Wie gesund sind die Kapitalmärkte? LinkedIn und Groupon repräsentativ?

Eine kleine Reise zu den aktuellen Neuemmissionen und anstehenden IPO.

Die einen warnen seit 2009  – die Aktienmärkte sind gefährlich- die anderen betonen die Grundfunktion der Kapitalbeschaffung und Realisierung von neuen Ideen, welche sonst unrealisiert blieben.

Nun gut, wer auf die täglichen Zuckungen des Marktes blickt, wird immer den Eindruck gewinnen die Aktienmärkte sind ein gefährliches Terroir. Und wie das letzte Jahrzehnt eindrucksvoll in Erinnerung rief auch des Öfteren so unstet, das es einer ganzen Generation den Spass am langfristigen Investieren verleidet.

Als ich in den  achtzigern Jahren  meine erste Aktie ( Deutsche Babcock)  kaufte, hielt mich mein Vater für verrückt. Das tut er zwar bis heute, doch so insgesamt beginnt er sich auf seine alten Tage für die Kapitalmärkte zu interessieren. Nun, weder die Warner noch die „Grundfunktionsvertreter“ liegen richtig. Die Kapitalmärkte sind nichts weiter als der Spiegel der menschlichen – und technologischen – Entwicklung. Das dies theorethisch nirgends ausreichend in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung und  Literatur erkannt und entsprechend versucht wurde zu ergründen, ist auf diesem Blog schon oft kritisiert worden.

Aktuell machen einige IPO´`s  wieder Furore. So feierte Wall Street letzte Woche den Börsengang von LinkedIn, und in der allgemeinen Facebook Euphorie, scheinen die freien Investoren etwas die Fundamentalen Kennzahlen dieses Geschäftsmodells aus dem Blick verloren zu haben. Will man das Gewschäftsmodell beschreiben, so handelt es sich um eine auf Werbung basierende Internetplattform, welche zudem ein Karrierenetzwerk sein will. Manche nennen es auch wie den kleinen deutschen Kopisten XING einfach „virtueller Kindergarten“.

Doch ein nun anstehender IPO lässt mir persönlich die Zehennägel kräuseln. „GroupOn“ soll die Wirtschaftswelt auf den Kopf stellen. Eine Firma welche die gute alte Idee des kumulierten Rabattvereins im Internet zu neuem Leben erweckt hat. Wieso betriebswirtschaftlich und mathematisch  dieser Idee- ähnlich- wie Schneeballsystemen und den üblichen MLM – Pyramiden enge Grenzen gesetzt sind, wird von Dieter Petereit ausführlich beschrieben.

Wer als Investor ein Stück nachhaltiger und vorausschauender denkt, kann nur zu einem logischen Schluß kommen.

Hier zeigt sich sehr schön das die regulierten Kapitalmärkte auch systematisch missbraucht werden können. Besonders schön finde ich persönlich folgende Zeilen aus dem Emmissionsprospekt, welcher bei der SEC hinterlegt wurde:

Risks Related to Our Business

We may not maintain the revenue growth that we have experienced since inception.

We have experienced rapid growth over a short period in a new market that we have created and we do not know whether this market will continue to develop or whether it can be maintained. If we are unable to successfully respond to changes in the market, our business could be harmed.

We base our decisions regarding investments in subscriber acquisition primarily on our analysis of the profits generated from subscribers that we acquired in prior periods. If the estimates and assumptions we use are inaccurate, we may not be able to recover our subscriber acquisition costs and our growth rate and financial results will be adversely affected.

We have incurred net losses since inception and we expect our operating expenses to increase significantly in the foreseeable future.

If we fail to retain our existing subscribers or acquire new subscribers, our revenue and business will be harmed.

If we fail to retain existing merchants or add new merchants, our revenue and business will be harmed.

und so weiter und so fort….

 

also nicht schimpfen, wenn diese vielen „If“ sich zu einer grausamen Realität verketten.

 

Bleiben Sie wachsam!

2 Gedanken zu „Wie gesund sind die Kapitalmärkte? LinkedIn und Groupon repräsentativ?“

  1. Pingback: bodybuilding.com

Schreibe einen Kommentar