Während permanent bullische Beobachter die Gründe für die schwachen Märkte

in der Immobilien- und Subprime-Krise in den USA,

eine drohende Rezession in den Vereinigten Staaten und einen möglichen globalen Wirtschaftsabschwung, immer noch für „angeblich“ halten, und nach dem Strohhalm der Yen-Carry-Trades als unerschöpflich sprudelnde Liquiditätsquelle greifen, lebt das hässliche „D -Wort“  ( Deflation in folge einer nie für möglich gehaltenen keynsianischen Liquiditätsfalle ..auch wenn sie praktisch entgegengesetzt zur Theorie festzustellen war)  wieder auf.

Dies ist ein Aufsatz den ich im Sept/Okt. 2008 zusammengetragen  habe, welcher in seiner Aktualität nichts verloren hat, da die fundamentalen Mechanismen, mit denen die weltweite Wirtschaft zu kämpfen hat, unverändert gültig sind,

doch die Beschreibung  u. U. der theoretischen Interpretationen sich ändern muss !

Mein Modell hatte am 24. Okt ein massives kurzfristiges Kaufsignal generiert…es war schwer 80 % zu investieren….fällt mir beim Nachlesen so auf…

Ich markiere die heutigen Kommentare und Ergänzugen in Blau.

Nouriel Roubini fragt: Warum hat die Fed alle Zurückhaltung aufgegeben und die Leitzinsen innerhalb von acht Tagen um 1,25 Prozent gesenkt?

Die Trends der meisten Makroindikatoren können es nicht gewesen sein, sie geben zwar einen negativen Ausblick auf die Entwicklung der US-Wirtschaft, aber rechtfertigen einen solchen, von manchen Beobachtern als panisch titulierten Schritt nicht.

Seine Antwort: Die Wahrscheinlichkeit für einen katastrophalen Verlauf der mit der Kreditkrise angestoßenen Entwicklung steigt – es besteht die Gefahr, dass sich ein Teufelskreis herausbildet, in dem eine tiefe Rezession zu schweren Verlusten führt und diese wiederum die Rezession verschärfen – Stagdeflation. Das könnte am Ende sogar zu einer Kernschmelze des globalen Finanzsystems führen.

hmm….wir waren nach unseren Recherchen ungefähr zwei Wochen davon entfernt…spätestens Mitte/Ende November 2008 wären die Versorgungsunternehmen weltweit gezwungen gewesen..ihre Kapazitäten ihrem internen Leverage anzupassen. Das heißt in den meisten Industrieländern wären die Lichter etc. ausgegangen…dies erklärt auch die massive und einzigartige Vorgehensweise der Politik und der Notenbanken im Okt./Nov. 2008 und die Politik seither. DANKE !!!

Die US-Wirtschaft befindet sich nach dem Urteil einer zunehmenden Anzahl von Analysten bereits in einer Rezession. Dass sie schwerer ausfallen wird, als die beiden letzten in 2001 und 1990-1991, liegt auf der Hand. Die in den vergangenen Jahren aufgeblasenen Asset-Blasen sind weitaus größer und betreffen mehr Asset – Klassen. Sie dürfte mit vier bis sechs Quartalen auch deutlich länger dauern als die acht Monate zuletzt.

Wir erleben die größte Rezession des Häusermarktes in der US-Geschichte. Prof. Shiller, Mitbegründer des viel beachteten S&P Case/Shiller Hauspreis-Index, sagte hierzu: Die amerikanischen Immobilienvermögen haben schon ungefähr eine Billion Dollar an Wert eingebüßt. Das kann sich in den kommenden Jahren leicht verdreifachen und die Folgen der Subprime-Krise in den Schatten stellen.

Dies ist noch immer nicht völlig vom Tisch. Wir beobachten diese Entwicklung sehr genau.

Das Platzen der Kreditblase, die die Hauspreisblase erst ermöglichte, führt zu einer übergreifenden Kreditklemme. Wie ernst diese ist, zeigt sich auch in den Spreads der Indices für Credit Default Swaps. Sie notieren nicht erst seit gestern im Bereich ihrer Allzeithochs, in den USA werden Werte oberhalb von 700 Basispunkten erreicht.

Wie das Levering im modernen Finanzsystem funktioniert:

So wurde das Buchgeld hochgehebelt Vereinfachte Darstellung:

Die US-Verbraucher, zuständig für über 70 Prozent des Bruttosozialprodukts, haben jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt. Über die Rezession (und mögliche Depression) im Immobiliensektor sind sie jetzt gezwungen, sich einzuschränken – eine Konsum-induzierte Rezession ist per se eine ernste Angelegenheit, erst recht wenn sie einhergeht mit einer Bankenkrise.

