlust. Autsch…

Die Folgen dieses Geschäftsmodells tragen seit einigen Tagen Hunderttausende Zyprer. Sie kommen am Geldautomaten nur noch an gerade mal 100 Euro. Die Banken bleiben bis Donnerstag geschlossen – und auch danach wird es eingeschränkt bleiben.

Unser Geld ist formal nicht gedeckt – doch ein Spiegel der jeweiligen  Stärke oder Schwäche der dahinterstehenden Volkswirtschaft und dessen Modells!

Nun zur Bank zu rennen, um sich seine Guthaben auszahlen zu lassen, ist jedoch auch keine Lösung. Die einzige Lösung ist eine Änderung der Tausch- bzw. Bewertungsbasis oder – und jetzt kommt es – eine Investition in Sachwerte ( Tausch in Immobilien, Aktien, Gold, Antiquitäten, also die Dinge die man anfassen kann) oder eben blanker Konsum (  Autos,  Urlaub etc.)  oder Zukunftsinvestitionen ( Ausbildung, Weiterbildung, Gesundheit, Kinder, Charity).

Problematischer Vertrauensverlust

Das System der virtuellen Rückdeckung setzt voraus, dass alle Beteiligten daran glauben. Der Lebensmittelhändler um die Ecke akzeptiert die Geldkarte auch nur solange, wie das nationale Banksystem gesichert ist. Dann will er Bares – in Europa klappt, das mit dem Euro noch problemlos. Übrigens auch in Afrika –  Erst wenn dieses Grundvertrauen ins Geld schwindet, wird es ernst.

So weit ist der Euro noch lange nicht. Die Währung ist stabil, die jährliche Geldentwertung liegt unter dem historischen Durchschnitt der DM. Daran ändert auch Zypern erst mal nichts.

Wichtig bleibt – aus politischer Sicht – das in erster Linie die Grundversorgung aufrecht erhalten bleibt und die weitere Regulierung des ausgeuferten Banken – und Mangementsektors, sowie der ausgeuferten Staatshaushalte erfolgt. Solange wir mit einem Hebel von rund 10 zur Realwirtschaft operieren, müssen die Verluste der einzelnen Player überschaubar bleiben. Wer sich an diesem Spiel nicht beteiligen will, dem bleiben diverse Experimente in den Wäldern Russlands oder im Dschungel Brasiliens.

Die Grundfrage einer modernen Informations- Konsum- und Geldgesellschaft bleibt folgende Metapher:

Wollen wir einen gesellschaftlichen Garten nach den Gesetzen des Dschungels oder lieber einen gepflegten englischen Garten?

Was macht mehr Mühe?

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