WIKILEAKS- gibt es eine Ethik zur Transparenz?

WIKILEAKS- virales Marketing ?  journalistische Pornografie ? Aufklärungsmission ? Ablenkungsmanöver ? Wahrhaftigkeit der Transparenz oder die größte „Mobbingaffäre“ des Internetzeitalters ?

Die Wogen schlagen seit dem Wochenende hoch. Mr. Assenge, Gründer und  Initiator, ehemaliger Hacker und seit kurzem mit internationalem Haftbefehl wegen des Verdachts der Vergewaltigung von Interpol gesucht, sonnt sich in seinem Ruhm.

USA blamiert, weltweit  Politiker vorgeführt und das nächste Husarenstück angekündigt :  Er will durch Veröffentlichung im Frühjahr 2011 eine amerikanische Großbank  ruinieren und am Besten gleich einige weitere Institute im Dominoeffekt zu Fall bringen.

Wird uns dies überraschen ?  Eine Person welche historisch bekannte „Persönlichkeitsmerkmale“ mit seiner „Mission“ an den Tag legt, will einer Bank  deren historisch bekannten Verfehlungen vorhalten.

Da passt nur folgendes Gleichnis auf welches ich gestossen bin:

Angelockt vom Aasgeruch näherte sich einst eine Hyäne den sterblichen Überresten eines Verbrechens , dessen Körper qualvoll verendet herumlag.
Ein Geier war bereits dort und inspizierte mit spitzem Schnabel die Leiche.
Die Hyäne knurrte: „Geier, hau‘ ab, Du stinkst nach Aas! Der Kadaver hier gehört mir!“
Der Geier reckte seinen Hals und knarrte: „Wenn ich Dir verrate, wie das Opfer gestorben ist, gibst Du mir dann etwas ab?“
„Verschwinde, oder Du bist gleich mit dran!“ – und schon stürzte sich die Hyäne auf ihre Beute.
Der Geier aber erhob sich lachend in die Lüfte.
„Dumme Hyäne“, keckerte er vor sich hin, ich hätte ihr sagen können, dass ihre letzte Mahlzeit vergiftet wurde. Hier oben sieht man einfach mehr…

und unsere Justizministerin erteilt uns diesen Ratschlag:

„Für ein Eingreifen des Gesetzgebers gegen Wikileaks sehe sie keine Möglichkeit. „Eine nationale Regelung wäre gegen eine Plattform mit Sitz im Ausland wirkungslos. Und eine internationale Initiative ist nicht geplant“, betonte Leutheusser-Schnarrenberger. Wikileaks sei in erster Linie selbst gefordert, mit Informationen verantwortungsvoller und transparenter umzugehen. „Wer selbst den Anspruch größtmöglicher Transparenz an andere stellt, darf die eigene Struktur und Arbeitsweise nicht vollkommen abschotten. Damit diskreditiert Wikileaks das eigene Anliegen.“

Transparenz ja, bitte…doch Respekt und Toleranz sind deren Geschwister. Dieses sollte in jedem „Streit“ gelten…im Kleinen, wie im Großen !

nachdenklich

Up

4 Gedanken zu „WIKILEAKS- gibt es eine Ethik zur Transparenz?“

  1. Da jammert die deutsche Regierung über die Veröffentlichung von wikileaks rum, dass das „rechtswiedrig erworbene Daten sind“. Toll, als die Regierung die Daten von den schweizerischen CD’s gekauft hat war das alles in Ordnung, jetzt, wo sie selber am Pranger stehen, ist das auf einmal höchst bedenklich. Ich kann nur Sagen, was für Heuchler.

  2. Bei der Wikileak Diskussion und dem Umgang mit Geheimnissen liegt einiges im Argen.

    Einerseits werden Geheimnisse von Regierungen oft genutzt, um sich nicht der öffentlichen Kritik auszusetzen, obwohl ein öffentliches Interesse besteht.
    Als Beispiel hierzu die geheime Deklarierung einiger Verträge zwischen Bauträgern und der Regierung für privatisierte Autobahnstrecken.
    Hier wird m.A.n. ein öffentliches Interesse, mit Füßen getreten.

    Andererseits sollte man brisante Gespräche zwischen Regierungen, Informanten und andere riskante Geheimnisse, die zu Kriegen oder Verfolgung führen nicht einfach veröffentlichen.

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