Mancher bullische Beobachter sieht das Heil in den angekündigten staatlichen Anreizprogrammen. Aber viel Raum besteht hier nicht, argumentiert Roubini. Die Möglichkeiten sind weitgehend ausgereizt nach den Steuerleichterungen der Jahre 2001 bis 2004 und der „schönsten Erholung, die man mit Geld kaufen kann“. Kein Vergleich zu 2000, als das Staatsbudget noch einen Überschuss von 300 Mrd. Dollar auswies. Und selbst wenn noch ein großer Manövrierspielraum für staatliche Anreizprogramme bestünde, so wirken sie lediglich auf Fluss-, nicht auf die Bestandsgrößen der Volkswirtschaft, um die es aktuell geht. Haben Sie schon einmal ein Fass ohne Boden gefüllt?

Denn zahlreiche Banken operieren nur noch im “Survival-Mode”, versuchen die Größenordnung ihrer Verluste zu verschleiern und Kapital aus dem Ausland anzuziehen. Es wird vermutet, dass über 60 Prozent der Vermögenswerte der Banken auf den Hypothekenmarkt ausgerichtet sind. Ihrer hauptsächlichen Aufgabe, Kredite für die Wirtschaftssubjekte bereit zu stellen, können sie nicht mehr nachkommen.

Um dem zu begegnen, hat die Fed eine „Temporary Auction Facility“ (TAF) eingerichtet, die es den Banken erlaubt, sich ohne Information der Öffentlichkeit Milliarden bei der Fed zu leihen. Dafür werden sogar „Sicherheiten“ in der Form von „Mortgage-backed securities“ (MBS) und „Commercial paper“ (CP) akzeptiert. Mehr als 100 Finanzinstitute haben die „Großzügigkeit“ der Fed bisher in Anspruch genommen.

Gut…soweit Roubini vor 18 Monaten…doch was er bis heute auch nicht versteht…ist die immense Einigkeit und Abstimmung zwischen Politik und Notenbanken. Die Massnahmen gingen und gehen ja bis heute noch weiter.

Das was „quantitative Easing“ bezeichnet wird..ist ja ein Schritt in eine völlig neue Dimension der „Steuerung“…und was zunehmend noch immer nicht gesehen wird..das Buchgeld welches – zugegeben über nicht ganz reine Binanzierungsschiebereien- findet seinen Weg in den realen Wirtschaftskreislauf.

Am schnellsten erkennt man dies, an der unglaublichen Entwicklung an den Wertpapierbörsen… doch auch am Arbeitsmarkt erkennt man die Erfolge. In D ganz klar in USA kommt dies nun auch langsam in die Gänge!

Nicht auszudenken, wenn sie hätten ohne auskommen müssen. Insolvenzen in Serie wären möglich gewesen – und sind weiter möglich, weil weiter völlig unklar ist, welchen Wert all diese Papiere mit den geheimnisvollen Abkürzungen eigentlich noch haben. Ohne eine bewusst laxe Bankenaufsicht in der Vergangenheit wäre das nicht gegangen.

Zuletzt hat die Fed angekündigt, zwei im Rahmen der TAF geplanten Auktionen von Not-Ausleihungen um 50 Prozent auf 30 Mrd. Dollar zu erhöhen, „um das Vertrauen in die Geldmärkte wieder herzustellen“, wie es heißt. Der Anschein möglicher Insolvenzen muss mit aller Macht vermieden werden.

Was ist mit den geschätzten 300 Bill. Dollar an Derivaten, Credit Default Swaps und anderen, teils abstrusen Konstruktionen. Wird sich der virtuelle Reichtum in Luft auflösen, wenn die zugrunde liegenden Assets (CDO, MBS, ABCP) kaum noch das Papier wert sind (auf dem sie sowieso nicht stehen). Dennis Lockhart, Präsident der Atlanta Fed, findet vergleichsweise klare Worte: „Eine verschärfte Instabilität der Finanzmärkte muss in Betracht gezogen werden, die einhergeht mit fallenden Hauspreisen, volatilen Energiepreisen auf hohem Niveau, weitergehender Dollar-Abwertung und erhöhter Inflation.“

Ja…hier besteht ein weiterer grosser Denkfehler. Da es sich ausschließlich um “ fiktive Rechtserfüllungsgeschäfte “ handelte, haben sich ca. 80 %  dieser „Luftbuchungen“ tatsächlich …in Luft aufgelöst.

