Weltuntergangs – Hysterie – die Staatsverschuldung, ein unlösbares Problem?

Wenn man die letzten vier Monate Revue passieren lässt, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, die Menschheit, der Teil welcher sich mit den Kapitalmärkten befasst,  verfällt in eine globale  Weltuntergangs- Hysterie bezogen auf die Staatsverschuldung.

 

Erst der schreckliche Super- Gau in Japan, kaum ausgestanden und leider real – mit unglaublicher japanischer Disziplin und Zuversicht wird in Japan der Wiederaufbau angepackt-  findet der Rest der westlichen Zivilisation einen – virtuellen Krisenherd – nach dem Anderen.

In solchen Phasen muss ich erneut ein wenig historisch werden,  nicht nur das ich Gespräche führe, welche mich an Anfang der neunziger Jahre  erinnern, bzgl. der  Empfehlung nachhaltige und besonnene Investments am Kapitalmarkt zu suchen und durchzuhalten! , sondern- und vor Allem  die Angst ist  „gesellschaftlich“ ähnlich.

Die Fakten sprechen allerdings eine andere Sprache:

In Deutschland ist die Anlage in Unternehmensbeteiligungen auf den Stand von 1992! zurückgefallen. Während Anfang 2000! 40 % des Anlagevolumens in den Aktienmärkten investiert war, so sind es nach Daten des statistischen Bundesamtes aktuell nur noch ca. 15 %. Der Rest steckt in Versicherungsprodukten, Rentenpapieren ( übrigens die größte Unlogik in der aktuellen Staatsschuldendiskussion) oder und vor Allem auf Festgeld- oder Tagesgeldkonten. Die Unternehmen horten Cash, anstelle zu investieren und die Banken spielen seit 2008 die unrühmlichste aller Rollen.

Erst haben Sie die Rettungspakete der Regierungen genutzt, um über den Kauf von Staatsanleihen bei günstiger Refinanzierung über die Notenbanken sichere – sozusagen staatlich garantierte Gewinne- einzufahren und nun jammern Sie wieder das Blaue vom Himmel, weil Sie – wiedereinmal in ihrer Gier nicht die notwendigen Abschreibungen  auf die Kursverluste schultern wollen, die der Markt bei den bekannten Staaten fordert.

Auf der anderen Seite kommen Sie nachwievor nicht ausreichend ihrer Kernfunktion nach, nämlich die reale Wirtschaft und die Privatkonsumenten  mit der notwendigen Verlässlichkeit bei neuen Investitionen zu unterstützen. Kein Wunder das kaum jemand dem Banksystem noch traut. Hier muss sich in den Köpfen endlich etwas ändern!

Geht man historisch noch weiter zurück und beurteilt  die globale Gesamtsituation, so ist diese vergleichbar mit der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg.

Der damals geleistete Wiederaufbau wird seit 10 Jahren spürbar durch den Globalisierungseffekt der neuen Volkswirtschaften ersetzt. Damit lassen sich auch die stetig sinkenden Zinsen in den gesättigten Volkswirtschaften zusammen mit den schwachen Reallöhnen erklären. Die hohen Staatsschulden in USA und Europa lassen sich auf die Rettungsaktion 2008/9 zurückführen, sowie die Kriege in Irak und Afghanistan, wir selber knabbern zusätzlich noch an den Kosten der Wiedervereinigung. Das sind Fakten der Vergangenheit und nicht mehr zu ändern. Was uns bleibt ist die Zukunft zu gestalten.

Insgesamt ist dadurch die makroökonomische Datenlage- ohne Weltkrieg- ziemlich identisch zu Anfang der Fünfziger.

Was die Märkte z. Z. nun fordern, ist nichts anderes als die Konsolidierung der weltweiten – westlichen- Staatsfinanzen.  Und diese ist  ähnlich wie in den Fünfzigern trotz aller kurzfristigen Probleme umsetzbar. Sobald sich das politische Geschrei gelegt hat und die Politik den Weg von April 2009 nun auch in die Tat umsetzt ( klare ordnungspolitische weltweite Regeln für die Kapitalmärkte), werden dies auch die Kapitalmärkte dementsprechend erkennen und reagieren.

