Warum gelten die Aktienmärkte als gefährlich ?

Während die Aktienmärkte in eine Phase der Unentschlossenheit eintraten, erholte sich das wirtschaftliche Leben in D  und auch weltweit -mit Ausnahme der USA-  nun für alle offensichtlich zusehends.

Interessant bleibt  die psychologische Wahrnehmung…

aufgrund der Erfahrung des letzten Jahrzehnts sind  sowohl im realen Wirtschaftsleben, als auch bei den Investitionsentscheidungen nur noch zwei Dinge scheinbar möglich…

die vermeintliche Suche nach Sicherheit..also Staatsanleihen für 2,5 % p.a. auf 10 Jahre

oder

wegen der niedrigen Zinsen…werden  abenteuerliche „One-Point- Strategien“ die unter Missachtung aller „kaufmännischen Sorgfalt“…Traumrenditen – natürlich sicher –  vorgaukeln..von über 30 % avisiert.

Das Netz ist voll von solchen Angeboten und viele „Strukkis“ aus der FDL, welche mit den erhöhten gesetzlichen Anforderungen nicht mehr klar kommen, tauchen mittlerweile entweder im „Internetmarkt, bei  Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik etc.“ auf…oder finden sich beim „Verscherbeln“ von „innovativen Energiekonzepten“ wieder.

Dabei läuft die Masche immer gleich:

In der üblichen modifizierten Systempyramide finden sich an der Spitze „Vertriebsprofis,“ welchen in der Regel das zu vertreibende „Produkt“ völlig egal ist.

Denn der Hauptkunde sind „Sie“ und ihre Verwandten, Bekannten und Freunde. Die Provisions- und Pyramidentabellen sind üppig..und aufgrund des „modifizierten Schneeballsystems“ soll bzw. muss jeder, der in der neuen Firma/Struktur etwas werden will…

das Produkt erwerben.

Während bei den bekannten MLM – und Franchise-Firmen wie Amway, Herbalife, Tupperware, Vorwerk – Subway, MCDonalds oder Kieser und wie sie alle heißen… entweder die Produkte  ganz anständig sind, oder das Konzept sich als tragfähig erwiesen hat…

finden sich  z.Z. Angebote, welche das Blaue vom Himmel versprechen.

Seien es nun Cashback- Portale , welche Lizensen verkaufen oder Blockheizkraftwerke (BHKW) die angeblich mit staatlicher Garantie aus dem EEG 20 Jahre  todsichere Erträge erwirtschaften. Selbiges findet sich auch  bei Photovoltaik- Anlagen, bzw. bei  Anbietern, welche die Bausparkassen neu erfunden haben…

Diese Vertriebs- Masche ist uralt…

Geben Sie acht, wenn folgendes Geblubber erzählt wird:

– Unser Produkt ist einzigartig und konkurrenzlos!

– Sie haben kein Risiko, weil die Einnahmen staatlich garantiert sind

– Dieses Angebot eröffnet Ihnen endlich die Renditechance, welche auch für Institutionelle ganz normal ist

– Sie müssen pro Woche /Monat nur zwei Personen für uns gewinnen… und in einem Jahr sind Sie finanziell unabhängig.

– Das ganze wird mit viel „Chaka, Chaka“  und laienhaften Modellrechnungen garniert.

– Sie bekommen niemals unabhängige Fakten/ Gutachten oder plausible Erklärungen geliefert.

– Zu guter Letzt..kommt immer der „ungenannte Investor“…vorzugsweise aus dem arabischen Raum, welcher bald alles aufkauft, bei uns in Franken gerne auch die adlige polnische Millionärserbin.

– und der Klassiker schlecht hin: Eine Deadline bis zu der man erwerben muss…weil sonst..????

Eine kurze Sammlung der letzten Jahre, welche unglaublichen  einzigartigen Angebote mit vergleichbarem Aufbau scheiterten:

http://www.kapital-rechtinfo.de/kapital-rechtinfo/archiv/texte_e/EECH_Angebot_an_Anleger.shtml

http://www.stille-gesellschaft.info/archiv/die-maer-von-der-wundersamen-g/

http://www.graumarktinfo.de/gm/wissen/maschen/:Abzockmethoden–Schneeballsysteme/493000.html

http://www.rabusko.com/news.html

und nun die Frage…wenn man das alles liest:

Warum sollten  die Aktienmärkte gefährlich sein ?

Wer einen Korb von mind. 10 Aktien oder Fonds ( Blue Chips )  die letzten 10 Jahre besaß…

hat zugegebenermassen nichts verdient…und ist  wahrscheinlich auch noch ca. 20 % im Minus…

doch

– es bleibt eine realistische Chance, das er in weiteren 10 Jahren seine Risikoprämie auch real bekommt ( meine Erwartungsrendite bei Passivität:  5 % p.a. nach ISMA)

– wer seit 2004 investiert ist..liegt ca. 35 % im Plus. Dieser Investor hat bereits seine Risikoprämie erwirtschaftet.

Wer seit 2008 investiert ist…dem geht es normalerweise auch nicht schlecht…

Also was ist das größere Risiko…?

handelbare Unternehmensbeteiligungen mit risikogwichteter Erwartungsrendite um die 7 % p.a.

oder „Papierversprechen“  zwischen 2,5 % ( dt. Staatsanleihen) bis 30 % und mehr p.a. mit 95% Totalverlustgarantie?

freundlichst

Up

5 Gedanken zu „Warum gelten die Aktienmärkte als gefährlich ?“

  1. Pingback: bodybuilding.com
  2. Vielen , vielen Dank für eure weiterführenden Gedanken…

    Ich stimme umfänglich zu..und hoffe das es das Schulfach „Kapitalmärkte“ mit dem Schwerpunkt „Investitionen“ zumindest bald als Wahlfach gibt..,

  3. Wie erklärt man möglichst einfach warum Unternehmensbeteiligungen grundsätzlich die bessere Rendite als Einlagen haben:

    Mit dem Kreislauf des Geldes!