Hoppla, Inflation? Üblicherweise geht in einer Rezession die aggregierte Nachfrage zurück. Das führt normalerweise zu nachlassendem Preisdruck. Nur ein Schock auf der Angebotsseite wurde in einer solchen Situation eine Stagflation bewirken – denkbar bei einer kriegerischen Auseinandersetzung, die etwa zu einer Ölversorgungskrise führt.

Wenn die Bankenkrise weitergeht, dann werden weder ein Leitzins von einem Prozent (auf aktuellen Niveau ist er real schon negativ), noch weitere Finanzspritzen helfen, Ausleihungen und damit Geldschöpfung anzukurbeln. Dies hat die Geschichte im Japan der 1990er Jahre ebenso gezeigt wie die der Großen Depression der 1930er.

Richtig….daher hegen wir auch keine allzugrossen Inflationssorgen. Dazu sind die deflationären Tendenzen auch noch zu mächtig !

Inflation beginnt mit der Ausweitung von Kredit und Geldmenge. In der finanzindustrie-orientierten Wirtschaft unserer Tage hat es einige Zeit gedauert, bis dieser Effekt von den Asset-Märkten in die Güterwirtschaft herüberschwappte. Inflation endet, wenn die Geldversorgung der Zentralbank nicht mehr expandiert und/oder die Wirtschaftsubjekte keine Kredite mehr nachfragen, weil eine Ausweitung ihrer wirtschaftlichen oder spekulativen Aktivitäten keinen Sinn mehr macht.

Nun Gut…Wer das noch glaubt…..

Dazu passt eine Bemerkung von Milliardär George Soros auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos: Die gegenwärtige Krise ist nicht nur das Platzen der Hauspreis-Blase, sondern markiert vor allem das Ende der 60 Jahre andauernden, auf dem Dollar als Reserverwährung basierenden Kreditexpansion.

Einige Anzeichen sprechen dafür, dass die inflationäre Entwicklung mittlerweile ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Das bedeutet noch nicht Deflation. Sollte es jedoch darüber, dass sich die Rezession im US-Häusermarkt zu einer Depression auswächst und über folgende massive Hypotheken-Crashs zu einer heftigen wirtschaftlichen Kontraktion kommen, steigt die Wahrscheinlichkeit eines deflationären Szenarios. Gedanken an die Zeit zwischen 2001 und 2003 werden wach – wenn damals bereits eine milde Rezession reichte, um deflationäre Tendenzen hoch zu spielen, was ist dann jetzt im Busch?

das war wohl voll daneben…

Die Panik-Zinssenkung der Fed kann in dieser Hinsicht auch als Radikalmaßnahme interpretiert werden, einer deflationären Entwicklung durch stark fallende Zinsen (gleich billiges Geld, gleich Verhinderung von Liquiditätspräferenz) zuvor zu kommen. Wohl wissend, dass monetäre Mittel gegen eine einmal etablierte Deflation nicht mehr viel bewirken.

Der gegenwärtige Kurs der Fed bekämpft lediglich die Symptome, nicht die Ursache der Schwäche. Man will die Vermögenspreise stützen und die Verbraucher bei Konsumlaune halten. Dabei bleiben die vernachlässigbare Sparquote und die Abhängigkeit von ausländischem Kapital außen vor.

Wenn die Bemerkung von Soros stimmt und sich die 60 Jahre währende Entwicklung der auf dem Dollar als Reservewährung basierenden Kreditexpansion nun umkehrt, dann müsste folglich der Dollar seine schwächsten Tage hinter sich haben, d.h. eine Parität Euro/Dollar von knapp 1,50 dürfte das Ende der Fahnenstange sein und bleiben. Das mag damit zusammenhängen, dass in Zeiten der Krise Dollar-Investitionen heim geholt werden. Möglicherweise strömt auch Kapital von ausländischen Staatsfonds ins Land – Recycling der über die vergangenen Jahre zur Dollar-Stützung angehäuften; in die Billionen gehenden Währungsreserven. Ein Hinweis darauf dürfte die Entwicklung der T-Bond-Renditen geben. Mancher Beobachter sieht ein Niveau von 6,6 Prozent bei den 10jährigen, was gleichzeitig eine schwere Rezession signalisieren würde.