Die Erkenntnis, das wir in einem globalen Dorf sitzen, hat historisch erstmals!  2008 funktioniert und kann auch nicht mehr – trotz aller nationalen Strömungen- rückgängig gemacht werden. Der Trend, bzw. der Wunsch der Menschen in den aufstrebenden Volkswirtschaften „ein besseres Leben“ zu führen, ist übermächtig. Hier in unseren Landen- die Generation- wir haben Alles – kann sich dieses schwerlich vorstellen, da wir uns  als Individuum in der Regel über unsere persönliche Peer- Group-  ( das Nachbarschaftsphänomen) definieren.

Das beste Beispiel ist unsere Armutsdefinition. Einem Menschen in Burma ist dies schwerlich -für ihn verständlich- zu erklären.

Welche Möglichkeiten hat die -westliche – Welt die Staatsschuldenkrise zu überwinden ?

Auch für Beobachter wie mich, ist es offensichtlich, das  der zweite Teil – das Grundrezept Keynesianischer Wirtschaftspolitik – in den realen Part übergehen muss!, welcher aus politischen und ideologischen Gründen  selten gewürdigt wird. Die einzige Phase in der dies bisher erfolgte- war nach dem zweiten Weltkrieg. Es ist wirklich interessant wie wenig dies thematisiert wird, den die USA, welche damals die Hauptlast der „Vorfinanzierung Europas „schulterten, kamen von einer Schuldenquote zum Bip von 115 % in 1950!

Einige empirische Annahmen scheinen von den Märkten seit Jahrhunderten antizipiert:

So gilt- ähnlich wie bei privaten und unternehmerischen Investitionen ein Verschuldungsgrad von 90 % des BIP als kritische Schwelle. Die Autoren Rogoff und Kenneth  haben dies aus ihren Datenreihen empirisch ermittelt.

In der Theorie wird vorausgesetzt, das  dynamisch wachsende Staaten  auch höhere Niveaus schultern.
Etwa die USA von 1949 -1980:

1940 ~ 40%/BIP

1950 ~ 115%/BIP

1980 ~  23%/BIP

Wenn das nicht perfekte keynesianische Wirtschaftspolitik war !

Aus diesen einfachen Zahlen kann man übrigens auch noch einen anderen unberücksichtigten empirischen Gedankengang vollenden:

Was hat dies den Staat gekostet?

Hiermit meine ich das Zinsniveau bzw. die Refinazierung  für Staatsanleihen. Denn diese Last ist für das jährliche Budget ausschlaggebend. Das Zinsniveau in den Fünfzigern lag auf heutigem Niveau, um die 4 % , interessanterweise stieg dieses bis 1982 auf heftige 17 % p.a. um 2010 im Tief auf 2,5 % zu fallen.

Daraus kann man folgendes schließen:

Bei wenig Angebot von Staatsanleihen ( 1980 23 % vom Bip) muss der Staat ordentlich Zinsen bieten (12 %). Bei viel Angebot wie heute ( 100 %)  oder in den Fünfzigern (115%)  merkwürdigerweise wenig….nämlich nur 4 % p.a.

Übrigens Reagan musste nach der Überwindung der Rezession 1983  für 1,4 Billionen Schulden

ca 180  Milliarden Zinsen bezahlen, also 6 % des GDP,  Obama plant im budgetus2012 mit ca. 600 Milliarden das entspricht 4,2 % des GDP 2011.

Insgesamt ist auch in diesem Verhältnis eine Korrelation zu finden, denn diese Zinsen müssen über das Wachstum des Bip und entsprechende Steuereinnahmen erwirtschaftet werden.

Was in dieser Betrachtung aussen vor bleibt ist die Entwicklung der Kaufkraft in der hinterlegten Währung. Ein Dollar von 1980 ist heute – wie bekannt sein sollte – durch Inflation etwas anderes.

Abschließend kann man feststellen:

Für Staaten gelten die gemeinhin gelehrten ökonomischen Weisheiten nicht. Und der Haushalt der USA hat einen 50 % Puffer im Verhältnis zu Reagan um Zinssteigerungen am Kapitalmarkt abzufedern! Die Blaupause ab den Fünfzigern halte ich persönlich für sehr wahrscheinlich und der Übergang ist eingeleitet.

Was bedeutet dies für den praktischen Investor?

Steuerfreie Positionen durchhalten, und wer Liquis hat die aktuelle Verwirrung zum Nachkauf nutzen!

Ein Gedanke zu „Weltuntergangs – Hysterie – die Staatsverschuldung, ein unlösbares Problem?“

  1. Pingback: bodybuilding.com

Schreibe einen Kommentar