Warum sich Honorarberatung lohnt: Wie der Staat und die Versicherer mit Rürup-Renten abkassieren!

(Rimpar bei Würzburg -Up) – Das Handelsblatt grift heute mal wieder die Versicherer an. Der Artikel ist zwar fachlich grauenvoll recherchiert und extrem auf Versichererbashing getrimmt, doch einige Kernaussagen möchte ich gerne unter die Lupe nehmen.

1. Der beschriebene Fall muss ersteinmal getrennt werden:

In einem Nebensatz wird festgestellt, dass der Kunde eigentlich zwei Verträge hat:  nämliche eine Berufsunfähigkeitsvollschutzversicherung mit 110,- € anteiligem MonatsBeitrag und die restlichen 190,- € in einen Rentenvertrag gehen.

Im Resümee wird kritisiert dass sich aus dem Monatsbeitrag von 190,- € nur eine Mindestrente von 300,- € ergibt.

Der Zug die BU zu versichern ist korrekt. Dies ist eine reine Risikoversicherung – d.h. wenn der BU – Fall nicht eintritt ist der Beitrag für eine existenziell notwendigen Risikoschutz gerade bei Selbständigen und nach 1962 geboren eine zwingende Überlegung.

Ob die 110.- € ein ordentliches Preis/Leistungsverhältnis darstellt ist aus dem Artikel nicht ersichtlich – daher ist auch nicht abzuschätzen, ob der Kunde diesen Schutz brutto hätte günstiger 2006 kaufen können.

Aus heutiger aktueller Sicht wird er den selben Schutz zum selben Preis sicher nicht mehr eingedeckt bekommen – so mein Tipp.

2. Das die Banken  – und Versicherungsbranche an einem Transparenzproblem leidet  – ist nicht erst seit heute bekannt.

Das das Konzept der Rüruprente und der Riesterrernte immer eine Einzelfallprüfung darstellt – da man unterschiedliche Konzepte kaufen kann – sollte deutlicher herausgearbeitet werden.

Fakt ist: Die meisten Tarife sind so kalkuliert, das auch nach Steuern die Lebenserwartung der meisten Anleger weit über 85 Jahre gehen muss und damit tendenziell die Erwartungen der Kunden nicht erfüllen können.

 

Wie Versicherer mit Rürup-Renten abkassieren

Das böse Erwachen

Die große Ernüchterung kommt aber mit der Rente: HDI garantiert Röller ab 2047 eine mickrige Rente von 300 Euro je angesammelten 10.000 Euro, macht 465 Euro monatlich. „Das allein wäre für mich ein K.-o.-Kriterium“, sagt Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten. Dieser sogenannte Rentenfaktor sei bei vielen Versicherungen höher.

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Die Minirente muss er auch noch voll versteuern, der Staat will dann seine Steuergeschenke zurück. Netto hätte Röller dann vielleicht 300 Euro. Kleinlein rechnet vor, dass Röller 98 Jahre alt werden müsste, bis er das angesammelte Kapital wieder zurückhat, Zinseszins eingerechnet würde es noch länger dauern.

HDI vertritt jedoch die Meinung, die 300 Euro je 10 000 Euro angesammeltes Kapital seien nur die garantierte Mindestrente, er dürfte deutlich mehr erhalten.

Dennoch käme Röller mit Sparen auf eigene Faust wohl weiter. Er hätte mit seinen gut 190 Euro monatlich nach 35 Jahren knapp 200.000 Kapital beisammen, Steuern schon abgezogen. Ganz ohne Anfangskapital. Er könnte davon eine Rente von 650 Euro monatlich beziehen, bis er 100 Jahre alt ist. Nach Steuern.

 

Sollte er früher sterben, erbt die Familie. Bei der Rürup-Rente erbt die Versicherung. Auch kommt Röller bei einer Rürup-Rente nie mehr an sein Kapital. Kündigen kann er sie laut Gesetz nicht. Und bei Rentenbeginn kann er sich das Geld auch nicht auszahlen lassen.

Mir persönlich wäre Röllers Vertrag zu teuer und zu unflexibel. Ich würde erwägen, ihn beitragsfrei zu stellen. Mit 31 Jahren kann man ja noch viel wettmachen.

 

Wobei hier der BU-Schutz neu einzudecken wäre-  und eine genaue Analyse des bestehenden Sparvertrages zu interpolieren ist. Und wenn man BU prüft muss man auch den KV Schutz bzw. die Krankentagegeldabsicherung abstimmen.

Zu Bedenken gilt auch, dass die internen VertragsKosten nach acht Jahren bezahlt sind – neue Anlagekonzepte bewirken auch neue Kosten – oder Honorar.

So einfach wie „die Vertreter“ der Verbraucherseite hier pauschalisieren, ist es leider doch nicht!

 

Was Makler und Vermittler an Umsatz generieren durch Abschlussvermittlung- Das zeigt das Beispiel einer Lebensversicherung mit 30-jähriger Laufzeit und einem Jahresbeitrag von 600 Euro (Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Positionspapier zu der Offenlegung von Abschluss- und Vertriebskosten ; 2007.)

  • Die Provisionen der Vertreter

    Versicherer zahlen ihrem Vertrieb für die Vermittlung von Lebensversicherungen aus den Kundebeiträgen Provisionen. Je nach Vertriebskanal werden jedoch unterschiedlich hohe Provisionen gezahlt.

    • Versicherungsangestellter

      Im Durchschnitt erhalten Angestellte etwa 2,5 Prozent der Beitragssumme (hier 18.000 Euro) als Provision. Im konkreten Fall also im mittel 450 Euro  zzgl. Festgehalt

      • Einfirmenvertreter

        Im Durchschnitt erhalten Vertreter einer Versicherung, für die sie ausschließlich Policen vermitteln, zwischen 1,7 und 3,6 Prozent der Beitragssumme (hier 18.000 Euro) als Provision. Im konkreten Fall also im mittel 477 Euro  zzgl. Fixum

        • Makler

          Im Durchschnitt erhalten Versicherungsmakler, die nicht an einen bestimmten Versicherer gebunden sind und daher sämtliche Policen vermitteln können, zwischen 3,6 und vier Prozent der Beitragssumme (hier 18.000 Euro) als Provision. Im konkreten Fall also im mittel 684 Euro.

        • Honorarberater
        • Im Fall einer Altersvorsorgeberatung ca. 1,5 Stunden Beratungsaufwand –  150,- € zzgl. MwSt.

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