Nouriel Roubini spricht von der Gefahr einer Stagdeflation. Er meint nicht nur, dass der Preisauftrieb im Gefolge der Rezession nachlässt, sondern dass zur wirtschaftlichen Stagnation sinkendes Preisniveau hinzukommt. Starken Preisverfall sieht er übrigens auch bei nahezu allen Vermögensklassen. Das ergäbe in der Tat einen wichtigen Hinweis auf den Kondratieff-Winter, der letzten Phase eines langen Wirtschaftszyklus.

Roubini stützt sich auf die Erfahrungen in Japan nach 1990. Ob dieser Vergleich zulässig ist, bleibt dahingestellt. Damals befand sich Japan im globalen Rahmen soliden Wachstums. Fällt diese Voraussetzung weg, ist eine andere Entwicklung wahrscheinlicher. Immerhin tragen die USA 25 Prozent zum globalen Bruttosozialprodukt bei, wobei die am stärksten wachsende, finanziell nicht eben stabile Volkswirtschaft, China, von den USA besonders abhängig ist. Mir scheint in diesem Umfeld statt Stagnation eher nachhaltige wirtschaftliche Kontraktion wahrscheinlich, insbesondere, wenn das worst-case-Szenario einer Systemkrise der Finanzindustrie aufzieht.

In einem Umfeld eines sich mittelfristig befestigenden Dollars und einer eher deflationären Preisausrichtung, dürften auch die Preise der Edelmetalle nicht mehr in den Himmel wachsen. Sicher spielt Gold weiterhin seine Krisenfunktion aus, was tendenziell stützend wirkt. Aber die mit einer Deflation einhergehende Liquiditätspräferenz hinterlässt dann auch hier Spuren.

O.K…dieser Absatz beschäftigte sich mit der Wechselwirkung der Globalisierung. Wie man Stand heute feststellen kann, das Schlimmste konnte durch die Einigkeit bisher verhindert werden und der Prozess der weltweiten BIP-Verschiebung hat sich eher noch beschleunigt, da die gesättigten Industrienationen sowohl aufgrund ihrer Staatshaushalte, als auch durch die „interne Wohlschandsausschöpfung“ deutlich länger benötigen, um an die Vorkrisenzahlen anzuknüpfen.

Zusammengetragen aus verschiedenen Quellen. Okt/Nov.2008..Cogito U. Paul aktualisiert im April 09

freundlichst

Up

4 Gedanken zu „Während permanent bullische Beobachter die Gründe für die schwachen Märkte“

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  3. Luftbuchungen über Derivat.

    Ich war mit meinem Börsenverein in dieser Woche im Commerzbank-Tower und in deren etwas vom Tower abgelegenen Handelssaal.
    Über hundert Meter „Commerz“ erwarteten mich in einer riesigen Halle mit bis zu 8 Monitoren an einem Platz.
    Die Derivate-Abteilung hat nach wie vor einen bedeutenden Anteil an der Gesamtanzahl der Handelstische. Produktmanager produzieren munter immer neue undurchsichtige Anlageformen, bei denen selbst der Experte stellenweise nicht mehr mitkommt.
    Da es diese Assets in dieser Menge (Zertifikate, Swarps) erst sehr kurz gibt keimte in mir die Frage auf wie sich diese neue Anlageentwicklung langfristig auf den Markt auswirken wird, außer dass sie den Anteil an Hebelpapieren erhöht und die Leerverkäufe und damit kurzfristig die Volatilität fördert. Ich frag mich ob das schon jemand untersucht hat wie sich all diese Wetten auswirken?
    Oder lösen sich die eher kurzfristigen Auswirkungen langfristig wie Luftbuchungen in Wohlgefallen auf, weil sich die meisten Wetten durch Gewinner und Verlierer sowieso ausgleichen?

    1. Tag..
      nicht ganz…wie bei jedem einseitigen Rechtsgeschäft setze ich oder das Handelshaus die Prämie ein oder kassiere diese..( bilanziere aber die 100 % )

      die Quote dürfte empirisch bei
      90 % Ausbuchung liegen..und wir verfolgen „die virtuelle Geldmenge“ seit 1996 …untersucht wurde das nirgends…die Märkte sind doch effizient:-)
      Die Auswirkung haben wir erlebt…wegschmelzen des Eigenkapitals, da einige so schlau waren…..dieses als Margin zu nehmen..

      ( vereinfacht ausgedrückt..)

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