    Ein Sparer bringt das Geld zur Bank und bekommt Zins.

    Die Bank verleiht es an die Wirtschaft weiter und bekommt Mehrzins.
    Die Differenz zum Zins steckt sie ein.

    Die Wirtschaft muss mehr verdienen sonst lohnt es sich für sie es nicht Geld aufzunehmen.

    Der Sparer holt sich den Mehrzins der Bank und beteiligt sich an dem zusätzlichen Gewinn der Wirtschaft indem er direkt in die Unternehmen investiert – durch Unternehmensbeteiligungen.

    Die Bank übernimmt für Investoren nur noch Verwaltungsfunktionen, die Anlage hängt nicht mehr nur von dem einen Unternehmen
    – der Bank – ab, sondern man erwirbt ein Sondervermögen, einen realen Wert in vielen Unternehmen, der von den Launen der Börse unterschiedlich bewertet werden kann.

  4. Nach einer dieser verdammten Nachtsitzungen, die einen nicht einschlafen lassen, noch ein später Kommentar:

    Ich vergleiche die Aktienbörse gerne mit dem Meer. Wie dort die Wellen auf- und ab-steigen, schwanken auch die Aktienkurse.
    Nur am Meer stört das keinen.
    Dabei ist es dasselbe, irrelevante Faktum.

    Für einen taktischen Investor (Profi), den ich dann immer mit einem Segler vergleiche, ist es nur relevant, die Tide zu bestimmen.
    Haben wir Ebbe, oder haben wir Flut?
    (Flut in den Kassen, dann nicken schon alle..)

    Für ein Dickschiff („Hafen von Hamburg“, fährt Liniendienst nach Helgoland), ist die Tide nicht mehr relevant. Warum? Mit den kompakten, modernen Maschinen kommt das Schiff immer voran, und darum geht es.
    (Jetzt nicken wieder alle.)

    Ein Dickschiff heißt „McDonalds“ und ich halte es seit 20 Jahren mit großer Freude.
    Zahlt und erhöht u.a.regelmäßig die Dividende.
    Hier kann ich den interessierten Zuhörern die gesamte Wertschöpfungskette von den Rinderfarmen in Argentinien bis zur Franchise-Filiale in Peking erklären – kinderleicht.
    Alle sind begeistert – kinderleicht.
    Und dann die entscheidende Frage:
    „Glaubt einer, dass dieses Schiff sinkt?2
    Eindeutige Antwort: Nein.

    Zusatzfrage:
    „Glaubt einer von Ihnen,dass alle EU-Staaten ihre Schulden zu 100% zurückzahlen werden?“
    Schweigen im Saal. Keine Antwort. Stirnrunzeln und dann vermehrtes Kopfschütteln.

    Und jetzt zum Kern:
    „Womit glauben Sie, Ihr Erspartes besser über die Zeit zu bringen?“
    …..Antwort: McDonalds…. (heureka)

    Fazit aus meiner Sicht:
    a) Es fehlt an Bildung, die bereits an Schulen vermittelt werden müsste, (Unternehmensbeteiligung als Sachwert, Fonds als konkursgeschützte Sondervermögen),
    b) Es fehlt in der sekundenschnellen Internetzeit der ZEITHORRIZONT für eine sinnvolle Anlage.
    Die Firma bekommt keine Zeit, sich sinnvoll zu entwickeln…..

    Meine Vorträge beende ich immer mit dem von mir am meisten geschätzten Buffet-Zitat:
    „Investieren Sie nur in eine Aktie, wenn Sie bereit wären, die ganze Firma zu kaufen.“

    Das verfängt immer.
    Mit normalen Firmenrenditen kennen sich alle aus. Schneller Reichtum gehört nicht dazu.
    Und das Auf und Ab der Firmen kennen sie alle.

    Und schon habe ich wieder Menschen dafür gewonnen, den über mind. 10 Jahre freien Vermögensteil, so klein er auch sei, langfristig in einen Strauß „Dickschiffe“ zu investieren. – Mit firmentypischer Renditeerwartung.

    Positive Rückmeldungen über viele Jahre lassen mich ein wenig stolz sein und hoffen.

    Warum mache ich das?
    Weil ich, bewusst unscharf ausgedrückt,
    u.a. mit der Aufarbeitung der Szene zu tun habe, die Sie eingangs eschrieben haben.

    Und der möchte ich die Kunden nehmen, soweit mir das in meiner Freizeit gestattet ist.

    Und wie habe ich es in einer GEW-Zeitschrift meiner Frau (=Lehrergewerkschaft) so treffend gelesen:

    “ Deutschland ist nicht arm an Geld,
    sondern arm an Bildung. “

    Das ist des „Pudels Kern“. (Goethe, an Formulierungschärfe unübertroffen.)

    Konstruktives Fazit: Erläutern Sie auf Ihrer attraktiven Homepage weiter Parameter, die Sie aufgrund Ihres Berufes für mich jedenfalls einmalig auf den Punkt bringen können, und befreien Sie ein Vielzahl von Mitbürgern aus den „Klauen der Dummheit“,
    namens „GIER“ und „Angst“.

    Dafür danke ich Ihnen, vermutlich auch im Namen vieler passiver Leser dieser Seiten.

    Lyriker

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